Fünf Gründe, warum die Bundestheologie für den Alltag wichtig ist
Die Gemeinde, der wir als Familie angehören, trägt den Namen Christ Covenant Church. Die Schule, die von unserer Gemeinde betrieben wird und auf deren Campus sie untergebracht ist, heißt Covenant Day School. Sowohl die zu unserer Denomination zugehörige Hochschule als auch ihr theologisches Seminar tragen den Namen Covenant. Dennoch wissen viele Menschen nicht (selbst diejenigen, die Teil solcher Gemeinden oder akademischer Einrichtungen sind), was es mit der Bundestheologie (engl. covenant theology) auf sich hat und welchen Unterschied sie macht. Deshalb werde ich im Folgenden fünf Gründe nennen, warum die Bundestheologie für den Alltag wichtig ist, und damit hoffentlich auch insgesamt zu einem besseren Verständnis der Bundestheologie beitragen.
1. Die Bundestheologie erinnert uns an ein vollkommenes Versprechen
Wenn jemand uns gegenüber ein Versprechen bricht und wir verwirrt oder am Boden zerstört sind, erinnert uns die Bundestheologie daran, dass es jemanden gibt, der uns ein besseres Versprechen gegeben hat. Wir hätten niemals die Initiative ergreifen können, um eine Beziehung zu unserem Schöpfergott aufzubauen. Umso erstaunlicher ist es, dass er durch seinen Bund die Hand nach uns ausgestreckt hat. Er hat versprochen: „Ich will in eurer Mitte wandeln und euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein“ (3Mose 26,12). Wenn du heute aufgrund eines gebrochenen Versprechens am Boden zerstört bist, darfst du hier Trost finden. Gott hat uns in Christus erwählt, sein Volk zu sein, und er steht immer zu seinen Verheißungen.
2. Die Bundestheologie erinnert uns daran, dass die Bibel ein lebendiges Buch ist
Wenn wir versucht sind, unser Leben nach anderen Büchern auszurichten, anstatt uns zuerst Gottes Wort zuzuwenden, erinnert uns die Bundestheologie daran, dass die Bibel das bessere Buch ist. Sie offenbart das Gesamtbild davon, wer Gott ist und wer wir sind. Durch sein Wort offenbart er uns unsere Bedürftigkeit und Not (die sich im Bund der Werke zeigt) und seine vollkommene Versorgung (die sich im Bund der Gnade zeigt). Gottes Wort wird dir die Wunder seines Gesetzes offenbaren (vgl. Ps 119,18). Seine Worte „sind reine Worte“ (Ps 12,7). Es bezeugt beständig Christus (vgl. Joh 5,39). Es hat die Kraft, die Seele zu bekehren (vgl. Ps 19,8). Es tröstet Gottes Volk (vgl. Röm 15,4). Gott selbst ist sein Verfasser, und es ist „nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2Tim 3,16–17).
3. Die Bundestheologie erinnert uns daran, dass Christus das Zentrum unserer Geschichte ist
Wenn wir versucht sind, zu glauben, unsere Leiden, unsere Sünde oder unser Dienst würden den Kern unserer Identität ausmachen, erinnert uns die Bundestheologie daran, dass Christus im Mittelpunkt sowohl unserer Geschichte als auch der großen Erlösungsgeschichte Gottes steht. Zur Erfüllung des Erlösungsbundes vollbrachte Christus die Erlösung, die Gott der Vater vorherbestimmt hatte, und die durch den Heiligen Geist gewirkt und auf uns angewandt wird (vgl. Joh 17,1–26; Eph 1,3–14; Hebr 13,20). Christus ist der zweite Adam, der Leben statt Tod brachte (vgl. Röm 5,12–21). Er ist der endgültige Noah, der sein Volk durch das Kreuz rettete (vgl. Kol 2,12–15). Er ist der endgültige Abraham, in dem alle Geschlechter der Erde gesegnet sind (vgl. Eph 2,11–22). Er ist der Prophet, der größer ist als Mose (vgl. Hebr 3,1–6). Er ist der bessere David, der in vollkommener Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit regiert (vgl. Apg 2,25–36), und als er seinen Jüngern seinen Tod erklärte, tat er dies mit Begriffen aus der Bundessprache (vgl. Lk 22,20), womit er offenbarte, dass er die Erfüllung des Neuen Bundes ist, der den Höhepunkt des Gnadenbundes darstellt.
4. Die Bundestheologie erinnert uns an die Implikationen der freien Gnade Gottes
Wenn wir versucht sind, zu glauben, dass entweder unsere guten Werke zu unserer Erlösung beitragen oder unsere Sünden uns unsere Erlösung kosten könnten, erinnert uns die Bundestheologie daran, dass sowohl unsere Rechtfertigung und Adoption vor Gott als auch unsere Heiligung freie Gnadenakte Gottes sind (vgl. Kleiner Westminster Katechismus, Fragen 33–35). Alle verdienen Gottes Zorn (vgl. Eph 2,1–3), aber Gott ist reich an Erbarmen und Liebe und rettet sein Volk aus Gnade (vgl. Eph 2,4–5). Diese Erlösung ist keine Möglichkeit, sondern eine Gewissheit (vgl. Eph 2,6–7). Gottes Ruf ist wirksam, weil Gott unsere Erlösung beschlossen hat (vgl. Eph 2,8–9). Deshalb können wir darauf vertrauen, dass Gott das Werk der Erlösung, das er in uns begonnen hat, auch vollenden wird (vgl. Eph 2,10; Phil 1,6). Dies rechtfertigt weder Zügellosigkeit noch Gesetzlichkeit, sondern befreit uns vielmehr, „der Heiligung [nachzujagen], ohne die niemand den Herrn sehen wird!“ (Hebr 12,14).
5. Die Bundestheologie erinnert uns daran, dass wir als Gläubige Teil einer Gemeinschaft sind
Wenn wir meinen, unser Leben vollkommen unabhängig und individualistisch gestalten zu können, erinnert uns die Bundestheologie daran, dass Christen zu einer besonderen Gemeinschaft gehören. Wenn wir errettet werden, werden wir Teil der Familie Gottes. In dieser Gemeinschaft sollen wir einander mit den geistlichen Gaben dienen, die Christus uns geschenkt hat (vgl. Eph 4,7–8). Wir sollen gemeinsam wachsen und unser Wandel soll von Wahrheit, Liebe, Licht und Weisheit geprägt sein (vgl. Eph 4,25; 5,1–5.8–9.16–21). Wir sollen uns am Tag des Herrn versammeln, um ihn gemeinsam anzubeten (vgl. Hebr 10,25). In dem Bewusstsein, dass Christus König ist und seine Gegenwart uns umgibt, sollen wir alle Völker zu Jüngern machen (vgl. Mt 28,18–20). Und dabei richten wir unseren Blick auf unsere zukünftige Stadt, das neue Jerusalem, in dem wir das Antlitz unseres geliebten Bräutigams schauen und die geistlichen Segnungen genießen werden, die uns in Christus zustehen. Wir werden die Erfüllung der Verheißungen Gottes feiern und mit unseren Brüdern und Schwestern aus jedem Stamm, jeder Sprache und jeder Nation das Lamm Gottes anbeten in alle Ewigkeit (vgl. Offb 22,1–5).
Zusammenfassung
Die Bundestheologie ist von unschätzbarem Wert für unseren Alltag, weil sie uns auf das Evangelium verweist. Durch Christus haben die Gläubigen eine bessere Hoffnung empfangen, die auf einem besseren Bund beruht, der wiederum auf besseren Verheißungen gründet, welche bessere Güter in einem besseren Land garantieren (vgl. Hebr 7,19.22; 8,6; 10,34; 11,16).