Von Generation zu Generation
(München, 04.05.2026) „Von Generation zu Generation erklingt die eine Wahrheit – vom Anfang bis zum Ende der Zeit.“ Mit diesen Worten sangen rund 1200 Teilnehmer das eigens für die diesjährige E21-Hauptkonferenz geschriebene Lied. Die Hauptkonferenz fand vom 30. April bis zum 2. Mai in der Arche-Gemeinde Hamburg statt. Vorträge, Podiumsdiskussionen und Seminare standen unter dem Thema „Glaube, der bleibt – von Generation zu Generation“.
Einheit fördern
Der Hauptredner der Konferenz, Ken Mbugua, ist leitender Pastor der Emmanuel Baptist Church in Nairobi, Kenia und Leiter von Ekklesia Afrika. Sein Anliegen und seine Leidenschaft für die Weitergabe des Evangeliums an die nächste Generation, insbesondere an Leiter der nächsten Generation, brachte er in zwei Vorträgen zum Ausdruck. Er warnte die Zuhörer mit eindringlichen Worten davor, Leiter zu suchen, die zwar begabt seien, aber nicht an der Einheit des Volkes Gottes interessiert seien. Da Gott selbst in Jesus Christus am Werk sei, alle Dinge in ihm zusammenzubringen, so könnten auch nur diejenigen Gottes Gemeinde richtig leiten, die Gottes Kirche vereinen, anstatt sie zu spalten: „There’s no place for division, not even in the tiniest habit” (dt. „Es gibt keinen Platz für Spalterei, nicht einmal in den kleinsten Gewohnheiten“), so Mbugua.
Außerdem erinnerte er die Konferenzteilnehmer an das Gebet als Anwendung des Evangeliums: Kinder Gottes können in ihren schwächsten Momenten zu ihm kommen, wenn sie nichts mehr vorzuweisen hätten. Dort zeigten sich besonders Gottes bedingungslose Annahme und Gnade. Gebet sollte daher kein Ort für ein schlechtes Gewissen sein, sondern so natürlich wie das Ein- und Ausatmen.
In die Menschen vor Ort investieren
Begleitend zu Ken Mbuguas Vorträgen wurde auf der Konferenz fortlaufend durch den 2. Timotheusbrief gepredigt. Matthias Lohmann (Pastor der FeG München-Mitte) und Alexander Reindl (Pastor der Hoffnungskirche Wipptal, Österreich) verwiesen auf die Tatsache, dass sich christliche Beziehungen im alltäglichen Leben abspielen. In einer Zeit wachsenden digitalen Einflusses sollten Christen lernen, sich primär auf die Menschen zu fokussieren, mit denen sie ihr Leben teilen. Dabei sei Jüngerschaft nicht mit einem Fertiggericht zu vergleichen, betonte Alexander Reindl. Es gehe nicht um „maximale Dichte, mit schnellem Profit und höchster Zufriedenheit“, sondern darum, sich mit Geduld in die Menschen vor Ort zu investieren, denn dabei präge man nicht nur eine, sondern auch die nachfolgenden Generationen. Er rief zu einer „leidenschaftlichen Unaufgeregtheit“ im Dienst auf. Christen seien aufgerufen, mit Gottes Wort zu arbeiten, um Menschen zu gewinnen. Entscheidend sei dabei aber, dass nicht der Mensch, sondern Gott die Frucht schenkt.
Herzen auf dem Rückzug
Rudi Tissen (Pastor der EFG Unna) stellte den Teilnehmern Donnerstagnachmittag die Frage, warum wir Christen uns so oft für unseren Glauben schämen. Er sprach den Teilnehmern aus dem Herzen, als er erklärte, dass wir uns oft schämen, da wir die Größe des Evangeliums vergessen. Man wolle schlafende Herzen von Menschen ja nicht aufwecken, ja niemandem auf die Füße treten. Dabei ist „das Evangelium zu groß, zu wahr, zu schön, um uns dafür zu schämen“, ermutigte Rudi Tissen. Er ermahnte die Prediger, ihren Zuhörern das Evangelium als etwas Faszinierendes und Begeisterndes vorzustellen, sodass Menschen immer wieder neu von seiner Größe beeindruckt werden. Er betonte: „Der Heilige Geist ist der Bewahrer des Evangeliums und er lässt ängstliche Kinder Gottes nicht allein.“
Die Gefahr der Selbstzentriertheit
Am Freitagnachmittag sprach Daniel Knoll (Pastor der Immanuel-Gemeinde Wetzlar) anhand 2. Timotheus 3,1–17 über die Gefahr der Selbstzentriertheit. Er ermahnte die Zuhörer, nicht Leistung und Erfolg im christlichen Leben mit göttlicher Kraft und Echtheit zu verwechseln. Dabei „ist und bleibt das Evangelium der beste Schutz vor jeder, auch christlichen, Form von Selbstzentriertheit“, ermutigte Daniel Knoll die Teilnehmer. Das Evangelium erinnere daran, dass der Mensch nicht aus eigener Kraft vor Gott bestehen könne. Es bewahre Christen davor, auch im Dienst für Gott letztlich sich selbst ins Zentrum zu stellen.
Wahrheit und Liebe
Larry Norman (Pastor der Leipzig English Church) betonte am Freitagvormittag in einem Vortrag, die Bedeutung der klaren Auslegung der Heiligen Schrift. „Nichtige Schwätzereien“ (2Tim 2,16) seien jene, die die Worte der Bibel verdrehen. Das Evangelium müsse in seiner ganzen Wahrheit gelehrt werden, nicht reduziert werden aufgrund gesellschaftlicher oder persönlicher Präferenzen. Der Timotheusbrief ermahne die Zuhörer aber auch, dass Charakter genauso wichtig sei wie gesunde Lehre. Larry Norman rief zum Gebet für die nächste Generation der Kirche auf: „Wir sollten beten, dass die Generation nach uns noch fester in Gottes Wort steht als wir und noch freundlicher und sanftmütiger Gottes Liebe ausstrahlt als wir.“
Den Lauf lange laufen
Die Konferenz wurde durch Seminare und Podiumsdiskussionen ergänzt. Ein zentrales Anliegen war es, die Konferenzteilnehmer zu ermutigen, geistliche Verantwortung für die nächste Generation zu übernehmen. Dabei wurde immer wieder betont, dass es sowohl klare biblische Lehre als auch gelebte liebevolle Gemeinschaft brauche.
Ein Höhepunkt der Konferenz war das Podiumsgespräch zum Thema „Den Lauf lange laufen“ mit Pastor Wolfgang Wegert, Pfarrer Ulrich Parzany und Wolf Christian Jaeschke, langjähriger Mitarbeiter in der Studentenmission. Auf die Frage, welche klassischen Stolpersteine es im geistlichen Dienst gebe, antwortete Parzany, es seien die vier altbekannten Fallen Sex, Geld, Macht und Eitelkeit. Er selbst habe einen Seelsorger, mit dem er sehr offen über seine eigenen Sorgen und Anfechtungen reden könne. Wolfgang Wegert betonte, wie wichtig theologische Festigkeit sei. Ihm persönlich hätten Charles Haddon Spurgeon und Joni Eareckson Tada sehr dabei geholfen, seine reformierte Sichtweise zu vergewissern.
Die Hauptvorträge der Konferenz wurden live übertragen und aufgezeichnet und sollen in den kommenden Wochen online zur Verfügung gestellt werden. Die Aufnahmen der Seminare werden ebenfalls schrittweise über den Podcast von Evangelium21 bereitgestellt.
Evangelium21 möchte Impulse setzen, durch die Gemeinden geistlich gestärkt werden. Die Hauptkonferenzen richten sich besonders an Mitarbeiter und Leiter von Ortsgemeinden, werden aber auch von vielen jungen Christen besucht. Seit der ersten Konferenz im Jahr 2011 ist das Anliegen unverändert: das Evangelium von Jesus Christus in den Mittelpunkt zu stellen und seine Weitergabe an kommende Generationen zu fördern.