Befreiung von sexueller Sünde in den Bekenntnissen des Augustinus

Sexuelle Störung war Augustinus nicht fremd, und er ist ein treuer Wegweiser für diejenigen, die dem Sumpf der sexuellen Sünde entkommen wollen. In seinem autobiographischen Meisterstück, den Bekenntnissen, berichtet Augustinus von der Intensität seiner eigenen Kämpfe und hinterlässt eine herausfordernde Analyse des menschlichen Herzens, des Wesens der Sünde und der Gnade des Evangeliums.

In seinen Dreißigern wurde Augustinus von der Wahrheit des christlichen Glaubens angezogen, aber er rang damit, seine sexuellen Bestrebungen aufzugeben. Er fürchtete, was aus ihm werden würde, wenn er seine zwanglosen Beziehungen aussetzen würde. Er schreibt: „Ich liebte das glückliche Leben, aber ich fürchtete, es bei dir zu finden, und floh davor, selbst wenn ich es suchte. Ich dachte, dass ich zu elendig werden würde, wenn ich nicht in den Armen einer Frau sein könnte.“

Aber Gottes Gnade fand und befreite Augustinus von seiner todbringenden Krankheit. Wenn wir die Kämpfe des Augustinus lesen, sehen wir drei wichtige Prinzipien für den Umgang mit Sex und sexueller Sünde.

Sex ist eine Gabe Gottes, aber Sex ist nicht das höchste Gut.

Für Augustinus ist Sex nicht böse – es ist die Gabe eines guten Gottes. Wie alle geschöpflichen Gaben wurde Sex von Gott geschaffen, um uns zu ihm zu führen, um letztendlich seinen Namen zu lieben und zu preisen. Aber als Adams Kinder sind unsere Lieben zutiefst durcheinandergebracht. Indem wir Gefallen an Gottes Gaben finden, missfallen wir ihm, weil wir seine Gaben mehr lieben als ihn, den Geber. Augustinus erfasst diese Dynamik wunderbar, wenn er sagt:

All diese Dinge sind Gaben meines Gottes: Ich habe sie mir nicht selbst vermacht. Diese Dinge sind gut und sind Teil meines Wesens. Deshalb ist der, der mich geschaffen hat, gut und er ist mein Gut. … Aber darin bestand meine Sünde, dass ich nicht in ihm, sondern in seinen Geschöpfen, mir selbst und anderen, mein Vergnügen, Ehre und Wahrheit suchte.

Wenn wir jedoch unser Gut in der Schöpfung suchen, erfahren wir eine tiefgehende Ruhelosigkeit, und keinen Frieden. Augustinus bekennt, dass seine Seele etwas Besseres als Gott suchte, aber „sich wieder und wieder auf den Rücken, die Seite und den Bauch warf, aber alle Orte waren schwer zu finden, denn du [Gott] allein bist Ruhe.“ Mit anderen Worten, wenn Sex unser höchstes Gut wird, wird Ruhe sich uns entziehen – egal wie viele Betten wir aufsuchen.

Augustinus erklärt den Grund für die Unfähigkeit von Sex, uns zu erfüllen:

Das Gute, dass du liebst, kommt von ihm, aber nur insoweit du es für ihn gebrauchst, ist es gut und süß. Aber zurecht wird es bitter, wenn du, der du ihn verlässt, auf unrechte Weise liebst, was von ihm kommt. Wohin gehst du, weiter und weiter auf diesen harten und beschwerlichen Wegen? Es gibt keine Ruhe dort, wo du sie suchst: suche weiter, aber du wirst sie dort nicht finden. Du suchst ein glückliches Leben im Land der Toten, aber es ist nicht hier. Wie kannst du ein glückliches Leben finden, wo es kein Leben gibt?

Augustinus erkennt, dass Sex, wie alle geschaffenen Dinge, Begrenzungen hat. Wenn wir diese Begrenzungen ignorieren, sterben wir tausend Tode, indem wir „ein glückliches Leben“ suchen, „wo es kein Leben gibt.“ Um die „Güte und Süße“ von Sex zu erfahren, müssen wir unser Streben aufgeben, unser Gut darin zu finden und die Begrenzungen akzeptieren, die Gott um Sex herum angelegt hat.

Egal wieviel Abwechslung, Intensität oder Orientierung, Sex wird uns enttäuschen, wenn unser Sinn und unsere Identität damit verbunden sind. Wir mögen das Vergnügen und die Höhepunkte genießen, aber weiterhin in einer Welt des Mangels leben, weil wir etwas bei Sex suchen, das es dort nicht gibt. Es ist wie, wenn man ein nahrhaftes Essen im Süßigkeitenregal sucht – das gibt es dort einfach nicht.

Sexuelle Sünde, wie andere durcheinandergebrachte Lieben, versklavt uns.

Durch seine sexuellen Gewohnheiten trainierte Augustinus sich selbst dazu, auf seine körperlichen Lüste zu reagieren. Wiederholte körperliche Handlungen, für die sich Augustinus freiwillig entschied, machten ihn zu einem Sklaven. Er zog es vor, seine Lüste zu befriedigen, als sie durch Gottes Barmherzigkeit ausgelöscht zu sehen. Er schreibt: „Es blieb nur sprachloser Schrecken und meine Seele war furchtsam, wie vor dem Tod selbst, von der Gewohnheit zurückgehalten zu werden, durch die sie sich selbst zu Tode richtete.“

Augustinus fürchtete, was aus seinem Leben werden würde, ohne seine sexuellen Begegnungen. Also hinkte er zwischen zwei Meinungen, indem er glaubte, dass es etwas Besseres im Leben gäbe, aber davor zurückschreckte, was das bedeuten könnte.

Indem er Paulus aus Römer 7,24 nachhallen lässt, erfasst Augustinus eindringlich seinen Kampf in diesem Gebet: „Wer schenkt mir Hilfe, damit ich in dir ruhen kann? Wer wird mir helfen, damit du in mein Herz kommst und es erfüllst, aufdass ich meine Boshaftigkeiten vergessen kann und dich erfasse, mein einziges Gut?“

Augustinus hilft uns, zu verstehen, dass Gottes gute Gabe der Sexualität, wenn sie missbraucht wird, ein eigenes höllisches Gefängnis schafft. Sex ist ein wunderbarer Diener, aber ein schrecklicher Herr.

Gottes Gnade vergibt und heilt und wendet uns von den Vielen zu dem Einen.

In seiner Gnade befreite Gott Augustinus aus seinem sündhaften Elend. In Christus fand Augustinus Gnade, die ihn nicht nur von der Schuld seiner Sünde befreite, sondern auch seine Leidenschaften und Handlungen veränderte.

Indem er über die Männer und Frauen zu allen Zeiten nachdachte, die in sexueller Treue gegenüber Gott wandelten, berichtet Augustinus von einem fiktiven Gespräch mit „Enthaltsamkeit“ (sprich: „Selbstkontrolle in sexuellen Angelegenheiten“), die uns zur Quelle sexueller Treue führt. Er schreibt:

Sie lächelte über mich mit einem herzerfrischenden Spott, als ob sie sagte: ‚Kannst du nicht tun, was diese jungen Männer und Frauen tun? Oder können diese jungen Männer und Frauen dies aus sich selbst heraus tun, und nicht vielmehr im Herrn, ihrem Gott? Der Herr ihr Gott gab sie mir. Wieso stehst du auf deiner eigenen Kraft und daher überhaupt nicht? Wirf dich auf ihn. Hab keine Angst. Er wird sich nicht zurückziehen und dich fallenlassen.

Augustinus wusste, dass er nicht die Ressourcen in sich trug, um seine sexuelle Sünde zu überwinden. Aber, indem er sich auf Christus warf, fand er Gnade, die ihn dazu befähigte, die Gebote Gottes zu halten. Aus seiner Schwachheit und Gebrechlichkeit schrie Augustinus zu Gott und sagte: „Meine ganze Hoffnung steht in deiner außerordentlich großen Barmherzigkeit. Gib, was du befiehlst, und befiehl, was du willst!“

Wenn Gott ihn nicht durch Gnade entzünden würde, wusste Augustinus, dann würde er seine alten Gewohnheiten nie ablegen können. Aber in Demut und Abhängigkeit schaute er auf Gott, dass dieser ihm alles gab, was er benötigte, um Jesus in der Kraft des Heiligen Geistes treu zu folgen. Gnade heilt, indem sie uns alle Ressourcen schenkt, die wir benötigen, um Gott im Gehorsam zu folgen.

Gottes Gnade war für Augustinus genug, indem sie seine Sünden vergab und seine Wunden heilte. In Demut können wir zu demselben Gott kommen und unsere Neigung bekennen, dass wir unser Gut in Gottes Gaben statt in ihm, dem Geber, suchen. Dieser Gott vergibt, befreit und stellt uns in Christus Jesus wieder her, egal, was unsere sexuelle Sünde und Scham ist. Komm zu ihm und erlaube ihm, dein Herz zu erfüllen und deine Leidenschaften anzuziehen, indem er sie von den Vielen ablenkt und auf den Einen ausrichtet. In Schwachheit und Abhängigkeit wirst du Leben finden in dem lebendigen Gott.


Chuck B. Colson ist Rektor der Church of the Ascension, die ein Teil der PEARUSA ist und in Arlington, Virginia liegt. Du kannst ihm auf Twitter folgen. Dieser Artikel erschien zuerst bei The Gospel Coalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.