Spielt die Religion keine Rolle, solange wir Gott hingebungsvoll anbeten?
In der heutigen Welt ist die Ansicht weit verbreitet, dass Gott die Anbetung aller Religionen akzeptiert, solange der Anbeter aufrichtig ist. Für diese Ansicht gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt in der Schrift. Tatsächlich zeigt uns die Bibel von der ersten bis zur letzten Seite das genaue Gegenteil.
Dies wird im ersten der Zehn Gebote sehr deutlich: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ (2Mose 20,3). In der Welt des Alten Orients, in der Israel lebte, gab es die verschiedensten Religionen und „Götter“. Religionen, die von Gott abgelehnt werden. Warum? Die sogenannten Götter dieser Religionen sind in Wahrheit keine echten Götter, sondern stehen für dämonische Mächte. Ihre Verehrung ist für Gott ein Gräuel (vgl. 3Mose 17,7; 5Mose 32,16–17). Dasselbe lehrt der Apostel Paulus im Neuen Testament (vgl. 1Kor 10,20).
Als Jesus in der Wüste von Satan versucht wurde, zitierte er 5. Mose 6,13: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!“ (Mt 4,10). Das ist ein klarer Exklusivitätsanspruch. In der Menschwerdung wurde das Wort, das bei Gott war und das Gott war, Fleisch und wohnte unter uns (vgl. Joh 1,1.14). Er ist jetzt der eine Mittler zwischen Gott und den Menschen (vgl. 1Tim 2,5). Es gibt keinen anderen.
Würde Gott die Anbetung aller Religionen annehmen, wären die Menschwerdung, der Tod und die Auferstehung Christi völlig überflüssig gewesen.
Jesus selbst drückte die Exklusivität des Christentums klar aus, als er sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Joh 14,6). „Niemand“ bedeutet niemand. Deshalb verkündete Petrus, erfüllt vom Heiligen Geist, über Jesus: „Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen!“ (Apg 4,12). Für all jene, die Rettung suchen, gibt es keinen anderen Weg.
Würde Gott die Anbetung aller Religionen annehmen, hätte es das Opfer Christi nicht gebraucht – schließlich gab es bereits im ersten Jahrhundert eine Vielzahl von funktionierenden Religionen. Wenn Gott jede Religion akzeptiert, ist der Missionsbefehl überflüssig. Die Verkündigung des Evangeliums wäre nichts als Zeitverschwendung.
Doch Gott akzeptiert keine andere Religion als die, die er uns in seiner Gnade selbst geschenkt hat. Er lehnt jede Religion ab, die die Anbetung des Schöpfers durch die Anbetung des Geschaffenen ersetzt. Gott nimmt keine falsche Anbetung an. Was Gott jedoch sehr wohl annimmt, sind die Anbeter aus jeder noch so fernen Religion – wenn sie von ihren falschen Wegen umkehren, Buße tun und ihr Vertrauen allein auf Jesus Christus setzen.