Leben als Christ

Mit Freude geben

Artikel von John Ferguson
8. September 2026 — 5 Min Lesedauer

Als Christen wissen wir: Geben gehört zu einem Leben, das von Gottes Gnade geprägt ist. Was uns anvertraut wurde, dürfen wir einsetzen, um unsere Gemeinden, christliche Werke, wohltätige Organisationen, unsere Familien und Menschen in Not zu unterstützen. Allerdings fällt uns das Geben nicht immer leicht. Und wenn uns das Geben an sich schon herausfordert, dann gilt das umso mehr für fröhliches Geben. Wie also können wir mit fröhlichem Herzen geben? Folgende drei Überlegungen sollen uns helfen, eine Haltung des fröhlichen Gebens zu entwickeln.

Freigiebigkeit spiegelt das Evangelium wider

Wenn wir lernen wollen, regelmäßig und gern zu geben, müssen wir zuerst verstehen, welche Bedeutung das Geben im Leben eines Christen hat.

Gottes Verheißung des Neuen Bundes lautet: „Denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten, und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken“ (Hebr 8,12; zitiert Jer 31,34). Diese Aussage beschreibt Gottes entschlossenen Willen, seinen Zorn nicht über seinem erwählten Volk auszugießen, sondern die Sünden zu vergeben. Diese Verheißung wurde durch das stellvertretende Werk Christi am Kreuz erfüllt. Als Höhepunkt seines Leidens trug Christus an unserer Stelle Gottes Zorn. Dieses Opfer geschah jedoch nicht widerwillig. Es war Ausdruck von Gottes eigenem Ratschluss und seiner Liebe, seinen Sohn für uns hinzugeben.

Fröhliches Geben zeigt dieselbe Bereitschaft und Freude, für andere zu sorgen. Darin spiegelt sich Gottes Großzügigkeit wider, der uns seinen Sohn im Evangelium schenkte. Freigiebiges Geben ist eine konkrete Frucht von Christi Sühnewerk in unserem Leben als Christen. Gott liebt seinen Sohn, weil er sein Leben hingab (vgl. Joh 10,17), und auch wenn wir ihn nur unvollkommen widerspiegeln, gilt doch: „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ (2Kor 9,7).

Wenn fröhliches Geben dem Vater gefällt, gilt im Umkehrschluss auch, dass ihm ein widerwilliges Geben missfällt. In 5. Mose 28,47–51 kündigt Gott seinem Volk Gericht an, weil es ihm nicht „mit fröhlichem und bereitwilligem Herzen“ gedient hat. Entscheidend ist also nicht nur, was wir tun, sondern auch, mit welcher Haltung wir es tun. Wer Gott gefallen möchte, soll deshalb nicht nur geben, sondern mit Freude geben.

Freigiebigkeit überwindet sündige Begierden

Unsere gefallene Natur neigt nicht zur Großzügigkeit, sondern zur Habgier. Sie betrachtet Geben oft als Verlust statt als Gewinn. An die Stelle der Freude tritt das Bedauern über das, was wir vermeintlich einbüßen. Statt zu fragen: „Wie kann ich helfen?“ oder „Was kann ich geben?“, kreisen unsere Gedanken um Fragen wie: „Was bekomme ich?“ oder „Was bringt mir das?“

Timothy Dudley-Smith hat diese innere Sorge im dritten Vers seines Liedes „Lord, for the Years“ treffend ausgedrückt: „Herr, für unser Land in dieser Generation – Menschen gefangen von Vergnügen, Reichtum und Sorgen … erhör unser Gebet.“ Auch Christen bleiben von diesen Versuchungen nicht verschont. Doch Christus schenkt den Glauben, der uns befähigt, ihnen zu widerstehen und stattdessen mit Freude zu geben – zur Ehre Gottes, zum Wohl anderer und zu unserem eigenen geistlichen Wachstum.

Wenn dir fröhliches Geben schwerfällt, hilft vielleicht gerade die biblische Gewissheit, dass Großzügigkeit auch dir selbst zum Besten dient. Zwar ist unser eigener Nutzen niemals das eigentliche Ziel des Gebens. Dennoch erinnert uns die Bibel daran, dass Gott diejenigen segnet, die großzügig handeln. So heißt es: „Sende dein Brot übers Wasser, so wirst du es nach langer Zeit wiederfinden“ (Pred 11,1). Jesus sagt: „Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“ (Mt 5,7). Und Paulus schreibt: „Lasst uns aber im Gutestun nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten“ (Gal 6,9). Wer darauf vertraut, dass Gott seine Verheißungen erfüllt, wird erkennen, dass fröhliches Geben niemals vergeblich ist.

Freigiebigkeit bezeugt Jesus Christus als Herrn

Fröhliches Geben gehört zu den grundlegenden Ausdrucksformen eines christlichen Lebens. Wer freigiebig ist, macht seine Freude nicht von den Umständen, seinem Besitz oder seiner persönlichen Situation abhängig. Denn sie gründet sich auf Gottes Gegenwart in Christus.

Schon das Alte Testament beschreibt die Freude, die aus Gottes Gegenwart erwächst: „Vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!“ (Ps 16,11). Im Neuen Testament offenbart sich Christus selbst als diese Quelle der Freude, weil er wahrer Gott ist. Deshalb konnte Jesus seinen Jüngern selbst in bedrohlichen Situationen zurufen: „Seid getrost!“ Für den Gläubigen ist schon die Gegenwart Christi Grund zur Freude. Deshalb verweist Jesus, wenn er seine Jünger zur Zuversicht aufruft, auf seine Gegenwart: „Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!“ (Mt 14,27) und „Seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ (Joh 16,33).

Fröhliches Geben hängt nicht davon ab, wie viel wir besitzen oder wie sicher unsere Zukunft erscheint. Es gründet auf der Verheißung Christi, dass er uns niemals verlassen noch versäumen wird. Gerade in Zeiten von Mangel oder Unsicherheit wird fröhliches Geben deshalb zu einem kraftvollen Zeugnis für die Herrschaft Christi und seine vollkommene Genugsamkeit. Wir suchen oft nach Möglichkeiten, Christus vor der Welt zu bezeugen. Eine davon ist ein Leben freigiebiger Freude.

Wir haben gesehen: Christus ist der Ursprung unseres freudigen Gebens, weil er sich selbst für uns hingegeben hat. Durch den Glauben befähigt er uns, mit derselben Haltung zu leben. Und er ist auch das Ziel unseres Gebens, denn durch unsere Großzügigkeit wird seine Herrschaft sichtbar und sein Name verherrlicht. Darum wollen wir mit Freude geben und unserem Herrn Jesus Christus danken, der uns aus Gnade alles schenkt, was wir brauchen, um ihm treu nachzufolgen.