Bibel und Theologie

Brachte Jesus andere zum Schweigen?

Artikel von Hans Bayer
10. Juni 2026 — 14 Min Lesedauer

Brachte Jesus Menschen und Dämonen zum Schweigen? Allgemein gesagt: Er musste die vollständige Offenbarung seiner Identität zurückhalten (vgl. Mk 7,24; 8,30; 9,9.30), da Gottes Messias sterben und von den Toten auferstehen musste, um den Thron als ewiger Messias-Herrscher zu besteigen (vgl. Apg 2,36; Joh 6,15). Während der Zeit seines öffentlichen Wirkens bestand daher die Erwartung der endgültigen Offenbarung seiner ungewöhnlichen messianischen Identität (vgl. Mk 9,9).[1]

Historisch gesehen erwartete das volkstümliche Judentum zur Zeit Jesu einen davidischen, politischen messianischen König, der aufstehen würde, um das jüdische Volk von der römischen Unterdrückung und Unreinheit zu befreien. Es sind noch verschiedene andere Formen messianischer Erwartungen der Juden zur Zeit Jesu bekannt,[2] doch handelte es sich dabei nicht um allgemeine oder vorherrschende Ansichten. Die steigende Hoffnung auf einen politischen Messias unter dem jüdischen Volk (insbesondere unter den Pharisäern; vgl. z.B. Apg 5,36–37) in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n.Chr. ging einher mit eingeschränkten alttestamentlichen messianischen Erwartungen (vgl. die enge Fokussierung auf 2Sam 7,12–14.16 im Judentum zur Zeit des Zweiten Tempels; vgl. 4QFlor [Schriftrollen vom Toten Meer] I, 11–13).

Diese Einschränkung wurde durch die Erinnerung an den Aufstand der Makkabäer geprägt.[3] Dieser Aufstand hatte um 164 v.Chr. zur Wiederherstellung der Theokratie Israels geführt. Dies wurde als Sieg Gottes angesehen, der Guerillakämpfer ermutigt hatte, sich einer großen Militärmacht zu widersetzen. Zur Zeit Jesu könnte dieser längst vergangene Aufstand zu einer der wichtigsten Brillen geworden sein, durch die das Alte Testament von einem unterdrückten Volk gelesen wurde. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand zu einem Aufstand gegen Rom aufrufen würde, war daher hoch.

Ganz allgemein hegte das Volk Israel also eine vorgefasste Erwartung an seinen kommenden Messias (vgl. Joh 6,15). Eine solche politisch eingeschränkte Erwartung stand sicherlich im Widerspruch zu den herausfordernden messianischen Ansprüchen und der Mission Jesu (siehe unten). Wenn man die einzigartigen Ansprüche von Gottes Messias, also von Jesus, in den historischen Kontext der engen messianischen Erwartung des Judentums der Zeit des Zweiten Tempels einfügt, steht man vor einem scheinbar unüberwindbaren Konflikt. Sollte Jesus auch nur ansatzweise wie die bisher erwartete politisch-messianische Gestalt handeln (z.B. Mk 11,1–10), könnte dies eine politische Revolte auslösen (vgl. Joh 6,15).

Jesus, der ewige Sohn Gottes, sollte einen sehr umfassenden Plan und ein breites Spektrum alttestamentlicher Erwartungen daran erfüllen, wie Gott befreien würde, während sich die allgemeine messianische Erwartung auf eine ganz bestimmte Hoffnung konzentrierte, nämlich die politische Befreiung.

Jesus bringt Dämonen zum Schweigen

„Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch mit einem unreinen Geist, der schrie und sprach: Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! Aber Jesus befahl ihm und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Da zerrte ihn der unreine Geist hin und her, schrie mit lauter Stimme und fuhr von ihm aus. ... Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachten sie alle Kranken und Besessenen zu ihm. Und die ganze Stadt war vor der Tür versammelt. Und er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn.“ (Mk 1,23–26.32–34)

Indem sie ihm einen Namen geben, versuchen die bösen Geister verzweifelt, irgendeine Form von Macht über Jesus auszuüben. Obwohl es wahr ist (vgl. Mk 1,34), dass Jesus der „Heilige Gottes“[4] (Mk 1,24) ist, lässt er sich nicht auf eine Diskussion mit ihnen ein und bringt den unreinen Geist schnell zum Schweigen (vgl. Sach 3,2; Mk 3,11–12; 5,7), denn er duldet ihre Versuche nicht, Macht über ihn auszuüben, indem sie ihm einen Namen geben.

Der Exorzismus (vgl. Mk 5,7) untermauert die Autorität Jesu, zu lehren, und flößt Ehrfurcht ein (vgl. Mk 10,24.32). Jesus stellt alles infrage und weist alles zurück, was den legitimen Ansprüchen und Absichten Gottes gegenüber seiner Schöpfung entgegensteht. Ein Exorzismus am Sabbat ruft jedoch Widerstand hervor, da er im pharisäischen Judentum als Verstoß gegen die mosaischen Gesetze zum Sabbat angesehen wird (vgl. Mk 3,1–2). Andererseits verbreitet sich der „Ruhm“ Jesu, was den Widerstand weiter schürt.

Jesu Reaktion ist barmherzig: „Er heilte viele“ (vgl. Mk 2,12; 3,2.10; 6,5). Er „trieb viele Dämonen aus“, wiederum mit der Aufforderung zum Schweigen (vgl. Mk 1,25; 3,12), sowohl als Ausdruck der Barmherzigkeit als auch, um seine göttliche Befugnis, zu lehren und zu führen, zu bekräftigen (vgl. Mk 1,38).

Es ist wichtig, drei Adressaten und damit Gründe für die vielfältigen Schweigegebote Jesu zu unterscheiden:

  1. Dämonen (vgl. z.B. Mk 1,25.34; 3,12), weil sie keine Macht erlangen oder behalten sollen, indem sie sprechen
  2. Geheilte (vgl. z.B. Mk 1,45; 5,43; 7,36; Joh 11,54), weil dies ganz offensichtlich die Bewegungsfreiheit Jesu einschränkt
  3. seine Jünger (vgl. z.B. Mk 8,30; 9,9), denn sie verstehen noch nicht, dass der Messias Gottes sowohl sterben als auch auferstehen muss, bevor er erhöht wird und seine ewige Herrschaft antritt (Mk 8,31; 10,45; 14,25).

Jesus stellt alles infrage und weist alles zurecht, was den legitimen Ansprüchen und Absichten Gottes gegenüber seiner Schöpfung entgegensteht.

Jesus bringt die Geheilten zum Schweigen

„Und es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen! Da erbarmte sich Jesus über ihn, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt! Und während er redete, wich der Aussatz sogleich von ihm, und er wurde rein. Und er ermahnte ihn ernstlich und schickte ihn sogleich fort und sprach zu ihm: Hab acht, sage niemand etwas; sondern geh hin, zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis! Er aber ging und fing an, es vielfach zu verkündigen, und breitete die Sache überall aus, sodass Jesus nicht mehr öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einsamen Orten; und sie kamen von allen Seiten zu ihm.“ (Mk 1,40–45)

Diese Verse beschreiben die erste im Markusevangelium erzählte Aufforderung an einen Geheilten, zu schweigen. „Zeige dich dem Priester“ ist nach jüdischem Gesetz notwendig, damit der Geheilte von einem Priester für zeremoniell rein erklärt und so gesellschaftlich wieder aufgenommen werden kann (vgl. 3Mose 14,2–31; siehe die wiederholten Hinweise auf die Reinigung in Mk 1,40–45). Zweitens scheint Jesus diesen Befehl als Erweis seiner Macht speziell gegenüber den Priestern zu erteilen: „ihnen zum Zeugnis“. Inmitten der Spannung zwischen den praktischen Schweigegeboten Jesu und seinem konkreten Befehl, vor den Priestern Zeugnis abzulegen, könnte sich hier bereits das übergeordnete Motiv abzeichnen, dass Jesu Dienst für ihn zeugt. Die von Jesus Berührten werden zu gegebener Zeit mit ihrem verwandelten Leben Zeugnis davon geben, wer Jesus ist und was er getan hat (vgl. Mk 13,9; Mk 6,11). Im Gegensatz dazu werden die Gegner Jesu falsches Zeugnis ablegen (vgl. Mk 14,56–57) und damit gegen das mosaische Gesetz verstoßen (vgl. Mk 10,19).

Die Dämonen müssen still bleiben; bei dem Geheilten ist die Freude jedoch so groß, dass er die ernste und praktische Aufforderung Jesu zum Schweigen nicht beachtet. Der Mann macht sich auf, alles zu verkünden und die Nachricht von seiner Reinigung zu verbreiten. Infolgedessen wird die Bewegungsfreiheit Jesu eingeschränkt. Immer mehr Menschen aus verschiedenen Regionen suchen ihn auf – er kann sich nicht mehr verbergen.[5]

„Und er gebot ihnen, sie sollten es niemand sagen; aber je mehr er es ihnen gebot, desto mehr machten sie es bekannt.“ (Mk 7,36)

Diese Aufforderung zum Schweigen in Markus 7, nachdem Jesus einen Tauben geheilt hat (vgl. z.B. Mk 1,44; 5,20.34; 8,26), gilt für alle, die die Heilung miterlebt haben. Trotz des strengen Verbots Jesu (griech. diastellō, „ich befehle“; vgl. Mk 5,43; 7,36; Apg 15,24) gehen der Geheilte und diejenigen, die die Heilung miterlebt haben, hin und erzählen anderen davon (vgl. Mk 1,45). Jesus wiederholt offenbar das Gebot: „Je mehr er es ihnen [verbot], desto mehr machten sie es bekannt.“ Jesu Schweigegebot an verschiedene Geheilte spricht vielleicht auch dafür, dass er nicht möchte, dass Heilungen und Exorzismen fälschlicherweise als Kern seiner Mission angesehen werden, während er eigentlich alle dazu aufruft, von Sünde und Eigenwillen umzukehren und auf ihn und damit auf den dreieinigen Gott zu vertrauen.

Jesus bringt diejenigen zum Schweigen, die gesehen haben, wer er ist

„Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und den Jakobus und den Johannes zu sich und führt sie allein beiseite auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verklärt, und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß wie Schnee, wie kein Bleicher auf Erden sie weiß machen kann. Und es erschien ihnen Elia mit Mose, die redeten mit Jesus. Und Petrus begann und sprach zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind! So lass uns drei Hütten bauen, dir eine und Mose eine und Elia eine! Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren voller Furcht. Da kam eine Wolke, die überschattete sie, und aus der Wolke kam eine Stimme, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören! Und plötzlich, als sie umherblickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein. Als sie aber vom Berg herabgingen, gebot er ihnen, niemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden sei. Und sie behielten das Wort bei sich und besprachen sich untereinander, was das Auferstehen aus den Toten bedeute.“ (Mk 9,2–10)

Jesu Gebot an die drei Jünger, erst nach seiner Auferstehung von den Toten über die Verklärung zu sprechen (vgl. Mk 9,9), ist notwendig, da seine Jünger noch immer einen politischen, davidischen Messias erwarten (vgl. Mk 8,32–33). Auch wenn Petrus durch göttliche Offenbarung (vgl. Mt 16,17) erklärt hat, dass Jesus der Messias ist (vgl. Mk 8,29), kennt er noch nicht das wahre und volle Wesen Jesu als ewiger Sohn Gottes (vgl. Mk 12,6; Ps 2,1–12; 110,1.5) und als Menschensohn (vgl. Mk 8,38; Dan 7,13–14), der leiden muss, um für die Sünden vieler Sühne zu leisten (Mk 8,31; 10,45; 14,24; Jes 52,13–53,12).

Als sie vom Berg herabsteigen (vgl. 2Mose 34,29), erteilt Jesus seinen drei Jüngern ein eindringliches Schweigegebot. Er gebietet ihnen zu schweigen, um eine Volksbewegung zu verhindern, die ihn in die Rolle eines politischen Freiheitskämpfers drängen (vgl. Joh 6,15) und damit seinen Weg des Leidens und des Sühneopfers behindern würde. In diesem konkreten Zusammenhang verstehen die Jünger noch nicht, was die Auferstehung Jesu von den Toten bedeutet (vgl. Mk 8,31), da sie die Auferstehung der gesamten Menschheit am Ende dieses Zeitalters und nach dem Kommen Elias erwarten (vgl. Dan 12,2).[6] Erst später werden sie erkennen, dass das Kommen Johannes des Täufers tatsächlich die Erfüllung des erwarteten Kommens Elias war. Ebenso werden sie erst später erkennen, dass die Auferstehung Jesu nicht mit der allgemeinen Auferstehung am Ende dieses Zeitalters gleichzusetzen ist.

„Und er sprach zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! Und er gebot ihnen ernstlich, dass sie niemand von ihm sagen sollten.“ (Mk 8,29–30)

Petrus spricht oft als Vertreter der Zwölf.[7] In Markus 8 bekennt er Jesus als den Messias, das heißt, als den von Gott gesalbten Führer.[8] Nach Petrus’ Erwartung wird dieser Messias das jüdische Volk von der römischen Unterdrückung befreien (vgl. Joh 6,15).[9] Zwar ist das Bekenntnis des Petrus tatsächlich von Gott gegeben (vgl. Mt 16,17; Mk 13,21), doch es ist unzureichend (vgl. Mk 8,31–33; 15,32).

Der messianische Menschensohn wird viel höher erhoben (vgl. Dan 7,13–14; Ps 110,1.5; Mk 8,38; 12,35–37) und viel tiefer erniedrigt (vgl. Jes 52,13–53,12; Mk 8,31; 10,45) sein, als allgemein erwartet wird. Dies wird in Mk 14,62 deutlich, wo Jesus sich vor dem Hohepriester vollständig zu erkennen gibt. Deshalb gebietet Jesus seinen Jüngern an dieser Stelle, zu schweigen: „Und er bedrohte sie, dass sie niemandem von ihm sagen sollten“ (Mk 8,30 LUT).

Jesus stellt seine Fragen nicht, um etwas zu erfahren, sondern um seinen Jüngern und uns zu helfen, Wahrheit und Wirklichkeit zu entdecken. Was seine Jünger erwarten, nämlich einen Befreier von der römischen Unterdrückung aus dem Hause Davids, ist nicht das, wozu Jesus gekommen ist. Er geht bereitwillig in den Tod am Kreuz, um seine Nachfolger vor allem von der Unterdrückung der Sünde und damit von der Feindschaft gegen Gott zu befreien. Er bricht auch die Macht Satans und alles Bösen.

Zusammenfassung

Kommen die heutigen Nachfolger Christi mit ihren eigenen Plänen zu ihm, oder nehmen sie das an, was Jesus in ihr Leben bringen wollte? Erkundigen sie sich nach dem Auftrag und Plan Gottes? Die Nachfolger Jesu von heute stehen vor denselben Herausforderungen wie die ersten Jünger: Haben die heutigen Jünger einen Plan für das Leben Jesu, wie es beispielsweise Petrus tat (vgl. Mk 8,32), obwohl sie wissen, wer Jesus ist (vgl. Mk 8,29)? Oder streben sie danach, an Gottes Plänen mitzuwirken? Ein Nachfolger Christi muss sich vor Augen halten, dass derjenige, dem er sein Leben anvertraut, vertrauenswürdig, barmherzig und mächtig ist. Christus liebt seine Nachfolger und leitet sie.


1 Ein außerbiblisches Beispiel für die Notwendigkeit, als messianischer Anwärter bestätigt zu werden, ist Simon ben Kosiba (Bar Kokhba). Rabbi Akiva war überzeugt, dass Bar Kokhba der Messias sei, und bezog sich dabei auf 4. Mose 24,17 und Haggai 2,21–23 (vgl. Babylonischer Talmud, Sanhedrin 97b). Bar Kokhba scheiterte jedoch kläglich.

2 Eine Reihe unterschiedlicher Erwartungen im Judentum der Zeit des Zweiten Tempels sind als weniger verbreitete Hoffnungen dokumentiert. Dazu gehört die Erwartung eines priesterlichen Messias in Qumran (1QS IX, 11; 4QTest; CD 7). Einige erwarteten einen gesalbten Propheten (Psalmen Salomos 17 und 18). Wieder andere erwarteten einen himmlischen Menschensohn (Äthiopischer Henoch, 37–71). Vgl. John J. Collins, The Scepter and the Star: Messiahs of the Dead Sea Scrolls and Other Ancient Literature, New Haven, CT: Doubleday, 1995, S. 209.

3 Das zweite Makkabäerbuch beschreibt, wie Antiochus IV. Epiphanes, der das Seleukidenreich regierte, vergeblich versuchte, die gesetzestreuen Juden unter seiner Herrschaft zu hellenisieren. Er versuchte, die Juden zu zwingen, gegen das mosaische Gesetz zu handeln (z.B. Schweinefleisch zu essen), und entweihte zudem den Tempel in Jerusalem (2Makk 6,1–2). Dem darauffolgenden Aufstand unter der Führung der Makkabäer gegen die Seleukiden und insbesondere der Wiedereinweihung des Tempels für Jahwe (164 v.Chr.) wurde später am Fest Chanukka (= „Wieder­einweihung“; vgl. Joh 10,22) gedacht. 2. Makkabäer 8,1–4 beschreibt den Beginn des Aufstands: „Judas aber, der auch Makkabäus genannt wurde, und seine Gefährten drangen heimlich in die Dörfer ein, riefen ihre Stammesgenossen zusammen und rekrutierten diejenigen, die am jüdischen Glauben festgehalten hatten, und so versammelten sie etwa 6.000 Mann. Sie beteten inständig zum Herrn, er möge auf das Volk blicken, das von allen unterdrückt wurde, und Erbarmen haben mit dem Tempel, der von gottlosen Menschen entweiht worden war, und Gnade walten lassen über die Stadt … und sich auch an die gesetzlose Vernichtung der unschuldigen Säuglinge und die Lästerungen erinnern, die gegen seinen Namen begangen worden waren.“ Der Bericht beschreibt die Ereignisse, die größtenteils zwischen 167 v.Chr. (als der Makkabäeraufstand begann) und 164 v.Chr. stattfanden.

4 Vgl. Joh 6,69; Apg 3,14; 1Joh 2,20.

5 Z.B. Mk 1,45; 2,1–2; 3,7–12.20; 6,31–33.53–56; 7,24–25.

6 Siehe auch Mk 9,12; 6,14.16; 12,18–27.

7 Z.B. Mk 1,36–37; 8,32; 9,5; 10,28; 11,21; 14,29; Mt 15,15; Lk 8,45; Joh 6,68; Apg 1–9.

8 Vgl. 2Sam 7,14–16; Ps 2; Jer 23,5–6; Mk 14,61; 15,32; Joh 10,24.

9 Das in Johannes 6,66–69 geschilderte Ereignis könnte zu einem Zeitpunkt im Wirken Jesu (vgl. Joh 6,59; 7,1.40–43; 8,1) stattgefunden haben, der später liegt als der in Mk 8,27–30 beschriebene.