Zur Ehre Gottes Dienen – erste E21-Regionalkonferenz in der Schweiz

Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf die erste Evangelium21-Regionalkonferenz in der Schweiz zurück. Das übereinstimmende Echo der ca. 130 Teilnehmer war sehr positiv, wie z. B. „Es war Auftanken auf höchstem Niveau. Es tat der Predigerseele gut“ – damit ist die Atmosphäre der Konferenz sehr gut wiedergegeben. 

Peter Prock (links) im Gespräch mit Vaughan Roberts (rechts). Übersetzt wurde Vaughan Roberts von Martin Manten (in der Mitte). (Foto: E21)

Das Motto der Konferenz „So kommt der Glaube aus der Predigt“ (Römer 10,17) wurde von den drei Referenten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, die sich wunderbar ergänzten. Der Hauptsprecher der Konferenz war Vaughan Roberts, Hauptpastor der St. Ebbe’s Church in Oxford, Großbritannien, und Präsident des Proclamation Trust, einer Organisation, die biblische Auslegungspredigt in den Gemeinden fördern möchte. In seinem ersten Vortrag gab Vaughan einen prägnanten Überblick über die verschiedenen Elemente der Auslegungspredigt. Der Wert einer solchen Wortverkündigung liegt darin, dass man durch ganze Bibelbücher predigt und dadurch die Fülle der biblischen Botschaft offenbar wird, und nicht nur einzelne Aspekte davon, wie es bei Themenpredigten notwendigerweise der Fall ist. In seinem zweiten Vortrag zeigte er anhand des Lebensbildes von D. Martyn Lloyd-Jones auf, dass diese Art der Wortverkündigung auch reiche Frucht bringt. Vaughan stellte diesen Vortrag unter den Titel „Ein Dienst zur Ehre Gottes“ – also nicht eine Methode, und sei es eine so ehrenhafte wie die Wortverkündigung, macht den „Erfolg“ aus, sondern das beständige Trachten nach der Ehre Gottes, wie es im Leben von Lloyd-Jones sichtbar wurde! Die differenzierte Darstellung des Lebens dieses Gottesmannes war eine große Ermutigung für uns alle.

In seinem dritten Vortrag ging Vaughan anhand des Gleichnisses vom Sämann in Markus 4 der Frage nach, wozu Gott sein Wort gesetzt hat. Viele Wortverkündiger leiden darunter, dass ihr Dienst scheinbar keine Frucht bringt und sind frustriert darüber; sie stehen dann auch in Gefahr, ihren Dienst zu vernachlässigen oder nach anderen Methoden zu suchen, damit Wachstum in der Gemeinde geschieht. Vaughan zeigte jedoch glasklar auf, dass Gemeindewachstum nicht der einzige Effekt der Wortverkündigung ist. Die „Schwäche“ des Wortes ist nur scheinbar; auch Jesus als vollmächtiger Verkündiger erlebte Ablehnung seiner Botschaft! Das Evangelium ist jedoch auch Gerichtsbotschaft für alle, die ein hartes Herz haben. Andererseits wird die Frucht der Evangeliumsverkündigung vielfach nicht unmittelbar sichtbar – die Verheißung ist jedoch enorm: sie wird bis zu 100-fache Frucht bringen, eine im Vergleich zur Natur völlig überproportionale Ernte! Dass jedoch Jesus der Wortverkündigung die erste Priorität eingeräumt hatte, wird aus den Evangelien eindeutig sichtbar. Dazu forderte er uns auf: „In den letzten Jahrzehnten kamen immer wieder neue Strategien und Techniken auf, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, die wie Modetrends kamen und gingen. Einiges davon kann man sicher nutzen, aber die entscheidende Frage ist: Was ist das Zentrum? Was hat die erste Priorität? Und die erste Priorität ist die Verkündigung des Wortes Gottes. Das Reich Gottes wird wachsen, indem das Wort Gottes verkündigt wird und der Geist Gottes es zum Leben erweckt.“

Eric Sollberger mit Christian Wegert. (Foto: E21)

Mit einer Betrachtung zu Kolosser 1,24-29 unter dem Titel „Wahrer Dienst am Evangelium“ rundete Vaughan seine Botschaft an uns ab. Darin ermutigte er uns, dem Vorbild des Apostels Paulus zu folgen. Dieser diente dem Volk Gottes, er lehrte das Wort Gottes und er verkündigte den Sohn Gottes. Vaughans Aufforderung an uns lautete abschließend: „Lasst uns das tun und nicht davon abweichen den Rest unseres Lebens!“

Wolfgang Wegert, Gründer und jahrzehntelanger Leiter der Gemeinde und Missionswerk Arche in Hamburg und sein Sohn Christian, heutiger Hauptpastor der Arche und Vorstandsmitglied von Evangelium21, legten in ihren Botschaften den Fokus auf das Wirken des Heiligen Geistes, das von der Evangeliumsverkündigung begleitet ist und in Menschen den Glauben und die Wiedergeburt wirkt.

Die zwei Tage der Konferenz verflogen wie im Nu; die häufigen Pausen wurden intensiv für Gespräche und Gemeinschaft genutzt – ebenfalls ein wichtiges Anliegen der Konferenz. Ein großer Büchertisch mit ausgewählten Titeln zu günstigen Konferenzpreisen wurde reichlich frequentiert. Kai Soltau, Vorstandsmitglied von Evangelium21, der von Wien zur Konferenz angereist war, stellte zwischendurch immer wieder einzelne Bücher vor.

Aufgrund des positiven Feedbacks der Teilnehmer sind wir sehr ermutigt, auch 2016 wieder eine Konferenz durchzuführen. Das genaue Datum steht noch nicht fest; wir versuchen jedoch Mitte November 2016 einen geeigneten Termin zu finden.

Peter Prock

Die Aufnahmen der Konferenzvorträge sind ab sofort in unserer Ressourcenbibliothek abrufbar.