Hoffnung finden in Zeiten schwerer Krankheit
An dem fünften Geburtstag meines Sohnes saß ich fast 1000 Kilometer entfernt in einem Krebszentrum und sah zu, wie Chemotherapie aus Infusionsbeuteln in meinen Körper floss. Ich kämpfte gegen eine seltene Form von Krebs, und meine notwendige Teilnahme an einer klinischen Studie zwang mich dazu, meinen Mann und meine drei kleinen Kinder für mehrere Monate zu verlassen.
Meine irdische Hoffnung war ernsthaft bedroht. Meine Gesundheit war verschwunden, und sie riss meine Energie, mein Haar und meine geplante Zukunft mit sich. Anstatt mich um meine Familie zu kümmern, waren meine Tage mit Sitzen in Wartezimmern, Bluttransfusionen, medizinischen Tests und Nickerchen gefüllt. Ich verpasste wertvolle Meilensteine mit meinen Kindern und wusste nicht, ob ich überhaupt noch welche erleben würde.
In den Prüfungen von Krebs und dem Überleben brauchte ich eine Hoffnung, die den Achterbahnfahrten meiner gesundheitlichen Herausforderungen standhalten konnte. Dank Gottes Barmherzigkeit und Gnade haben wir eine solche Hoffnung, an die wir uns klammern können: unseren Herrn und Retter, Jesus Christus. Petrus schrieb seinen ersten Brief an leidende Christen wie dich und mich, um uns zu versichern, dass unsere lebendige Hoffnung in Christus durch irdische Prüfungen nicht erschüttert wird und bis zu ihrem glorreichen Ende bestehen bleibt.
Unsere lebendige Hoffnung
Petrus beginnt seinen Brief mit der guten Nachricht von unserer lebendigen Hoffnung:
Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten (1Petr 1,3).
Wir gehören nicht einem Retter, dessen Körper noch im Grab liegt. Er ist von den Toten auferstanden und hat damit den Sieg über Tod und Sünde errungen (vgl. 1Kor 15,54–57). Seine Auferstehung ist erst der Anfang der Auferstehungsgeschichte. Er ist die Erstlingsfrucht der Auferstehung, und alle, die zu ihm gehören, werden ewig leben, weil er unsere lebendige Hoffnung ist (vgl. 1Kor 15,20–23).
Wenn wir unter den Auswirkungen schwerer Krankheiten leiden, werden wir schnell müde und entmutigt. Wir können die Hoffnung verlieren, dass das Leben jemals wieder normal wird. Doch gerade in diesen dunklen Momenten können wir uns an unsere lebendige Hoffnung klammern – an unseren Retter, der das Grab überwunden hat. Wir haben eine lebendige Hoffnung, weil wir einen lebendigen Retter haben.
Unsere unerschütterliche Hoffnung
Nicht nur sind wir zu einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren worden, sondern wir sind auch wiedergeboren worden zu einem „unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das im Himmel aufbewahrt wird für uns, die wir in der Kraft Gottes bewahrt werden durch den Glauben zu dem Heil, das bereit ist, geoffenbart zu werden in der letzten Zeit“ (1Petr 1,4–5).
Diejenigen, die zu Christus gehören, können über das Leiden dieser Welt hinaus auf ein sicheres Erbe blicken. Die Krankheiten, die unsere physischen Körper gnadenlos verwüsten, können das Erbe nicht gefährden. Die Umstände, die uns überwältigen, können seine ewige Vollkommenheit und Reinheit nicht mindern. Nichts kann das bedrohen, was Gott im Himmel für uns aufbewahrt.
Wie können wir mit Sicherheit wissen, dass wir dieses unvergängliche Erbe erhalten werden? Petrus sagte, wir werden von Gottes Macht durch den Glauben bewahrt. Es hängt nicht von unserer eigenen Kraft oder der Stärke unseres Glaubens ab. Wir empfangen dieses Erbe durch Gottes Barmherzigkeit, und wir bewahren es durch Gottes Macht. Unsere Hoffnung ist unerschütterlich, weil Gottes Festhalten an uns unerschütterlich ist (vgl. Joh 10,27–29).
Unsere herrliche Hoffnung
Als Petrus über diese lebendige, unerschütterliche Hoffnung schrieb, war er sich der Prüfungen des Lebens sehr wohl bewusst. Und doch ermutigte er uns, uns zu freuen, selbst wenn wir durch Leiden betrübt sind:
„Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi“ (1Petr 1,6–7).
Gottes Verheißungen lenken unseren Blick weg von unseren vorübergehenden Problemen zu unserer ewigen Herrlichkeit. Wegen Gottes Werk in uns beweist die Prüfung des Leidens, dass unser Glaube echt ist. Wenn Christus zurückkehrt, wird der Glaube, den Gott in uns durch diese Prüfungen kultiviert hat, „zu Lob und Herrlichkeit und Ehre“ führen (1Petr 1,7). Diese Herrlichkeit kann sich auf die Herrlichkeit Christi, die Herrlichkeit, die wir mit ihm empfangen, oder beides beziehen. Aber wir wissen, dass unsere Zukunft mit Christus herrlich sein wird, und das ist ein Grund, sich mitten im Leiden heute zu freuen.
Unsere Hoffnung in Christus ist ein fester Zufluchtsort, wenn Schmerz uns verzehrt, Angst uns überwältigt und Veränderungen an unserem Körper und unserer Zukunft uns erschöpfen. Aufgrund unserer lebendigen, unerschütterlichen, herrlichen Hoffnung können wir mit Petrus sagen: „Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus“ (1Petr 1,3).