Keine Angst vor der Offenbarung
E21-Frauenkonferenz 2026
(Bad Oeynhausen, 21.09.2026) „Keine Angst vor der Offenbarung!“, so wurden bei der diesjährigen Frauenkonferenz von Evangelium21 die Besucherinnen ermutigt, sich auch mit dem letzten Buch der Bibel zu beschäftigen und zu erkennen, dass und wie es in ihr Leben im Hier und Jetzt hineinspricht. In diesem Jahr war die Baptisten-Brüdergemeinde in Bad Oeynhausen Gastgeberin und hieß ihre Gäste aufs Herzlichste willkommen.
Ab 15 Uhr am Freitag, 18. September, strömten über 500 Besucherinnen auf das Gelände, um sich anderthalb Tage lang mit dem Thema „Gesegnet – Gottes Verheißung im Buch der Offenbarung entdecken“ auseinanderzusetzen. In über 30 angemeldeten Watchpartys waren außerdem in Deutschland, Österreich und Dänemark mehrere Hundert Frauen am Bildschirm mit dabei, und auch im Livestream wurde die Konferenz von vielen verfolgt.
Bibelstudium soll den Leser verändern
Nach einem Interview mit der Rednerin Nancy Guthrie, einer Bibellehrerin und Autorin aus Tennessee, folgte der erste Vortrag. Er diente als Einleitung zu den drei Vorträgen am Samstag und lud die Zuhörerinnen dazu ein, den Segen, den die Offenbarung allen verheißt, die sie hören und danach leben, nicht zu verpassen. Dabei entspreche, so Guthrie, dieser Segen nur bedingt den irdischen Segnungen, die wir in den sozialen Medien mit dem Hashtag blessed versehen. Nach einer Aufzählung der Gründe, warum Bibelleser dieses oft unverständliche und kontrovers diskutierte Buch links liegen lassen könnten, nannte sie Argumente dafür, es trotzdem zu studieren, und führte die Voraussetzungen für ein gelungenes Studium der Offenbarung an. Dabei betonte sie, dass das Bibelstudium nichts nütze, wenn es den Leser nicht verändere, und nannte ihr Ziel für die Vorträge: den Zuhörern Christus als das Lamm vor Augen zu malen und Faszination und Dankbarkeit für ihn zu wecken. Außerdem die Ernsthaftigkeit des Gerichts deutlich zu machen, aber gleichzeitig auch Sehnsucht nach dem Hochzeitsmahl hervorzurufen und die Hoffnung darauf, dass eines Tages alle Tränen abgewischt werden.
Größer als alles, was man sieht
Der erste von zwei Vorträgen am Samstagvormittag befasste sich mit den ersten acht Versen der Offenbarung. Diese Verse zeigen laut Guthrie auf, dass die gesamte Offenbarung als Brief an die Gemeinde zu verstehen sei, um ihr mitzuteilen, dass es einen König und ein Königreich gibt, die größer sind als alles, was man mit den Augen sieht. Dieser Brief ziehe den Vorhang beiseite, um Dinge zu enthüllen, die normalerweise unzugänglich seien. Durch seine dramatische und bildreiche Sprache rüttele er seine Zuhörer aus dem Alltagstrott auf und hole sie aus ihrer Apathie. Dabei zeige laut Guthrie schon die Beschreibung der Dreieinigkeit in der Grußformel die Vollkommenheit des himmlischen Absenders, führe die Zuhörer zur Anbetung und vermittele die Zuversicht, dass Gott die Kontrolle hat und sich alles so erfüllen wird, wie er es vorhersagt.
Nach einer kurzen Kaffeepause ging es weiter mit Kapitel 1, wobei die Rednerin wieder Vers für Vers durch den Text ging und ihn auslegte. Sie zeigte Jesus aus den Versen heraus als Herrscher auf, der trotz seiner ehrenvollen Position mitten unter seinem unvollkommenen Volk stehe, das durch die Leuchter repräsentiert werde. Anhand des Textes zeigte sie, dass Jesus in der Offenbarung nicht kompakt und überschaubar dargestellt werde, sondern in seiner Größe, Herrlichkeit und Majestät. Es sei genau dieser Blick auf den Herrn, der zum Segen für die Adressaten des Briefs werde, erklärte Guthrie.
Ein Blick in den Thronsaal
Der letzte Vortrag am Samstagnachmittag ermöglichte einen Blick in das Zentrum des Himmels, den Thronsaal. Überzeugend und kraftvoll malte Guthrie den Zuhörern vor Augen, dass sich dort alles um Gott dreht und nach und nach die gesamte Schöpfung in das neue Lied einstimmt und Gott und das Lamm anbetet. Ihre Darstellung der Szene lud dazu ein, dem Lamm schon jetzt von ganzem Herzen nachzufolgen, um dann im Himmel endgültig zu erkennen, wie lohnenswert die Nachfolge ist.
In allen vier Vorträgen spürte man Guthrie deutlich ab, dass sie zutiefst glaubt, was sie sagt. Ihre Vorträge waren klar strukturiert und gut vorgetragen, und immer wieder eingestreute Rückbezüge zu anderen Bibelstellen zeigten ihre Bibelkenntnis und ihr gutes Verständnis der Zusammenhänge. Ein offensichtlicher Gewinn dieser Konferenz war dabei wieder Petra Piater, die als Dolmetscherin dafür sorgte, dass die englischen Vorträge allen Zuhörern zugänglich waren.
Rahmenprogramm
Neben der Lehre und Ermutigung durch die Vorträge war der Austausch der Frauen untereinander ein Fokus der Konferenz. Dafür wurde nach dem Vortrag am Freitagabend ein Treffen für alle interessierten Frauen durchgeführt, bei dem Lilli Pankratz und zwei ihrer Mitarbeiterinnen von der Frauenarbeit in der EFG Unna berichteten und viele praktische Impulse gaben. Viele Nachfragen der Zuhörerinnen zeigten ihr großes Interesse am Thema und den Eifer der Frauen, diese Arbeit in ihren Gemeinden weiterzuentwickeln.
Darüber hinaus wurden von Linda Damerau, Eowyn Stoddard und Maria Derksen wertvolle Seminare zu den Themen Bibelstudium, Evangelisation und Single-Sein angeboten. Mehrere Stände, an denen sich die Frauen beispielsweise mit guter Literatur eindecken konnten, rundeten das Angebot ab und wurden gern wahrgenommen.
Insgesamt war es eine gelungene Konferenz mit viel Input und zahlreichen Möglichkeiten, durch Vorträge und das Netzwerken mit anderen belehrt, ermutigt und getröstet zu werden, und auch aus Sicht der ausrichtenden Gemeinde war es ein Event, für das sich der Einsatz gelohnt hat.
Ausblick
Die Vorträge der Konferenz werden kurzfristig in der Mediathek bereitgestellt und basierten auf einem von Nancy Guthries Büchern, das seit Kurzem auf Deutsch erhältlich ist: Gesegnet: Gottes Versprechen im Buch der Offenbarung für dich entdecken.
Das Ziel von Evangelium21, Gemeinden im deutschsprachigen Raum theologisch zu stärken und zu vernetzen, wurde durch die Frauenkonferenz weiter verfolgt. Um diesen Weg weiter zu beschreiten, wird es auch im Herbst 2027 wieder eine Frauenkonferenz geben. Details dazu werden über die Webseite bereitgestellt.
Über Evangelium21
Evangelium21 ist ein Netzwerk von Christen, das sich für eine bibeltreue, reformatorisch geprägte Theologie und geistliche Erneuerung im deutschsprachigen Raum einsetzt. Konferenzen, Veröffentlichungen und Schulungsangebote sollen dazu beitragen, das Evangelium im Zentrum von Glauben und Gemeinde zu halten. Informationen über weitere Veranstaltungen gibt es hier.