Das Geheimnis, um mit deinem Kontostand zufrieden zu sein

Über die Jahre hinweg kommt es mir fremd vor, dass Christen nach Wohlstand streben. Jesus warnt davor, dass Reichtümer es für Menschen schwermachen werden, in den Himmel zu gelangen (Mt 19,23) und Paulus warnt, dass diejenigen, die reich werden wollen, in Versuchung, Fallstricke und Schmerzen fallen (1Tim 6,9-10). Es ist, als ob wir das entweder nicht glauben, oder denken, dass wir die Ausnahme der Regel darstellen, oder wir glauben einfach nicht, dass Gottes Wort wirklich meint, was es sagt.

Aber Paulus meint, was er sagt – reich werden zu wollen ist tödlich. Aber es gibt noch mehr. Der Schlüssel, der diesen Abschnitt aus 1. Timotheus 6 aufschließt, sind diese Worte: „Es ist allerdings die Gottesfurcht eine große Bereicherung, wenn sie mit Genügsamkeit verbunden wird“ (Vers 6).

Was ist der Schutz gegen diese tödlichen Auswirkungen des Geldes?

Antwort: Ein Herz, das genügsam in Gott ist.

Bist du durch und durch zufrieden in Gott, sodass diese Zufriedenheit – diese Genügsamkeit – nicht zusammenbricht, wenn Gott bestimmt, dass du viel oder wenig hast? Wenig zu haben kann unsere Genügsamkeit in Gott zerstören, indem es uns glauben macht, dass er knausrig, gleichgültig oder machtlos ist. Und viel zu haben kann unsere Genügsamkeit in Gott zerstören, indem es uns glauben macht, dass er überflüssig ist, oder sehr zweitrangig als Helfer und Schatz.

Was ist das Geheimnis?

Es ist keine kleine Sache, zu lernen, wie wir unsere Genügsamkeit in Gott nicht verlieren. Dazu ist das Leben da – zu zeigen, dass er allherrlich ist. Und das wird gezeigt, unter anderem, in dem wie er herrlich genügend ist, um uns Genügsamkeit in ihm in den besten und schlechtesten Zeiten zu geben. Paulus hatte das Geheimnis gelernt, wie man das macht:

Ich habe nämlich gelernt, mit der Lage zufrieden zu sein, in der ich mich befinde. Denn ich verstehe mich aufs Armsein, ich verstehe mich aber auch aufs Reichsein; ich bin mit allem und jedem vertraut, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als auch Mangel zu leiden. Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus. (Phil 4,11-13)

Paulus hatte gelernt „zufrieden zu sein“. Das ist der Schlüssel zum richtigen Gebrauch von Geld in 1. Timotheus 6,5-10. „Ich bin mit allem und jedem vertraut, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als auch Mangel zu leiden“ (Phil 4,12). Was war das Geheimnis? Ich denke, dass er es im vorherigen Kapitel offenbart: „Ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn“ (Phil 3,8).

Mit anderen Worten, um es modern auszudrücken, wenn der Aktienmarkt nach oben geht oder er eine Prämie bekommt, sagt er: „Ich finde Jesus kostbarer und wertvoller und zufriedenstellender als mein steigendes Einkommen“. Und wenn der Aktienmarkt nach unten geht oder er eine Gehaltskürzung bekommt, sagt er: „Ich finde Jesus kostbarer und wertvoller und zufriedenstellender als alles, was ich verloren habe“. Die Herrlichkeit und Schönheit und der Wert und die Kostbarkeit Christi ist das Geheimnis der Genügsamkeit, welches ihn davor bewahrt, vom Geld kontrolliert zu werden.

Geld befriedigt nicht. Wirklich.

Geld befriedigt nicht: „Wer Geld liebt, bekommt vom Geld nicht genug, und wer Reichtum liebt, nicht vom Gewinn. Auch das ist nichtig!“ (Koh 5,10). Ich weiß, dass viele sagen werden: „Doch, es befriedigt mich. Mein Geld ist ein guter Freund. Es lässt mich nicht im Stich. Ich habe ein großes Haus, zwei Autos und eine gute Privatschule für meine Kinder, ein Boot, eine Waldhütte und ausgiebig Lebensversicherung, Altersvorsorge und Geldanlagen. Es kommt zwar nicht mit mir in die jenseitige Welt – wenn es sowas gibt – aber es hat mich definitiv hier nie im Stich gelassen!“

Wirklich?

Ich denke, dass der Prediger des Buches Kohelet recht hat. Du bist dafür geschaffen worden, um deine Zufriedenheit in Gott zu finden, und Geld blendet dich für diese Bestimmung. Du hast tiefe Sehnsüchte. Sie kommen nachts hoch. Sie tauchen auf, wenn du allein bist und entmutigt. Wenn du ehrlich bist, weißt du, dass die Dinge, mit denen du dich umgeben hast, nicht die tiefsten Sehnsüchte deines Herzens stillen können. Du bist nicht dafür geschaffen worden, mit Sachen zufriedengestellt zu werden. Und keins dieser Dinge kann deine Furcht stillen vor dem Einsetzen von Altern und Tod. Nein, du machst dir selbst was vor. Das Wort ist wahr: „Wer Geld liebt, bekommt vom Geld nicht genug“.

George MacDonald hat den Grund herausgefunden, warum unsere schwer erreichbare Suche, Zufriedenheit im Besitz von Dingen zu finden, nicht funktioniert:

Das Herz des Menschen kann nicht horten. Sein Gehirn oder seine Hand mag in seine Kiste sammeln und horten, aber in dem Moment, wo das Ding in der Kiste gelandet ist, hat das Herz es verloren und ist wieder hungrig. Wenn jemand etwas haben will, dann muss er den Geber aller Gaben haben.

Es gibt keine Verbindung zwischen viel Geld besitzen und viel Zufriedenheit in diesem Leben zu haben – oder im nächsten. Wenn der biblisch weise Mann sagt: „besser als…“, dann meint er „zufriedenstellender ist…“:

Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluss vieler Gottloser. (Ps 37,16)

Besser wenig mit der Furcht des HERRN, als großer Reichtum und ein unruhiges Gewissen dabei! (Spr 15,16)

Besser ein Gericht Gemüse mit Liebe, als ein gemästeter Ochse mit Hass! (Spr 15,17)

Mit anderen Worten, der Schlüssel zu Freude in diesem Leben ist nicht Wohlstand. Du kannst keine Freude in etwas finden, das dich für die wahre Quelle von Freude blendet. Jesus stellte sich selbst und seine Verheißungen und sein Reich – jetzt und in Ewigkeit – wiederholt als eine Beziehung und eine Hoffnung und einen Ort höchster Glückseligkeit dar. Begnüge dich nicht mit weniger.


Dieser Artikel ist ein Auszug aus John Pipers Buch Living in the Light: Money, Sex and Power. Er erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.