Jesus unser Hirte
E21-Regionalkonferenz Österreich in Salzburg
(Salzburg, 03.10.2026) Der unendliche Gott offenbart sich in seinem endlichen Wort – der Bibel. Damit die Unendlichkeit Gottes erkannt werden kann, reicht es daher nicht aus, die Bibel nur in ihrer Breite zu studieren. Das langsame und tiefgehende Studium der Worte der Bibel hilft, mehr von dem unendlichen Gott zu sehen. Darum wurde bei der E21-Regionalkonferenz in der Chapel Salzburg vom 2. bis 3. Oktober über die sechs bekannten Verse aus Psalm 23 nachgedacht. Rund 75 Teilnehmer hörten den Vorträgen und Podiumsgesprächen vor Ort zu, die unter dem Thema „Jesus unser Hirte“ standen.
Der HERR ist mein Hirte
Hauptredner Larry Norman (Pastor der Leipzig English Church) weckte in seinem ersten Vortrag die Aufmerksamkeit der Zuhörer mit der Frage „Was fällt dir im ersten Vers des Psalms auf?“ – Viele denken an das Bild des Hirten oder daran, keinen Mangel zu haben. Doch nur wenigen fallen die ersten beiden Worte „Der HERR“ auf. Dabei sind diese ersten beiden Worte für die Wahrheiten des gesamten Psalms entscheidend. Larry Norman erinnerte daran, was sich hinter diesem Namen Gottes verbirgt: Gott ist grenzenlos, unwandelbar, allmächtig und überall. Gott schenkt Leben. Er rettet. Gott ändert seinen Plan und seine Verheißung nicht. Nur ein Gott, der sich nicht ändert, ist ein vertrauenswürdiger Gott.
Weiter stellte Norman fest, dass dieser Gott nicht irgendwann „mein Hirte“ ist, sondern jetzt – unabhängig davon, wie lange jemand schon im Glauben ist. Dieser Hirte erquickt und weidet. Er stillt jeden Mangel seiner Schafe. Gott weiß besser, woran es seinem Schaf mangelt, als das Schaf selbst, hob Norman hervor.
Der Hirte ist mein Freund
Im zweiten Vortrag sprach Norman über den vierten Vers von Psalm 23. Dabei betonte er, dass nicht die Angst der Gläubigen das Problem ist. Vielmehr ist die Frage entscheidend, wer oder was einen Gläubigen bestimmt. Jesus selbst durchlebte das finstere Todestal und hatte Angst. Er schwitzte Blut (vgl. Lk 22,44). Jesus ließ sich nicht von der Angst bestimmen, als er dem Tod immer näherkam. Er ließ Gott Herr sein. Jesus kannte den Vater zutiefst und vertraute ihm durch das Tal des Todes hindurch. Je mehr ein Christ Gott erkennt, desto mehr werden „und wenn ich auch“-Sätze sein Leben prägen, weil er verstehen wird, dass selbst der Tod ihm nichts anhaben kann, weil Gott mit ihm ist. Der Gläubige muss sich nicht fürchten, wenn er weiß, wer bei ihm steht, betonte Norman.
Der Freund ist mein Gastgeber
Im dritten Vortrag ging es um die beiden letzten Verse des Psalms. In diesen zeigt sich Gott als Gastgeber. Larry Norman hob hervor, dass Gott die Gläubigen wie Ehrengäste behandelt, denn in der Antike wurden die Füße und das Haupt eines Gastes mit Öl gesalbt. Dazu lässt Gott den Gast aus seinem Becher trinken, dem „Königsbecher“, der überfließt. Niemand hat dieses Privileg verdient, Gast Gottes zu sein und aus dem „Königsbecher“ zu trinken, außer Jesus. Doch Jesus trinkt an der Stelle aller Gläubigen den Kelch des Zorns Gottes. Gott ehrt alle Gläubigen mit seinem Tisch, seinem Kelch und seiner Liebe. Gott schenkt dadurch allen Gläubigen Anteil an seiner Ehre. Es sind Gottes Güte und Gnade, die alle Gläubigen nach Hause bringen, in die vollkommene Gemeinschaft mit Gott.
Spannende Fragerunde zur Auslegung von Psalm 23
Die Konferenzteilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre Fragen für ein Q&A einzureichen. Eine Auswahl dieser Fragen wurde dann von Larry Norman, Hannes Ramsebner (Pastor der Christus Gemeinde Dachstein-Tauern) und Alexander Reindl (Pastor der Hoffnungskirche Wipptal) beantwortet. Darunter waren Fragen wie „Meint HERR nicht immer Gott den Vater?“, „Warum legen wir die Psalmen christologisch aus?“ oder „Warum fühlt es sich so an, als würde es mir an etwas mangeln?“.
In der Beziehung zum Hirten wachsen
Im letzten Vortrag begegnete Hannes Ramsebner dem frustrierenden Gefühl, im Leben als Christ „stecken zu bleiben“ – kein Wachstum in der Beziehung zu Gott zu erleben. Hierbei betonte er, dass das Vorankommen nur mit einem Allradantrieb möglich ist. Gottes Wort, wie es die Bibel offenbart, ist dieser Allradantrieb. Es enthält alles, was für das Wachstum eines Christen notwendig ist. Das beständige Bleiben (vgl. Apg 2,42) in Gottes Wort, im Evangelium, ist der Antrieb für geistliches Wachstum (vgl. Tit 2,11–14). Die Bibel lädt ein, auf das Kreuz zurückzublicken, auf das, was Gott getan hat. Gleichzeitig lädt sie ein, nach vorn auf die Ewigkeit zu schauen, auf das, was Gott bereithält: eine unerschütterliche Hoffnung, eine Ewigkeit ohne Leiden, vollkommene Gerechtigkeit und Gemeinschaft mit ihm. Paulus’ Blick geht zwischen dem Kreuz und der Ewigkeit hin und her. Es ist wie das Prinzip eines Allradantriebs, so Ramsebner: Bleibt die Vorderachse stecken, so schiebt die Hinterradachse an, und umgekehrt.
Die Vorträge der Konferenz wurden aufgezeichnet und werden zeitnah online zur Verfügung gestellt.
Evangelium21 ist ein Netzwerk, bestehend aus Christen, die davon überzeugt sind, dass das Evangelium der Bibel Gottes Kraft zur Errettung und zum geistlichen Wachstum ist. Das Netzwerk möchte durch Konferenzen wie die E21-Regionalkonferenz Österreich und Veröffentlichungen von Beiträgen zu theologischen Themen Gemeinden im 21. Jahrhundert stärken.