„Die Sonne kam raus und das Lied erklang“
Francis Schaeffer und dekonstruktivistische Spiritualität
Im Jahr 1951 erlebte Francis Schaeffer eine Glaubenskrise, die er und seine Frau Edith später als sein „Heuboden‑Erlebnis“ betiteln sollten. Nachdem er die inkonsequente christliche Praxis bei den Menschen um ihn herum und in seinem eigenen Leben beobachtet hatte, erklärte Schaeffer, er müsse zu seinem Ausgangspunkt zurückkehren und seine gesamte Position in Bezug auf das Christentum neu überdenken. Er gab an, er sei an den Anfang seines Denkens zurückgekehrt und habe sich durch all seine Überzeugungen in Bezug auf das Christentum hindurchgearbeitet, wobei er zu dem Schluss kam, dass es tatsächlich wahr ist.
Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen und der daraus folgenden theologischen Überzeugungen bietet Francis Schaeffer ein einzigartiges Modell für die Auseinandersetzung mit modernen „dekonstruktivistischen“ Ansätzen in der christlichen Theologie und Lebenspraxis. Besonders hervorzuheben ist, dass Schaeffer in seiner eigenen Glaubenskrise seine apologetische Methode anwandte – einen verifikationalen und zugleich seelsorgerlichen Ansatz. Seine anschließenden Überzeugungen und die daraus folgenden Anwendungen in Bezug auf den christlichen Glauben liefern eine hilfreiche Orientierung und ein Vorbild für die breitere „dekonstruktivistische“ Diskussion.
Dieser Artikel soll nun darlegen, dass Francis Schaeffers eigene spirituelle Krise und ihr stillschweigender Einfluss auf sein Leben ein Beispiel dafür sind, wie ein Christ erhebliche Zweifel und Krisen durchleben und gleichzeitig die heute populären destruktiven „dekonstruktivistischen“ Praktiken vermeiden kann. Zu Beginn und um Klarheit zu schaffen, werde ich die gängigen Verwendungen des Begriffs „Dekonstruktion“ in Bezug auf christliche Spiritualität und theologische Überzeugungen untersuchen. Ich möchte zwischen der Verwendung des Begriffs durch Derrida und der gängigen Nomenklatur rund um „Dekonstruktion“ unterscheiden. Anschließend werde ich einen kurzen Überblick über Schaeffers „Heuboden-Erfahrung“ geben, einschließlich der Ereignisse, die dazu führten und darauf folgten. Abschließend werde ich versuchen zu zeigen, dass Francis Schaeffers eigene Erfahrung und in der Folge seine eigene apologetische Methode und sein praktisches Leben ein hilfreiches Modell bieten, um mit erheblichen spirituellen und theologischen Zweifeln umzugehen und Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen, mitfühlend zu begleiten.
1. Verwendungen von „Dekonstruktion“
Einige haben Schaeffers geistliche Krise als eine Art Midlife‑Crisis, abgetan.[1] Auch wenn Schaeffer sich wohl nicht in dem heute philosophisch üblichen Sinne auf die „Dekonstruktion“ eingelassen hat, so nahmen er selbst und die Menschen um ihn herum diese Erfahrung durchaus ernst. Burson und Walls sprechen in diesem Zusammenhang von einer „voll ausgeprägten geistlichen Krise“.[2] Schaeffer erklärte, er sei zurückgegangen und habe seine grundlegendsten Glaubensannahmen überdacht. Wie Lane Dennis anmerkt, hätten die Ereignisse, die dieser Krise vorausgingen, Schaeffers Glauben beinahe zerstört.[3] Schaeffers Ehefrau Edith beschrieb diese Zeit als ein „Suchen“, einen „Kampf“ und ein „Umdenken“.[4] Ebenso brachte das Überwinden dieser geistlichen Krise eine beträchtliche, wenn auch nicht gegensätzliche, Verschiebung in seinem Denken und seinem geistlichen Leben mit sich. Auffällig war Schaeffers neu gewonnene Einsicht, dass „im Leben nichts von Bedeutung ist, sofern es darin keine geistliche Realität gibt“.[5] Schaeffer erlebte zweifellos eine Glaubenskrise, in der er seine Glaubenssätze überdachte und bereit war, bedeutende Änderungen vorzunehmen – bis hin zu der Überlegung, das gesamte Glaubenssystem aufzugeben.
Weil Leser heute möglicherweise infrage stellen, ob Schaeffers Erfahrung zur „dekonstruktivistischen“ Definition passt, ist es wichtig, zu klären, was mit diesem Begriff jeweils genau gemeint ist. Da „Dekonstruktion“ ein schillernder Begriff sein kann, ist es wichtig – wenn auch schwierig –, ihn differenziert zu verwenden. Mindestens drei Verwendungsweisen finden sich in der allgemeinen Nomenklatur: (1) eine Spielart derridaischer Dekonstruktion, (2) ein Anliegen, das Christentum von unterschiedlichen Formen kulturellen Ballasts zu befreien, und (3) eine Bewegung hin zu einer Bestätigung von Zweifeln an der rechtgläubigen Gestalt des Christentums.[6] Diese knappe Auflistung erschöpft die möglichen Verwendungsweisen des Begriffs freilich nicht.[7] Dennoch ist es wichtig, diese verbreiteten Bedeutungen der Reihe nach zu betrachten.
Zunächst ist da die Dekonstruktion von Jacques Derrida, einem poststrukturalistischen Philosophen. Derrida ist dafür bekannt, sich mit Texten und Bedeutung in einem Prozess auseinanderzusetzen, den er „Dekonstruktion“ nannte. In seiner eigenen Philosophie griff Derrida auf Martin Heidegger zurück.[8] Anders als Heidegger verfolgte Derrida keinen dialektischen Ansatz, der in einer Art Synthese münden würde. Derrida ging es nicht um eine formale Methode. Seine Philosophie gleicht eher einer Axt, die an die Wurzel von Ideen gelegt wird, mit dem Ziel, bestehende Hierarchien zu erschüttern. Wie Stewart Kelly und James Dew anmerken, zielt Derridas „Dekonstruktion“ darauf ab, „die westliche philosophische Tradition und ihre Verpflichtung auf die Metaphysik zu untergraben und zu delegitimieren“.[9] Derrida verwarf klassische platonische Vorstellungen von wahren Formen und Wesenheiten sowie grundlegende Definitionen der Dinge selbst. Er war der Ansicht, man solle sich zwar mit Bedeutung auseinandersetzen; nicht aber, um sie herzustellen (zu konstruieren). Stattdessen würde er den Leser auffordern, Bedeutung zu hinterfragen, zu konfrontieren und letztlich zu dekonstruieren. Dieser Ansatz ist aufgrund seiner inhärent skeptischen Hermeneutik zutiefst subversiv. Auch wenn manche im evangelikalen und weiteren christlichen Kontext diese Verwendung im Blick haben mögen, gebrauchen die meisten den Begriff „Dekonstruktion“ offenbar in einem allgemeineren, umgangssprachlicheren Sinn.
Die zweite Verwendung des Begriffs bezieht sich auf das Anliegen, das Christentum von vermeintlichem „kulturellem Ballast“ zu befreien. Menschen, die das Wesen des Christentums klären und unglückliche kulturelle Anlagerungen entfernen wollen, bedienen sich grob gesagt des Begriffs in diesem Sinne.
Der Ansatz geht davon aus, dass eine bestimmte Gestalt des Christentums zu sehr von der Ausgangskultur vereinnahmt wurde und deshalb „dekonstruiert“ werden muss, um sichtbar zu machen, was zu einem treu gelebten Christentum gehört – und was nicht. Während dieses Vorgehen bestimmte Bestandteile des Christentums loszuwerden sucht, zielt es nicht darauf ab, das Fundament des Glaubens selbst anzugreifen. Man könnte argumentieren, dass dieser Ansatz mehr „konstruierend“ oder „rekonstruierend“ ist als „dekonstruierend“.
Der dritte Gebrauch des Begriffs „Dekonstruktion“ ist eine Zurückweisung des orthodoxen bzw. rechtgläubigen Christentums – zumindest in Teilen. Diejenigen, die den Begriff so verwenden, würden sagen, dass die Lehre „X“, die mit der historischen christlichen Position übereinstimmt und ihr entspricht, keine Position ist, der sie zustimmen oder die sie annehmbar finden, und dass sie deshalb entweder diese Lehre oder das Christentum als Ganzes verwerfen. Prominent in diesen Diskussionen sind die Themen Geschlecht und Sexualität, auch wenn sich weitere Themen nennen ließen.[10] In einer Kultur, in der der Schwerpunkt auf persönlicher Autonomie und Glück liegt, haben die historischen christlichen Positionen zu Geschlecht und Sexualität viele dazu veranlasst, das Christentum insgesamt kurzerhand abzulehnen.
Diese drei Verwendungsweisen schließen sich nicht immer gegenseitig aus, was unvermeidlich zu noch größerer Verwirrung führt. Menschen machen oft nicht deutlich, in welchem Sinn sie ihre Begriffe verwenden. Stattdessen verschwimmen die Grenzen zwischen den Kategorien leicht und lassen sich nur schwer entwirren. So kann es etwa sein, dass diejenigen, die einen Teil des orthodoxen Christentums zurückweisen oder entfernen wollen, zugleich mit einer bewusst subversiven Hermeneutik wie der Derridas reagieren. Oder Menschen, die kulturelle „Zusatzebenen“ entfernen möchten, stellen dabei unbeabsichtigt historische christliche Positionen infrage. Selbst wenn jemand ausdrücklich nur eine der Verwendungsweisen einsetzt, können dennoch unterschwellige Anklänge an die anderen im Spiel sein.
Die Verwirrung zwischen diesen Kategorien scheint der Kern all der unfruchtbaren Rede über Dekonstruktion zu sein. Sicherlich sind weitere Gespräche und Analysen darüber notwendig, wie die geistlichen Verwendungsweisen von Dekonstruktion richtig definiert und verstanden werden können. So wie die obige Taxonomie aber da steht, ist Francis Schaeffer besonders bei den beiden letzten Kategorien hilfreich. In seinem Werk und Beispiel bietet er einen Ansatz, der von Menschen, die von Praktiken der Dekonstruktion fasziniert sind, als Modell dienen und nachgeahmt werden kann.
2. Das Heuboden-Erlebnis
Im Jahr 1951 erlebte Francis Schaeffer zwei Monate lang eine tiefe spirituelle Krise – sein Heuboden-Erlebnis (engl. „hayloft experience“). Schaeffer befand sich in einer Phase tiefer theologischer und spiritueller Zweifel.[11] William Edgar stellt klar, dass Schaeffer zwar zu Depressionen neigte – ein Punkt, den auch Edith in ihrer Autobiografie nicht verschweigt. Jedoch war dieses Ereignis weit mehr als nur ein psychologisches Problem.[12]
Obgleich die Ursachen dieser Krise komplex waren, nennt Schaeffer selbst zwei wesentliche Probleme, die sie auslösten. Erstens sah Schaeffer „wenig Realität in den Dingen, von denen die Bibel so deutlich sagt, dass sie das Ergebnis des Christentums sein sollten“.[13] Schaeffer wurde in einem weitgehend streiterfüllten und fundamentalistischen presbyterianischen Umfeld bekehrt und erzogen. Innerhalb seiner Konfession wurde weiterhin großer Wert auf Orthodoxie gelegt und eine strikte Trennung von denen praktiziert, die bestimmte doktrinäre und ethische Standards nicht erfüllten. Obwohl Schaeffer Verständnis für diese Anliegen der doktrinären Reinheit hatte und dieses auch sein ganzes Leben lang beibehielt, empfand er es als zutiefst beunruhigend, dass diese Orthodoxie nicht mit sichtbarer Liebe und Einheit einherging. Dies stellte jedoch nur eine Hälfte seiner Bedenken dar.
Zweitens erkannte Schaeffer, dass es in seinem eigenen Leben an dem mangelte, was er „wahre Geistlichkeit“ nannte. Er erkannte, dass das Problem nicht nur außen und bei anderen lag, sondern war auch besorgt bezüglich seiner eigenen Gesetzlichkeit und seines Moralismus.[14] Einige vermuten, dass diese Sorgen nach Schaeffers persönlicher Begegnung mit Karl Barth – die unschön endete – in den Vordergrund traten.[15] Jedenfalls verpflichtete Schaeffer sich, „zurückzugehen und [seine] ganze Position zu überdenken“. Er selbst beschreibt die Zeit seiner geistlichen Krise wie folgt:
„Ich sagte Edith, dass ich um der Ehrlichkeit willen ganz zu meinem Agnostizismus zurückkehren und die ganze Sache durchdenken müsse. Ich bin mir sicher, dass dies eine schwierige Zeit für sie war, und ich bin mir sicher, dass sie in jenen Tagen viel für mich gebetet hat. Ich ging in den Bergen spazieren, wenn es klar war, und wenn es regnete, lief ich auf dem Heuboden des alten Chalets, in dem wir wohnten, hin und her. Ich ging spazieren, betete und dachte darüber nach, was die Heilige Schrift lehrt, und überprüfte meine eigenen Gründe, Christ zu sein. Als ich meine Gründe für mein Christsein überdachte, erkannte ich erneut, dass es völlig ausreichende Gründe gibt, um zu wissen, dass der unendliche, persönliche Gott existiert und dass das Christentum wahr ist. Als ich weiter nachdachte, erkannte ich noch etwas anderes, das einen tiefgreifenden Unterschied in meinem Leben ausmachte. Ich untersuchte, was die Bibel über die Realität als Christ sagt. Allmählich erkannte ich, dass das Problem darin bestand, dass ich bei all den Lehren, die ich erhalten hatte, nachdem ich Christ geworden war, wenig darüber gehört hatte, was die Bibel über die Bedeutung des vollendeten Werkes Christi für unser jetziges Leben sagt. Allmählich kam die Sonne heraus und das Lied kam.“[16]
Schaeffer grübelte zwei Monate lang in den Bergen und auf dem Heuboden über ihrer Hütte. Er war begierig darauf, die grundlegendste Frage des christlichen Glaubens zu beantworten: Ist er wahr? Nach dieser Erfahrung war er nicht nur davon überzeugt, dass das Christentum wahr ist. Er war auch davon überzeugt, dass diese Wahrheit für das ganze Leben gilt. Diese geistliche Krise spielte eine wichtige, wenn nicht gar zentrale Rolle in Schaeffers Leben.[17] Er begann sofort, sein verändertes Denken mit Freunden und Kollegen zu diskutieren, was einen abrupten Wandel in seinem Leben darstellte.[18] Für einige praktische Veränderungen brauchte Schaeffer jedoch länger, um diese umzusetzen. Sowohl Francis als auch Edith hielten immer noch an ihren historisch-orthodoxen Überzeugungen fest, versuchten jedoch, sich von den separatistischen Ansätzen zu distanzieren, an denen sie Jahre zuvor mitgewirkt hatten. Inmitten weiterer Spaltungen zwischen den Synoden der Bible Presbyterian Church und nach ihrer Ausreise Anfang der 1950er Jahre kehrten die Schaeffers wesentlich entschlossener in die Schweiz zurück. Im Jahr 1955 traten Schaeffer und seine Familie aus dem International Board of Presbyterian Foreign Missions aus. Dieser Rücktritt fiel mit der offiziellen Gründung von L’Abri einen Monat später zusammen. L’Abri (dt. „Zuflucht“) war jene christliche Gemeinschaft, die später zum Synonym für die Schaeffers werden sollte.[19]
Aus dieser Erfahrung auf dem Heuboden gingen zahlreiche praktische und theologische Überzeugungen hervor. An erster Stelle steht Schaeffers unbedingtes Bekenntnis, an „wahre Geistlichkeit“ zu glauben und diese zu leben. Diese wahre Geistlichkeit war seiner Meinung nach die eigentliche Grundlage dessen, was sie in L’Abri praktizierten.[20] Charles Cotherman bezeichnet L’Abri zu Recht als eine Glaubens- und Lebensgemeinschaft. L’Abri war weder eine Kommune noch ein reines Studienzentrum. Stattdessen war es ein Ort, an dem eine christliche Weltanschauung im Kontext einer barmherzigen Gemeinschaft gelebt wurde. Francis’ Fokus auf ehrliche Antworten und Ediths „verborgene Kunst“, in L’Abri die Schönheit zu fördern, stellten den Sinngehalt des Christentums heraus.[21] Anders ausgedrückt, wurde L’Abri zu einer „Startrampe, auf der eine ganze Generation lernte, nach sinnvollem Handeln zu streben“.[22] Viele würden zustimmen, dass
„die Gemeinschaft von L’Abri in vielerlei Hinsicht ein Mikrokosmos dessen ist, was die Kirche sein sollte. Sie vereint spirituelle Bildung, intellektuelle Anregung, heiliges Leben, ethnische Vielfalt, gemeinsame Verantwortung und wechselseitige Abhängigkeit. Sie ist ein fruchtbarer Rahmen, um den ganzen Menschen anzusprechen.“[23]
Durch das Ringen mit seinen eigenen Zweifeln kam Schaeffer zu der Überzeugung, dass „es entscheidend ist, die historischen christlichen Antworten zu lehren und ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen zu geben“.[24] Das zeigte sich bei L’Abri deutlich in den nächtlichen Diskussionen. Es gab kein Thema, das zu tabu war, um bei L’Abri diskutiert zu werden. Die Schaeffers und die Mitarbeiter von L’Abri hielten an ihrer festen Überzeugung fest, dass sowohl die Heilige Schrift wahr ist als auch der Mensch einen hohen Wert hat. Daher standen alle Lebensbereiche zur Erforschung offen.[25] Ferner war Schaeffer der Ansicht, dass diese Art des Unterrichtens mit einem klaren Bekenntnis zu wahrer Lehre verbunden sein sollte. Dieses Unterrichten sollte dann mit der praktischen Umsetzung der biblischen Lehren – in der Ausübung von Gemeinschaft als auch der Schönheit menschlicher Beziehungen – einhergehen.[26]
Vor seiner eigenen Krise betonte Schaeffer zu Recht das stellvertretende Sühneopfer Christi und die Rechtfertigung durch Glauben. Nach dieser Krise verpflichtete er sich, nicht nur die Rechtfertigung zu betonen, sondern ebenso die wahre und echte Heiligung des Gläubigen und seine zukünftige Verherrlichung. Mit einem neuen Fokus auf den christlichen Glauben, namentlich das vollendete Werk Christi für den Gläubigen, wollte er nun die Bedeutung unserer Abhängigkeit von Gott betonen. Diese gilt Tag für Tag und Moment für Moment. Wie Colin Duriez bemerkt hat, bezeichnete Schaeffer diesen neuen „existenziellen“ Ansatz der Spiritualität (Geistlichkeit) als „aktive Passivität“.[27] „Aktive Passivität“ – eines der vielen einzigartigen „Schaefferismen“ – meint die aktive Bereitschaft, sich dem Willen des Herrn unterzuordnen.[28]
Schaeffer überwand seine Krise mit einer stärkeren Gewissheit hinsichtlich des historischen Christentums als je zuvor. Er gewann einen christlichen Glauben, der in der unfehlbaren Heiligen Schrift verwurzelt ist und sich auf greifbare Weise ausdrückt. Schaeffers Schriften, seine Arbeit mit L’Abri und sein späterer kultureller Aktivismus gingen alle auf sein Heuboden-Erlebnis zurück. Obwohl bereits viel früher in seinem Leben die Grundlagen für seine Apologetik, Anthropologie und Weiteres gesät worden waren, begann Schaeffer nun, diese theologischen Überzeugungen auf demonstrative Weise in die Tat umzusetzen. Er engagierte sich nun mehr denn je für das System und die praktischen Auswirkungen des historisch-christlichen Glaubens. Er war bestrebt, das Christentum von unnötigem kulturellen Ballast zu befreien und gleichzeitig die wahrhaftige und klare Natur des Glaubens zu vermitteln. Schaeffer war bereit, für Veränderungen sowohl im Persönlichen als auch gegenüber der umfassenderen evangelikalen Gemeinschaft einzutreten.
3. Schaeffers Modell für die Auseinandersetzung mit der dekonstruktivistischen Spiritualität
Nachdem wir untersucht haben, wie der Begriff „Dekonstruktion“ in breiteren evangelikalen Kreisen verwendet wird, und wir Schaeffers eigene spirituelle Krise anschließend betrachtet haben, wollen wir uns damit befassen, wie Schaeffer als hilfreiches Beispiel für den Umgang mit dekonstruktivistischer Spiritualität dienen kann. Wie bereits erwähnt, wären Schaeffers eigene Beiträge zu L’Abri (im Speziellen) sowie (im Allgemeinen) sein gesamtes Wirken ohne die besagte geistliche Krise vermutlich nicht zustande gekommen.
Schaeffer ist in mindestens dreierlei Hinsicht ein substantielles Vorbild. Erstens demonstrierte er durch seine eigene Erfahrung mit der sehr realen Möglichkeit, den christlichen Glauben abzulehnen, die Notwendigkeit intellektueller Ehrlichkeit und Integrität.[29] Zweitens entwickelte er eine einzigartige Apologetik für Menschen, die ihren Glauben dekonstruieren. Schaeffers verifikative und pastorale Apologetik ist speziell für diejenigen überzeugend, die sich mitten im Prozess der Dekonstruktion befinden. Drittens wollte Schaeffer die historisch-christliche Position sowohl in der Lehre als auch in der Praxis klarstellen. Dazu zählte auch, dass er bereit war, jene Bereiche anzuerkennen, mit denen sich das amerikanische Christentum bis dahin nicht auseinandergesetzt hatte.
3.1 Die Möglichkeit der Ablehnung
Wenn man Schaeffers eigene Schilderung seiner geistlichen Krise betrachtet, fällt auf, wie offen er dafür war, seine langgehegten christlichen Ansichten zu verwerfen. Wenn wir Schaeffer beim Wort nehmen, sehen wir, dass er in hohem Maße zu intellektueller und persönlicher Integrität entschlossen war. Das ist angesichts von Schaeffers theologischem und konfessionellem Hintergrund sehr bemerkenswert. Schaeffer vertrat nicht einfach eine reduktionistische Sichtweise nach dem Motto „einmal gerettet, immer gerettet“. Im Spannungsfeld seiner umfassenderen theologischen Überzeugungen war Schaeffer bereit, den christlichen Glauben bewusst und absichtlich abzulehnen, wenn er überzeugt war, dass dieser nicht der „wahren Wahrheit“ entspräche. So gibt Schaeffer ein sehr reales Beispiel für jemanden ab, der bereit ist, den christlichen Glauben in seiner Gesamtheit zu hinterfragen und ihn abzulegen, sofern er ihn für unhaltbar hielte. Wie J.I. Packer bemerkt:
„Er hatte einen Sinn für Grundprinzipien, für Systeme und für Gesamtheiten, und er würde niemals Themen isoliert diskutieren oder einen Standpunkt aufgeben, bevor er dessen Implikationen nicht als Gesamtbild der Wirklichkeit und des Lebens untersucht und überprüft hätte.“[31]
Schaeffers eigener apologetischer Ansatz bestand darin, systematisch und ganzheitlich darzulegen, was die unfehlbare Schrift lehrte, und dann den Zuhörer dazu zu bringen, anzuerkennen, dass dies tatsächlich wahr war. Ferner glaubte Schaeffer, dass sowohl die Offenbarung als auch das gesamte System des Christentums auf einem Gott gründen, der nicht einfach existiert, sondern sowohl persönlich als auch ewig ist.[32] Schaeffer sah den christlichen Glauben entweder als ganz wahr oder ganz falsch an. Einen fragmentierten Mittelweg ließ er nicht zu.
Mit seiner Bereitschaft, sich mit Zweifeln auseinanderzusetzen, zeigte Schaeffer sich besorgt und mitfühlend gegenüber anderen, die solche Zweifel durchlebten. Dick Keyes merkt an, dass die evangelikale Kultur zu dieser Zeit oft gegen Zweifel resistent war und die gängige Praxis deren Unterdrückung förderte. Dieses Vorgehen ist in geistlicher Hinsicht oft schädlich. Schaeffer versuchte, aufgrund seiner eigenen Erfahrungen denen beizustehen, die zweifelten, und sich um sie zu kümmern. Dazu Keyes:
„Schaeffer plädierte dafür, dass wir ermutigt werden müssen, Zweifel und Fragen komplett ehrlich auf den Tisch zu legen, wann auch immer sie auftreten; so wie er es selbst getan hatte – schlicht, weil der christliche Glaube wahr ist.“[33]
Eben dies war ein elementarer Bestandteil von L’Abri sowie von Schaeffers eigener Geistlichkeit. Er selbst war der festen Überzeugung, dass das Christentum „ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen“ bieten muss.[34] Zweifel sind echt, aber ebenso real ist der persönliche, unendliche Gott, der alle Antworten hat.
3.2 Apologetik: Verifikation und Seelsorge
Viele haben über Schaeffers apologetische Methode geschrieben und versucht, ihn in eine klar abgrenzbare Kategorie einzuordnen. Interessanterweise wich Schaeffer derlei Angelegenheiten oft aus – was natürlich die Spekulationen mehrte. Einige haben behauptet, Schaeffer sei ein Empiriker oder ein klassischer Methodiker gewesen.[35] Andere haben für einen präsuppositionellen bzw. voraussetzungsbewussten Ansatz plädiert.[36] Brian Morley ordnete Schaeffer in jüngerer Zeit mitsamt E.J. Carnell und Gordon Lewis in die Kategorie der Kombinationalisten ein.[37] Wie bereits erwähnt, wollte sich Schaeffer selbst nicht auf eine formale Methode beschränken. Er sagte:
„Ich bin nur an einer Apologetik interessiert, die in zwei Richtungen führt: Die eine ist, die Menschen zu Christus als ihrem Erlöser zu führen; und die andere, dass sie, sobald sie Christen sind, die Herrschaft Christi in ihrem gesamten Leben anerkennen. Ich glaube nicht, dass es eine einzige Apologetik gibt, die allen Bedürfnissen gerecht wird.“[38]
Gordon Lewis bemerkt weiter:
„Er wollte eine starke, klare und ehrliche christliche Botschaft vermitteln und ihre kulturelle und persönliche Relevanz und Realität aufzeigen. Er wollte die Wahrheit der christlichen Botschaft bestätigen und ihre Relevanz für ein erfülltes Leben aufzeigen.“[39]
Obwohl Schaeffer selbst sich wohl gegen die Zuordnung zu einer bestimmten Methodologie verwahrt hätte, scheint er sich am ehesten der Kategorie eines „Verifikationisten“ zuordnen zu lassen, so wie Gordon Lewis ihn einordnet.[40] Lewis argumentiert, dass Schaeffer den Begriff „Verifikation“ verwendet, um seinen Ansatz zu beschreiben.[41] Diese Sichtweise sieht die christliche Weltanschauung als eine Hypothese über die Realität, die eine überzeugendere Erklärung bietet als jede andere Alternative.[42] Genauer gesagt:
„Die Verifizierungsmethode unterzieht diese Hypothesen einer Prüfung und bestätigt oder widerlegt sie je nach Kohärenz ihrer Darstellung mit allen relevanten Daten.“[43]
Auch wenn Schaeffer Elemente anderer Methoden übernimmt, nutzt dieser Verifizierungsansatz Beweise, Argumente und Vorannahmen, um die stärkere Kohärenz innerhalb seines erörterten Systems aufzuzeigen. Anstatt der Wahrheit durch induktives oder deduktives Denken nachzugehen, wendet der Verifikationist abduktives Denken an, indem er sich auf die wahrscheinlichste Schlussfolgerung zubewegt – in diesem Fall das Christentum.[44]
Und wie Lewis feststellt:
„Der logische Ausgangspunkt für den Verifikationalisten sind weder die Daten der Sinneserfahrung noch eine Annahme, die sich der Untersuchung entzieht, sondern eine Hypothese (die Existenz des Gottes aus der Bibel), die überprüft und bestätigt oder widerlegt werden muss. ... Obwohl das Objekt des Glaubens unsichtbar ist (Gott, welcher Geist ist), ist die Grundlage des Glaubens beobachtbar und kann bestätigt werden. Die bestätigte Hypothese führt weg von Götzenbildern hin zum lebendigen Gott.“[45]
Das war der Kern von Schaeffers apologetischer Methode. Auch wenn sich nicht alle philosophischen Feinheiten seines Denkens klären lassen, ging es Schaeffer wesentlich darum, wie Ideen in toto (d.h. in ihrer Gesamtheit) gemäß einer bestimmten Weltanschauung ausgedrückt werden. Er wollte das Christentum als ein Ganzes behandeln – anstatt bloßer Fragmente oder vereinzelter „Bauteile“ davon.
Schaeffer bietet ein überzeugendes Modell für diejenigen, die ihren christlichen Glauben eingehend und dekonstruierend untersuchen wollen. Anstatt seine theologischen Ansichten als Stückwerk zu konstruieren – was eine bloß fragmentierte Weltanschauung hervorbrächte, die instabil und wackelig bliebe –, ermutigt Schaeffer Gläubige wie Ungläubige gleichermaßen, sich mit dem Christentum als einem vollständigen System auseinanderzusetzen. Schaeffers Ansatz wendet sich gegen solche Positionen, die Teile des historischen Christentums verändern oder abschaffen wollen, um nur die Bestandteile zu retten, die kulturell oder persönlich bedingt zusagen. Stattdessen scheint Schaeffer zu verstehen, dass die je eigene Ethik – die oft den Mittelpunkt von Spannungen bildet – meist auf historisch und systematisch vorherrschenden Positionen beruht.
Schaeffer würde zwar behaupten, dass das Christentum nie weniger als ein System sei, aber es ist zugleich auch mehr als das. Schaeffers apologetische Methode ist nicht nur verifikational, sondern auch seelsorgerlich (pastoral) ausgerichtet. Sein Beitrag war keineswegs neu, und doch war er konsistent. In dieser Hinsicht versuchte Schaeffer, die Kerngrundsätze des Christentums nicht nur durch rationale Überzeugungskraft, sondern ebenso durch liebevolle Fürsorge zu untermauern. Schaeffer war überzeugt, dass jeder Mensch in seinem je einzigartigen Kontext zum Evangelium kommt und dabei das Gewicht seines ganz persönlichen Dilemmas zu spüren bekommt. Wie Colin Duriez erwähnt, wurde Schaeffers Ansatz „im Zusammenhang geformt und war entsprechend personenzentriert“.[46] Jeder Mensch ist einzigartig, und dennoch stehen alle Menschen letztlich vor denselben unvermeidlichen Lebensfragen.
Wie Schaeffers Beispiel erhellt, gilt das Evangelium nicht allein für den Verstand, sondern stets für die Ganzheit unsres Lebens. Schaeffers Praxis zeigte sich lebhaft darin, wie er sich um verschiedene Menschen kümmerte, die in sich das Bild Gottes trugen. Sein Spruch „ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen“ ist wahr. Er erklärte: „Das Christentum ist Wahrheit, Wahrheit, die Gott uns gesagt hat; und wenn es Wahrheit ist, kann es Fragen beantworten.“[47] Er ahmte das Modell des apologetisch-evangelistischen Engagements nach, das sich in Paulus’ Arbeit auf dem Areopag und in Christi eigenem Dienst findet. Dennoch war er nicht unbelastet, wenn es darum ging, diese Praxis zu kontextualisieren. Bill Nyman stellt fest:
„Seine gesamte apologetische Methode wurde von seinem Mitgefühl für jeden einzelnen Menschen angetrieben, den er stets als geschaffen im Bilde Gottes sah.“[48]
Seine Art der Argumentation war nicht losgelöst von seiner praktischen Herangehensweise – beide wurden geprägt von seinem Mitgefühl für den je Einzelnen. Außerdem forderte Schaeffer andere Christen dazu auf, nicht einfach Antworten parat zu haben, sondern die Fragen der heutigen Generation verstehen zu lernen. Er stellte fest, dass dies ein einfühlsames Zuhören erfordert.[49]
Schaeffer räumte ein, dass es schwierig ist, Fragen nach diesem „Inhalt“ zu beantworten. Er stellte klar, dass solche Antworten nicht der Erlösung gleichkommen können. Schaeffer schien es darum zu gehen, sich mit dem menschlichen Verstand auseinanderzusetzen und zu zeigen, dass das Christentum ein tragfähiges und hinreichend rationales System ist. Schaeffer hatte dabei diejenigen im Blick, die legitime, ehrliche Fragen haben und nicht auf der Suche nach einer „moralischen Ausflucht“ sind.[50] Angesichts seiner ausführlichen Erörterung des vernünftigen Glaubens und des menschlichen Geistes forderte er jedoch diejenigen, die sich dieser Praxis widmen, dazu auf, dies in einer Weise zu tun, die vom Gebet und von einfühlsamer Sorge für die Mitmenschen getragen wird.
3.3 Klärung der christlichen Position
Schaeffers Fürsorge für enttäuschte Gläubige geht manchmal in der größeren Diskussion über L’Abri und seine Fürsorge für Ungläubige unter. Während die Mission von L’Abri darin bestand, Nichtchristen zu evangelisieren, handelte es sich bei den Besuchern von L’Abri im Laufe der Zeit weniger um Ungläubige als vielmehr um entmutigte evangelikale Christen. Es handelte sich häufig um junge Christen, die voller Fragen und Zweifel waren und bei Schaeffer und den L’Abri-Mitarbeitern nach Antworten suchten, die sie zu Hause nicht finden konnten.
Schaeffer kritisierte oft die breitere evangelikale Subkultur dafür, dass sie der christlichen Praxis bestimmte bürgerliche Standards hinzufügte. Er schrieb:
„Junge Leute kommen von den Enden der Welt zu uns nach L'Abri, werden Christen, gehen nach Hause und versuchen dann, eine bibelgläubige Gemeinde zu finden, die sie ohne all die Veränderung ihres Lebensstils akzeptiert. … Es ist eine meiner größten Sorgen, dass die evangelikale Gemeinde die Person mit ihrem Lebensstil oft nicht akzeptiert, wo sie sich nicht in die bürgerliche Norm des jeweiligen Ortes zwängt.“[51]
Schaeffer stellte die Ansicht infrage, dass die amerikanische Mittelschicht das Christentum richtig verstanden hat. Er spottete, dass die amerikanische Mittelschicht „persönlichen Frieden und Wohlstand“ vergöttert.[52]
Außerdem wies Schaeffer immer wieder auf die Probleme und Irrtümer innerhalb der evangelikalen Bewegung hin und betonte die Notwendigkeit, diese ehrlich zu benennen. Im wahrsten Sinne trug er den Mantel eines Propheten für die Menschen innerhalb und außerhalb des evangelikalen Zeltes.[53] Mit Blick auf die amerikanisch-evangelikalen Christen argumentierte er:
„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht alles in Amerikas Vergangenheit hineintaufen. … Es gab nie ein goldenes Zeitalter. … Es gab große Schwächen, die wir als Christen ablehnen müssen, um dann daran zu arbeiten, sie zu beheben.“[54]
Obwohl er sich prophetisch zu einer Vielzahl von Themen äußerte, schrieb er insbesondere über Rassismus, Nationalismus und den barmherzigen Umgang mit angehäuftem Reichtum. Er nannte diese drei Themen als besonders problematisch für US-amerikanische Christen. Schaeffer schrieb in einer Fülle von Publikationen über Rassismus. Insbesondere war er der Meinung, dass die Evangelikalen es versäumt hatten, die volle Menschlichkeit der Schwarzen anzuerkennen. Er ermutigte sowohl schwarze als auch weiße Christen, sich an der Rassenversöhnung zu beteiligen.[55] Seine Sorge darum hatte mindestens zwei Gründe. Erstens prangerte er die frühere Beteiligung der Christen an der Sklaverei an. Zweitens war er tief besorgt über die anhaltende Praxis rassistischer Vorurteile. Er thematisierte diese Bedenken gradlinig:
„Als weiße evangelikale Christen die Norm waren, hatten sie nicht genug Fürsorge und Mitgefühl für die Schwarzen, um sich auf praktische Weise um diese zu kümmern. Nicht, dass die weiße evangelische Kirche die Schwarzen gar hätte weiß machen oder sie zu einer Lebensweise bekehren sollen, die von „weißen“ historischen Zufällen dominiert wird. Aber die weißen Christen hätten sie so lieben sollen, dass sie mit ihnen das Christentum und alles, was dazu gehört, teilen. Dazu gehört nicht nur soziale Gerechtigkeit, sondern auch, dass schwarze Pastoren eine ebenso gute theologische Ausbildung erhalten wie die weißen Pastoren. Das Ergebnis wäre dann keine Verletzung oder Auslöschung des Schwarzseins eines Schwarzen gewesen, sondern die schwarze Community wäre heute eine ganz andere, wenn die weißen Christen damals wirklich Mitgefühl gehabt hätten. Zudem wäre die weiße Community eine ganz andere. Es ist unser Mangel an Mitgefühl, der uns dorthin gebracht hat, wo wir heute stehen.“[56]
Er weitete diese Bedenken nicht nur auf die schwarze Community, sondern auch auf andere Ethnien aus. [57] Mit Blick auf die modernen Probleme des Nationalismus und des Christentums erklärte Schaeffer: „Wir dürfen das Reich Gottes nicht mit unserem Land verwechseln. Mit anderen Worten: ,Wir sollten das Christentum nicht in unsere Nationalflagge einwickeln.‘“[58] Diese Erklärung gegen politischen Götzendienst war keine isolierte Bemerkung, sondern ein Gedanke, den er an anderer Stelle wiederholte. In The Church and the End of the Twentieth Century (dt. Die Kirche am Ende des 20. Jahrhunderts) schrieb er:
„Patriotische Loyalität darf nicht mit dem Christentum identifiziert werden. Als Christen sind wir dafür verantwortlich, unter der Herrschaft Christi in allen Bereichen des Lebens die christlichen Prinzipien in unsere Beziehung zum Staat hineinzutragen. Aber wir dürfen unser Land und das Christentum nicht zu einem Synonym machen.“[59]
Außerdem war Francis Schaeffer besorgt über die bürgerliche Einstellung, die dem Materialismus in den Vereinigten Staaten zugrunde liegt.[60] Beunruhigt war er über die Art und Weise, wie manche Menschen zu Reichtum gelangten, und betonte, dass es wichtig sei, Wohlstand „mit Gerechtigkeit“ zu erlangen.[61] Er war der Meinung, dass Christen jeden angehäuften Wohlstand mit „echtem Mitgefühl“ nutzen sollten.[62] Schaeffer verachtete Wohlstand nicht und sprach sich nachdrücklich gegen eher sozialistische Ansätze in der Wirtschaft aus. Er zeigte sich jedoch zutiefst besorgt um eine wachsende Wohlstandsfixierung unter amerikanischen Evangelikalen und wies darauf hin, dass es nötig ist, den eigenen Reichtum zur liebevollen Fürsorge der Mitmenschen einzusetzen.
Udo Middelmann, sein Schwiegersohn und Präsident der Francis A. Schaeffer Foundation, erinnert sich, dass Francis Schaeffer am Ende seines Lebens sehr besorgt darum war, dass man sich um arme Menschen kümmert. Middelmann erinnert sich, dass Schaeffer ihn drängte,
„die christliche Verantwortung für die Armen wahrzunehmen, die Ungerechtigkeit in der Welt zu thematisieren sowie die Unmoral wirtschaftlicher Praktiken, die von unpersönlichen Marktkräften in den Händen unmoralischer Leute kontrolliert werden“.[63]
Er merkt weiter an, dass Schaeffers letzte Predigten sich auf „Geld, Reichtum und die Verantwortung für die Armen, für [deren] Körper und Seele“[64] konzentrierten. Schaeffer zögerte nicht, den Mantel eines evangelischen Propheten anzuziehen, um die christliche Position zu verdeutlichen. Er war bestrebt, sich gegen die Missstände und Gräueltaten nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der Kirche auszusprechen. Auf diese Weise war Schaeffer bereit – wenn auch manchmal unvollkommen – das historische Christentum zu erläutern und auf die Stellen zu zeigen, an denen dessen gegenwärtige kulturelle Ausprägung in die Irre geht.
4. Fazit
Schaeffers Krise führte nicht dazu, dass sein Pendel zu einer anderen Art von Christentum oder gar keinem Christentum ausschlug; sondern dazu, dass er sowohl die intellektuelle als auch die geistliche Realität des historischen christlichen Glaubens bejahte.[65] Schaeffer hatte seine eigene spirituelle Krise durchlebt, in der er das Christentum in seiner Gesamtheit überdachte. Er war bereit, es vollständig zu verwerfen. Dennoch überwand er diese Zeit tiefer Zweifel; er brach durch zu einem neu entfachten Eifer für die Wahrhaftigkeit des christlichen Glaubens. Sein eigenes Engagement, seine apologetische Methode und seine Sichtweise auf das Zeugnis der Kirche im 20. Jahrhundert sind Belege eines Menschen, der sich mit Zweifeln auseinandergesetzt hat und sich um diejenigen kümmerte, die selbst mit Zweifeln kämpfen.
Schaeffer bemühte sich nicht um eine Weiterführung der Dekonstruktion, sondern führte sich und diejenigen, denen er diente, in Richtung Rekonstruktion – hin zu einer Sichtweise, die den christlichen Glauben als wahr für das gesamte Leben betrachtet. Er sah das historische Christentum als etwas Ganzheitliches und Absolutes an. Er erlebte tiefe Zweifel und diente konsequent denen, die zweifelten, während er gleichzeitig auf den ewigen, persönlichen Gott hinwies, der tatsächlich da ist. Schaeffer war nicht perfekt und bietet kein makelloses Vorbild. Dennoch verstand er das Christentum als etwas, das man nur entweder vollständig annehmen oder aber vollständig ablehnen kann. Dies spiegelt sich wieder in seiner Apologetik, die eine ganzheitliche Welt- und Lebensanschauung bietet, welche verifiziert und getestet werden kann. Voll Mitgefühl setzte Schaeffer diese überzeugende Apologetik in die Tat um. Schließlich stellte er die wahre christliche Position konsistent klar und versuchte, das wahre Christentum von unnötigem oder schädlichem kulturellen Ballast zu befreien. Durch die konsequente Umsetzung dieser Elemente bietet uns Francis Schaeffer heute eine überzeugende Vision, wie wir Menschen begleiten können, an denen Dekonstruktion und Zweifel nagen – eine Vision, die heute weitsichtiger denn je erscheint. Wenn wir Schaeffers Vorbild folgen, können wir Menschen, die selbst geistliche Zweifel durchleben müssen und daraus hervorgehen, dazu verhelfen, zu sagen:
„Allmählich kam die Sonne raus, und das Lied erklang.“
1 Barry Hankins bietet einige Anmerkungen zu diesem Ereignis, reduziert es jedoch weitgehend auf eine „theologische Midlife-Crisis“. Vgl. Barry Hankins, Francis Schaeffer and the Shaping of Evangelical America, Grand Rapids: Eerdmans, 2008, S. 46.
2 Scott R. Burson und Jerry L. Walls, C. S. Lewis and Francis Schaeffer: Lessons for a New Century from the Most Influential Apologists of Our Time, Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 2009, S. 40.
3 Lane T. Dennis, Introduction, in: Francis A. Schaeffer, Letters of Francis A. Schaeffer: Spiritual Reality in the Personal Christian Life, hg. v. Lane T. Dennis, Westchester, IL: Crossway, 1986, S. 14.
4 Edith Schaeffer, The Tapestry: The Life and Times of Francis and Edith Schaeffer, Waco: Word, 1985, S. 355.
5 Schaeffer, Letters of Francis A. Schaeffer, S. 14.
6 Dies sind eigene Kategorien des Autors, die vor allem repräsentativ sein sollen, keineswegs aber einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.
7 Es bleibt insbesondere eine Kategorie für diejenigen, die in kirchlichem Kontext mehrere Traumata erlebt und infolge mit einer Form der Dekonstruktion reagiert haben, indem sie sich sowohl von der Kirche als auch von ihrer historischen Lehre distanziert haben. Während Schaeffers eher seelsorgerlich ausgerichtete Apologetik m.E. auch hier von Nutzen ist, habe ich diese Verwendung in der besagten Liste nicht berücksichtigt. Das Erlebnis geistlicher Traumatisierung hat zwar Implikationen für Apologetik, ist aber besser im Bereich christlicher Psychologie aufgehoben.
8 Er schrieb: „Ich stimme Ihnen zu, wie Sie in Ihrer Frage erwähnt haben, dass Heideggers Text für mich von großer Bedeutung ist und einen neuartigen, irreversiblen Fortschritt darstellt, dessen kritisches Potential wir noch lange nicht ausgeschöpft haben.“ (Jacques Derrida, Positions, Chicago: University of Chicago Press, 1982, S. 54).
9 Stewart E. Kelly mit James K. Dew Jr., Understanding Postmodernism: A Christian Perspective, Downers Grove, IL: IVP Academic, 2017, S. 84.
10 Weitere Themen können Politik, Race [dt. Rasse] und Wirtschaft sein, die Schaeffer, wie im Laufe dieses Artikels noch gezeigt wird, ebenfalls ausdrücklich behandelt.
11 William Edgar, Schaeffer on the Christian Life: Countercultural Spirituality, Wheaton, IL: Crossway, 2013, S. 53.
12 Edgar, Schaeffer on the Christian Life, S. 53. Edgar nennt mindestens drei Ursachen für diese geistliche Krise: Erstens war Allan MacRae, ein Mentor Schaeffers, enttäuscht über Schaeffers Entscheidung, in die Schweiz zu ziehen. Zweitens wurde Schaeffer sich zunehmend des Mangels an Liebe unter Christen gegenüber Andersdenkenden bewusst. Drittens hatte Schaeffer Karl Barth getroffen, und dessen Reaktion war alles andere als ideal.
13 Francis A. Schaeffer, True Spirituality, in: The Complete Works of Francis A. Schaeffer, 2. Aufl., Wheaton, IL: Crossway, 1982, Bd. 3, S. 195.
14 Bryan A. Follis, Truth with Love: The Apologetics of Francis Schaeffer, Wheaton, IL: Crossway, 2006, S. 164.
15 Nach der persönlichen Begegnung, an der auch J. Oliver Buswell teilnahm, antwortete Barth mit einem Brief, in dem er Schaeffer eine Theologie der „Kriminologie“ vorwarf und schrieb, Schaeffer habe mit ihm „in der Qualität eines Detektivs oder mit dem Verhalten eines Missionars, der einen Heiden konvertieren würde [geredet]. Nein, danke!“ Vgl. J. Oliver Buswell, Geneva for the Faith; Karl Barth Questions the Truth, Bible Today 44 (1950), S. 8–9.
16 Schaeffer, True Spirituality, S. 196.
17 Edith bemerkte: „Diese ganze Periode war ein zentrales Erlebnis Frans [Francis’] Leben“ (Schaeffer, Tapestry, S. 357).
18 Schaeffer, Letters of Francis A. Schaeffer, Teil 1.
19 Barry Hankins, Francis Schaeffer and the Shaping of Evangelical America, Grand Rapids: Eerdmans, 2008, S. 56–57.
20 Schaeffer, True Spirituality, S. 196.
21 Charles E. Cotherman, To Think Christianly: A History of L’Abri, Regent College, and the Christian Study Center Movement, Downers Grove, IL: IVP Academic, 2020, S. 5–6; vgl. auch Christopher Talbot, ‚The Hidden Artist‘: Edith Schaeffer and the Success of L’Abri, Unio cum Christo 9.1 (2023), S. 65–83.
22 Cotherman, To Think Christianly, S. 6.
23 Burson und Walls, C.S. Lewis and Francis Schaeffer, S. 270.
24 Schaeffer, True Spirituality, S. 196.
25 D.G. Blomberg, Apologetic Education: Francis Schaeffer and L’Abri, Journal of Christian Education 18.3 (1975), S. 13.
26 Schaeffer schreibt: „Echte Evangelisation ist nicht weniger als das vollständige christliche Leben, bestehend aus gesunder Lehre und der Umsetzung dieser Lehre, dem Geben ehrlicher Antworten auf ehrliche Fragen, wahrer Spiritualität und der Schönheit menschlicher Beziehungen, insbesondere wie sie in der gemeinschaftlichen Praxis in christlichen Kirchen und Gruppen gelebt wird. Alles, was dahinter zurückbliebe, ist eine Verzerrung des Charakters und der eigentlichen Botschaft wahren Christentums.“ (Francis A. Schaeffer, Introduction, in: Francis Schaeffer: Study Guide to a Trilogy, Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 1974, S. 61).
27 Colin Duriez, Francis Schaeffer: An Authentic Life, Wheaton, IL: Crossway, 2015, S. 104. Duriez bemerkt: „Er zeigte sich nach wie vor engagiert für eine systematische biblische Theologie, war jedoch auch von der Notwendigkeit überzeugt, sich in jedem Augenblick ganz auf Christus zu verlassen – das heißt, eine wahrhaft existenzielle Dimension des Glaubens zu leben.“
28 Schaeffer, True Spirituality, S. 281.
29 Vgl. Dick Keyes, The Spiritual Integrity of Francis Schaeffer, Southern Baptist Journal of Theology 24.2 (2020), S. 79–97.
30 Vgl. Keyes, Spiritual Integrity of Francis Schaeffer.
31 J.I. Packer, No Little Person, in: Ronald W. Ruegsegger (Hg.), Reflections on Francis Schaeffer, Grand Rapids: Zondervan, 1986, S. 11.
32 Follis, Truth with Love, S. 45, 88.
33 Keyes, Spiritual Integrity of Francis Schaeffer, S. 82.
34 Vgl. Francis A. Schaeffer, Two Contents, Two Realities, in: Works, Bd. 3, S. 407–422.
35 Reymond sieht Schaeffer als „empirischen Apologetiker“. Er erkennt zwar Schaeffers Anspruch an, „Präsuppositionalist“ zu sein, versteht aber unter dem „selbstattestierenden ‘ersten Prinzip’“ den gesamten Gehalt dessen, was die Heilige Schrift über Gott, den Menschen und ihr Verhältnis zueinander lehrt. Vgl. Robert L. Reymond, The Justification of Knowledge, Darlington, UK: Evangelical Press, 1984, S. 141.
36 Angesichts von Schaeffers Ausbildung bei Cornelius Van Til und seines Erbes innerhalb der reformatorischen Gemeinschaft dürfte diese Sichtweise sich größter Zustimmung erfreuen. Vgl. Jerram Barrs, Schaeffer’s Apologetics, Unio cum Christo 6.1 (2020), S. 211–228; Cardinal Avery Dulles, A History of Apologetics, 2. Aufl., San Francisco: Ignatius Press, 2005; Edgar, Schaeffer on the Christian Life; William Edgar, Two Christian Warriors: Cornelius Van Til and Francis A. Schaeffer Compared, WTJ 57 (1995), S. 57–80; Benjamin K. Forrest, Josh Chatraw und Alister E. McGrath (Hg.), The History of Apologetics: A Biographical and Methodological Introduction, Grand Rapids: Zondervan Academic, 2020; Thomas V. Morris, Francis Schaeffer’s Apologetics: A Critique, Chicago: Moody, 1976.
37 Brian K. Morley, Mapping Apologetics: Comparing Contemporary Approaches, Downers Grove, IL: IVP Academic, 2015, S. 147–184.
38 Duriez, Francis Schaeffer, S. 177.
39 Gordon Lewis, Schaeffer’s Apologetic Method, in: Ronald W. Ruegsegger (Hg.), Reflections on Francis Schaeffer, S. 75.
40 Lewis, Schaeffer’s Apologetic Method, S. 77. Anm. der Red.: Ein Verifikationist ist jemand, der der Auffassung ist, dass eine Aussage nur dann sinnvoll bzw. bedeutungsvoll ist, wenn sie verifizierbar ist – also durch Erfahrung (Empirie) oder logische Analyse überprüft werden kann.
41 Lewis, Schaeffer’s Apologetic Method, S. 77.
42 Vgl. Kenneth D. Boa und Robert M. Bowman, Faith Has Its Reasons: Integrative Approaches to Defending the Christian Faith, 2. Aufl., Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 2005, S. 438–453; Morley, Mapping Apologetics, S. 172–175.
43 Lewis, Schaeffer’s Apologetic Method, S. 71.
44 Lewis, Schaeffer’s Apologetic Method, S. 73.
45 Lewis, Schaeffer’s Apologetic Method, S. 73.
46 Duriez, Francis Schaeffer, S. 246.
47 Schaeffer, Two Contents, Two Realities, S. 412.
48 Bill Nyman, Francis Schaeffer’s Relevance to Contemporary Apologetics, Koers—Bulletin for Christian Scholarship 85.1 (2020), S. 11.
49 Schaeffer, Two Contents, Two Realities, S. 413–414.
50 Schaeffer, Two Contents, Two Realities, S. 414.
51 Schaeffer, Two Contents, Two Realities, S. 410.
52 Francis A. Schaeffer, The Church at the End of the Twentieth Century, in: Works, Bd. 4, S. 29.
53 Vgl. Christopher Talbot, Co-opted, Coordinated, or Contra Mundum? A Critical Reappraisal of Francis Schaeffer’s Public Theology (unveröffentlichtes Manuskript, Free Will Baptist Theological Symposium, Welch College, 2021).
54 Francis A. Schaeffer, The Great Evangelical Disaster, in: Works, Bd. 4, S. 382.
55 Hier kam ein gewisses Maß gerechten Zornes zum Ausdruck. Schaeffer schrieb: „Ich habe gesehen, wie weiße Evangelikale aufstanden und begeistert applaudierten, als schwarze Evangelikale bei Konferenzen das Wort ergriffen. Wie sie applaudierten! Das ist hervorragend, denn vor zwanzig Jahren hätten die Evangelikalen nicht applaudiert. Aber ich möchte Ihnen eine Frage stellen, wenn Sie weiß sind: Wie viele Schwarze haben Sie im letzten Jahr an Ihrem Esstisch bewirtet? Wie viele Schwarze haben sich bei Ihnen zu Hause wohlgefühlt? Und wenn Sie noch nie Schwarze bei sich zu Hause hatten, dann halten Sie den Mund.“ (Schaeffer, Church at the End of the Twentieth Century, S. 92).
56 Schaeffer, Church at the End of the Twentieth Century, S. 90.
57 Obwohl seine Praxis insgesamt konsequent war, wandte Schaeffer sich zeitlebens vehement gegen Rassismus. Während seines Studiums am Hampden-Sydney College unterrichtete er eine Sonntagsschule in einer afroamerikanischen Gemeinde. Früh in seinem Dienst, mitten im Zweiten Weltkrieg, schrieb er Traktate wie The Bible Believing Christian and the Jew. Am deutlichsten trat seine antirassistische Haltung vielleicht darin hervor, dass er „seinem Ältestenkreis sagte, wenn irgendein Schwarzer in [seine] Gemeinde käme und nicht nur abgewiesen, sondern sich sogar unwillkommen fühlen würde, würde er ebenfalls zurücktreten“ (Interview mit Debby und Udo Middelmann, 2007, zit. nach Duriez, Francis Schaeffer, S. 55).
58 Francis A. Schaeffer, A Christian Manifesto, in: Works, Bd. 5, S. 485–486.
59 Schaeffer, Church at the End of the Twentieth Century, S. 71–72.
60 Zu den Themen Wirtschaft und Race [dt. Rasse] vgl. Hankins, Francis Schaeffer and the Shaping of Evangelical America, S. 130–135; sowie Francis A. Schaeffer, Race and Economics, Christianity Today, 4. Januar 1974, online unter: https://www.christianitytoday.com/ct/1974/january-4/race-and-economics.html (Stand: 25.02.2025).
61 Schaeffer, Great Evangelical Disaster, S. 383.
62 Schaeffer, Great Evangelical Disaster, S. 383.
63 Udo Middelmann, Francis A. Schaeffer: The Man, in: Bruce A. Little (Hg.), Francis Schaeffer: A Mind and Heart for God, Phillipsburg, NJ: Presbyterian & Reformed, 2010, S. 22.
64 Middelmann, Schaeffer: The Man, in: Little, Francis Schaeffer, S. 22.
65 Follis, Truth with Love, S. 88.