Christ – und jetzt?
Jemand kommt neu zum Glauben und ist begeistert von Jesus – doch wie geht es jetzt weiter? Was genau ist eigentlich bei der Bekehrung passiert? Wie kann ein (junger) Christ Gott immer besser kennenlernen? Und welche Konsequenzen hat sein neuer Glaube für sein alltägliches Leben?
In ihrem Buch Christ – und jetzt? Starthilfe für dein Leben mit Jesus gelingt es Peter Krell und Florian Gostner, diese Fragen einfach, klar, aber doch tiefgehend zu beantworten und so ein Fundament für die Nachfolge zu legen. Es ist ein Buch, das ich gern selbst nach meiner Bekehrung gelesen hätte (am liebsten zusammen mit einem reiferen Christen). Ich möchte gern zeigen, warum.
Anschauliche Vermittlung der Grundlagen
Krell und Gostner veranschaulichen in den ersten drei Kapiteln das Evangelium, indem sie die Geschenke durch den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist darstellen. Die Vorgehensweise ist einfach, aber hilfreich. Zunächst erklären sie anhand eines Bibeltextes das Werk der jeweiligen Person des dreieinigen Gottes, veranschaulichen es mit einem sinnvollen Beispiel, fassen die Hauptaussage jeweils in einer Art Merksatz zusammen und wenden es auf das Leben an.
Ich möchte exemplarisch anhand des ersten Kapitels aufzeigen, wie es dabei gelingt, tiefe theologische Wahrheiten auf einfache Grundaussagen herunterzubrechen. Die Autoren gelangen dort anhand von Römer 5,1–2 zu folgender Hauptaussage: „Gott hat dich für gerecht erklärt, nicht weil du es verdient hättest, sondern weil Jesus für dich bezahlt hat.“ (S. 23)
Die Anwendung daraus hat tiefe Bedeutung für den Alltag. Anhand des Beispiels eines Waisenkindes, welches in eine Königsfamilie aufgenommen wird, wird die Folge der Rechtfertigung dargelegt:
„Stell dir vor, ein Waisenkind wird in eine Königsfamilie adoptiert. Plötzlich hat es freien Zugang zum Palast und kann jederzeit zum König kommen. Niemand könnte ihm den Zugang verwehren. Genau das ist mit dir passiert. Du hast »freien Zugang zu der Gnade«. Du kannst direkt zu deinem himmlischen Vater kommen, weil Jesus den Weg freigemacht hat. In dieser Gnade lebst du jetzt – das ist deine neue Realität als Kind Gottes. Früher warst du vielleicht definiert durch deine Leistung, dein Aussehen, deinen Erfolg oder deine Fehler. Jetzt bist du definiert durch Gottes Liebe zu dir. Du bist sein geliebtes Kind.“ (S. 24)
Und weil die Gnade nun das Leben bestimmt, können Christen gnädig und liebevoll mit anderen Menschen umgehen (vgl. S. 25).
In dieser Weise erklären Krell und Gostner im ersten Teil des Buches das Evangelium. Dabei gelingt es ihnen immer wieder, mit anschaulichen Illustrationen Kernwahrheiten einfach zu vermitteln und daraus praktische Schlüsse zu ziehen.
Diese Vorgehensweise kennzeichnet auch die beiden weiteren Teile des Buches. In Teil 2 sprechen die Autoren über die Mittel, die Gott für unser Wachstum in der Beziehung zu ihm gebraucht:Bibel, Gebet und Gemeinschaft. Erfrischend beschreibt Peter Krell z.B. anhand eines Vergleichs mit seinen Kindern, wie sehr Gott sich darüber freut, wenn Christen zu ihm kommen und mit ihm reden, ihn bitten und ihm danken:
„Ich ... erlaube mir im Sommer manchmal einen kleinen Spaß mit meinen Kindern. Ich stehe in ihrer Nähe, in dem Wissen, dass sie mich hören, und sage dann halblaut zu mir selbst etwas wie: ‚Mann, ist das heiß heute. Jetzt wäre ein kühles Eis perfekt!‘ Dann gehe ich mit einem Grinsen im Gesicht weg, weil ich weiß, dass sie mir gleich hinterherrufen: ‚Papa, dürfen wir bitte, bitte ein Eis haben?‘ Und dann kommt der beste Teil. Ich sage ‚Ja‘ und während sie sich über das Eis freuen, freue ich mich am meisten über ihre Freude. Mit dem Gebet ist es ähnlich. Unser Vater freut sich, wenn seine Kinder sich an ihn wenden und darüber, sie zu beschenken.“ (S. 62)
Im letzten Teil geht es dann um die Beziehung zu anderen Menschen. Gott möchte Christen gebrauchen, um die Freude des Evangeliums weiterzugeben. Dazu schenkt er ihnen Gaben, Zeit, Besitz und die Möglichkeit zum Zeugnisgeben. Die Autoren machen in diesem sehr praktischen Teil klar: Gott möchte auch junge Christen sofort gebrauchen, trotz ihrer Unvollkommenheiten. Das zeigen sie eindrücklich anhand der vier genannten Themen auf.
Fazit
Nicht nur sind die Inhalte erfrischend, sondern auch der Schreibstil und die gesamte Aufmachung des Buches sind klar und zugänglich. Die Autoren schreiben in einfachen Worten, kurzen Sätzen und bringen wichtige Inhalte gut auf den Punkt. Gerade diese kurzen, deutlich hervorgehobenen Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels finde ich sehr gelungen und hilfreich.
Auch wenn die Autoren immer wieder verschiedene Herausforderungen benennen, die auf Christen zukommen, hätte ich mir noch mehr Klarheit in dem Punkt gewünscht, dass Christen sich von der ersten Sekunde an mitten in einem Kampf gegen die unsichtbare Welt befinden (vgl. Eph 6,10–20). Diese Betonung hätte ihre Ausführungen zum Inhalt des Evangeliums, zu den Mitteln des Wachstums und die praktischen Anwendungen umso wertvoller gemacht.
Christ – und jetzt? zeigt eindrücklich und verständlich die Grundlagen des Glaubens auf. Es ist meine herzliche Empfehlung, dieses Buch als Tauf-, Bekehrungs-, oder Gemeindeaufnahmegeschenk zu nutzen (wenn die Person junger Christ ist). Wie die Autoren vorschlagen, sollte das Buch idealerweise in einer Jüngerschaftsbeziehung gelesen werden. Die Fragen am Ende jedes Kapitels laden zum weiteren Nachdenken und Vertiefen des Gelesenen ein und eignen sich hervorragend für Begleitung von Menschen, die frisch zum Glauben gekommen sind. Ich werde das Buch auf jeden Fall so einsetzen.
Buch
Peter Krell & Florian Gostner, Christ – und jetzt? Starthilfe für dein Leben mit Jesus, Bad Oeynhausen: Verbum Medien 2026, 140 Seiten, 12,90 €. Das Buch kann auch direkt beim Verlag bestellt werden.