18 Dinge, die du für deine Gemeinde beten kannst

Artikel von 9MarksMinistries und Jonathan Leeman
18. Dezember 2017

Ist dir jemals beim Bibellesen aufgefallen, wie tiefgehend Paulus Gebete für die Gemeinden sind und wie sehr sie auf Gottes Reich ausgerichtet sind?

  • Für die Gemeinde in Thessalonich: „Deshalb beten wir auch allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig erachte der Berufung und dass er alles Wohlgefallen an der Güte und das Werk des Glaubens in Kraft vollende“ (2Thess 1,11; vgl. auch 1Thess 1,9-13).
  • Für die Gemeinde in Kolossä: „Deshalb hören auch wir nicht auf, von dem Tag an, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr mit der Erkenntnis seines Willens erfüllt werdet in aller Weisheit und geistlichem Verständnis, um des Herrn würdig zu wandeln zu allem Wohlgefallen, fruchtbringend in jedem guten Werk und wachsend durch die Erkenntnis Gottes“ (Kol 1,9-10).
  • Für die Gemeinde in Ephesus: „Deshalb höre auch ich (…) nicht auf, für euch zu danken, und ich gedenke euer in meinen Gebeten, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst.“ (Eph 1,15-17; vgl. auch 3,14-21)
  • Für die Gemeinde in Rom (Röm 15,14-33) und die Gemeinde in Philippi (Phil 1,9-11).

Es gibt gewiss noch mehr Stellen dazu. Wer sich noch mehr mit Paulus Gebeten beschäftigen will, dem empfehle ich Don Carsons hervorragendes Buch „Lernen, zu beten: Geistliche Erneuerung durch Gebet“ (3L Verlag).

Anfangen zu beten

Es ist vergleichsweise einfach, für uns selbst, unsere Familien und unsere Freunde zu beten. Doch wie können wir lernen, inniger und beständig für unsere Ortsgemeinde zu beten?

Zunächst einmal sollten wir einfach damit beginnen, es zu tun ­– und andere dazu ermutigen, es auch zu tun.

Als Hilfe schlage ich 18 Dinge vor, die du für die Gemeinde beten kannst. Sie sind nicht ganz so tiefgehend wie Paulus Gebete, da ich sie einfach und in Twitterlänge halten wollte. (Auch, weil ich nicht inspiriert bin.) Dennoch kannst du diesen Artikel ausdrucken und für zwei oder drei der untenstehenden Punkte pro Tag in der nächsten Woche beten – vielleicht in deiner Stillen Zeit, vielleicht beim Abendessen.

Außerdem solltest du darüber nachdenken, deine persönlichen Gebetsfavoriten daraus in Twitter oder Facebook zu kopieren, eingeleitet mit folgenden Worten: „Bete für deine Gemeinde, …“. Du musst auch nicht meinen Twitteraccount oder den von Evangelium21 kopieren. Man hat sowieso schon nicht genug Platz, und es geht auch nicht darum, wer es geschrieben hat. Vielmehr geht es darum, deine sozialen Netzwerke als Plattform zu nutzen, um andere zu ermutigen, für ihre Gemeinde zu beten.

Wer weiß? Eines Tages werden wir in der Herrlichkeit sehen, wie all das Gute von Gläubigen durch bewussteres Beten für ihre Gemeinden umgesetzt werden konnte.

Wofür sollen wir beten?

1. Dass wir Einheit inmitten von Unterschiedlichkeit haben ­– diejenigen zu lieben mit denen wir nichts gemeinsam haben, außer dem Evangelium.

2. Dass eine Kultur der Jüngerschaft entsteht, in der „Jünger machen“ als Teil des Christseins angesehen wird.

3. Dass treue Älteste die Schrift gebrauchen, um die Gemeindemitglieder für ihre Dienste auszurüsten.

4. Dass ein Hunger nach dem Studieren des Evangeliums unter den Mitgliedern entsteht, sodass sie sich untereinander leiten und schützen können.

5. Dass transparente, bedeutungsvolle Beziehungen normal werden und Anonym-bleiben fremd erscheint.

6. Die Verkündigung des Wortes Gottes ­– dass sie biblisch sorgfältig und vom Heiligen Geist durchdrungen ist.

7. Dass die Ältesten frei von jeder Anklage bleiben können, ferngehalten von Versuchung, Selbstgefälligkeit, Götzen und Weltlichkeit.

8. Dass die Gemeindelieder die Mitglieder biblisch lehren, Sünden zu bekennen, zu klagen und zu loben.

9. Dass die Gebete der Gemeinde voller biblischem Eifer, Ehrlichkeit und Demut sind.

10. Dass die erwachsenen Mitglieder Jüngerschaftsbeziehungen zu den Teenagern haben und sie nicht einfach irgendwelchen Gemeindeprogrammen überlassen werden.

11. Dass die verantwortlichen Lehrer der Gemeinde in ihrer Hingabe zu Gottes Wort wachsen, auch dann, wenn niemand sie sieht.

12. Dass sie sich von der Welt unterscheiden in Liebe und Heiligkeit, auch dann, wenn sie mit Außenstehenden zu tun haben.

13. Dass die Mitglieder das Evangelium diese Woche weitergeben – und mehr Bekehrungen erleben.

14. Dass die Mitglieder vorbereitet werden auf Verfolgung, sich daran erinnern, ihre Verfolger zu lieben und nicht zu verfluchen.

15. Dass die Hoffnung auf politische Veränderung von der Hoffnung auf den Himmel überboten wird.

16. Dass sie treu geben, aber auch fröhlich, beständig und opferungsvoll.

17. Dass mehr Mitglieder ihre Karriere benutzen, um das Evangelium an Orte zu bringen, an denen es vorher noch nicht gewesen ist.

18. Dass die Mitglieder gute Arbeit leisten und Gutes tun dieser Woche an ihrem Arbeitsplatz.

Fällt dir etwas ein, was ich vergessen habe? Dann bete dafür und teile es. Dies ist nicht die „offizielle Liste“ der 18 wichtigsten Dinge im Gebet. Sie sind einfach nur das Ergebnis der Überlegungen einer Person, während sie auf ihrem Bürostuhl gesessen hat.

Entscheidend ist für alle von uns, dass wir anfangen noch bewusster für unsere Gemeinden zu beten und andere ermutigen, es auch zu tun.


Jonathan Leeman ist Ältester in Capitol Hill Baptist Church in Washington, D.C., Chefredakteur bei 9Marks und Autor mehrerer Bücher, wie „Gemeindemitgliedschaft“. Der Artikel erschien zuerst bei TheGospelCoalition. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.

Jonathan Leeman Jonathan Leeman ist der Redaktionsleiter von 9Marks. Er ist Herausgeber der 9Marks Buchreihe sowie des 9Marks Journal. Jonathan lebt mit seiner Frau und seinen vier Töchtern in einem Vorort von Washington DC (USA) und ist Ältester der Cheverly Baptist Church.