Wie kann ich eine gottesfürchtige Mutter sein?

Artikel von Emily Van Dixhoorn
24. Februar 2026 — 6 Min Lesedauer

„Liebe sie“, riet mir unser weiser Pastor. Bei all meiner Lektüre über Erziehung, Routinen und Entwicklungsphasen richtete er den Blick einer frischgebackenen Mutter auf das Wichtigste: Liebe (vgl. 1Kor 13,1). Im Lauf der Jahrzehnte habe ich seinen weisen Rat immer mehr schätzen gelernt. Vor diesem Hintergrund möchte ich zwölf biblische Prinzipien zur Heiligung für Mütter weitergeben.

1. Unsere Heiligung ist Gottes Priorität

Der schottische Pastor Robert Murray M’Cheyne (1813–1843) soll gesagt haben: „Was meine Gemeinde am meisten benötigt, ist meine persönliche Heiligung“. Dasselbe gilt für Mütter. Wir dürfen so demütig leben, dass wir unseren Kindern sagen können: „Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich [Nachahmer] des Christus bin!“ (1Kor 11,1). Durch dieses Streben werden unsere Kinder mehr lernen, als wir ahnen.

2. Unsere Heiligung ist allein in Christus

Wenn wir sündigen – und das tun wir alle (vgl. Röm 3,23, 1Joh 1,8) –, dürfen wir auch in der Buße ein Vorbild sein. Wenn du gegen deine Kinder sündigst, dann bitte sie um Vergebung. Sei nicht wie unsere ersten Eltern und verstecke deine Sünde, als gäbe es sie nicht (vgl. 1Mose 3,7–8). Zeige deinen Kindern an deinem Umgang mit deiner eigenen Sünde, wie sie mit ihrer umgehen können. Indem du deine Sünde bekennst, lernen deine Kinder, dass Gott nicht nur möchte, dass wir heilig leben, sondern dass er auch den Weg zur Heiligung eröffnet – durch Vertrauen auf Christus im Evangelium (vgl. 1Joh 1,9).

3. Unseren Kindern zu dienen, ist eine heilige Berufung

Du meinst vielleicht, es gäbe Wichtigeres, als eine Windel zu wechseln, an der Kasse zu warten oder mit deinem Kleinkind oder Teenager zu spielen. Vieles an der Erziehung ist unspektakulär, aber im Glauben getan, ist es herrlich! Als Jesus seinen Jüngern die Füße wusch, adelte er den demütigen Dienst. Außerdem sagte er: „Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ (Mt 25,40). Lass uns in seinem Namen unseren Kindern demütig einen Becher kalten Wassers reichen (vgl. Mt 10,42) in dem Wissen, dass diese liebevolle Zuwendung Gottes Fürsorge für seine Kinder widerspiegelt (vgl. Mt 7,9–11).

4. Unsere Kinder gehören Gott

Zuerst gehören sie ihm (vgl. Eph 1,4). Er ist ihr himmlischer Schöpfer. Er hat sie für seine Absichten geschaffen, nicht für unsere. Eltern sind als Haushalter berufen, die Kinder auf ihre größte Not hinzuweisen (vgl. Hebr 12,5–11). Das bedeutet, dass wir unsere Pläne für unsere Kinder immer Gottes Plan unterordnen müssen (vgl. Spr 16,9). Gott bestimmt, wo sie wohnen werden (vgl. Apg 17,26), das Gute, das sie tun werden (vgl. Eph 2,10), und den Lauf ihres Lebens (vgl. Ps 139,16).

5. Gott gebraucht Leid für seine heiligen Zwecke

Gott lässt sogar zu, dass unsere Kinder leiden müssen. Er ist ein guter Vater und lässt Leiden nicht zu, ohne auch einen Ausweg zu schaffen (vgl. Jes 41,10; 1Kor 10,13; 1Petr 4,19; Offb 21,4). Natürlich bricht es uns das Herz, wenn wir sehen, wie unsere Kinder leiden. In seiner heiligen, weisen Vorsehung führt Gott unsere Kinder durch Prüfungen, um sie (und uns) seinem Sohn, Jesus Christus, ähnlicher zu machen (vgl. Röm 8,29). Weil Gott dieses gute Ziel verfolgt, sind wir berufen, uns im Leiden zu freuen – und unsere Kinder mit der Zeit ebenfalls dazu anzuleiten (vgl. Jak 1,2–4).

6. Heiligung erfordert Zucht

Gott züchtigt die, die er liebt – und das sollten auch wir tun (vgl. Hebr 12,6; Spr 13,24; Spr 23,13). Niemand – auch eine Mutter nicht – mag Zucht in dem Moment. Aber für alle, die dadurch erzogen werden, bringt sie eine Ernte an Gerechtigkeit und Frieden (vgl. Hebr 12,11). Bete um Weisheit, deine Kinder gut zu erziehen, und rechne fest damit, dass Gott sie gibt (vgl. Jak 1,5; 1Joh 5,14–15).

7. Heiligung braucht Gottes Perspektive

„Der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an“ (1Sam 16,7). Wenn unsere Kinder sich falsch verhalten, sind wir versucht, nach dem Augenschein zu urteilen. Die Bibel mahnt uns, „schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn“ zu sein (Jak 1,19), und sagt: „Nach Erkenntnis trachtet das Ohr der Weisen“ (Spr 18,15). Manchmal ist es besser, nicht sofort zu züchtigen. Manchmal sollten wir erst verstehen, was wirklich los ist, damit wir das Herz gezielt ansprechen können (vgl. Spr 14,29).

8. Heiligung ist ein Geschenk Gottes

Manchmal haben wir nicht, weil wir Gott nicht bitten (vgl. Jak 4,2–3). Bitte Gott um Heiligkeit für deine Kinder – zusammen mit jeder anderen guten und vollkommenen Gabe: Liebe zu seinem Wort, ein lernbereites Herz, Weisheit, Gesundheit, Freunde und mehr (vgl. Jak 1,17). Schau über das hinaus, was du aus eigener Kraft geben kannst, und richte den Blick auf das, was Gott geben kann (vgl. Mt 14,13–21).

9. Gott gibt Kindern eine heilige Verheißung

„Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren …, damit es dir gut geht“ (Eph 6,2–3). Sei deinen Kindern ein Vorbild darin, ihren Vater und alle Autoritätspersonen zu ehren. Klärt Konflikte als Ehepaar möglichst unter vier Augen und bemüht euch um Einigkeit in der Erziehung der Kinder zur Ehre Gottes (vgl. Kol 3,18–25). Wenn du vor deinen Kindern einmal widersprechen musst, tu es respektvoll (vgl. Eph 5,33).

10. Gott ist immer am Werk

Bete darum, Gottes Wirken im Leben deiner Kinder zu sehen, danke ihm dafür und mach sie darauf aufmerksam. Eine gottesfürchtige Mutter baut ihr Haus auf (vgl. Spr 14,1). Spar dir das Lob nicht für Perfektion auf. Gott tut das auch nicht! Er hat in der Bibel viele unvollkommene Menschen gelobt. Weise deine Kinder auf Gottes treues Wirken in ihrem Leben hin.

11. Jesus ist unser heiliger Friede

Jesus versichert dir: „In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ (Joh 16,33). Rechne als Mutter mit Schwierigkeiten, aber verzweifle nicht – Gott ist mit dir. Sei stark und mutig, die Verheißungen Gottes für deine Kinder im Glauben zu ergreifen, indem du dich bemühst, ihnen beständig das Wort Gottes und den Gottesdienst vor Augen zu halten (vgl. Jos 1,9).

12. Gottes heiliges Wort genügt

Bleib im Wort und bete es, und du wirst noch viele weitere Wahrheiten finden, die dir helfen, eine gottesfürchtige Mutter zu sein (vgl. Joh 17,17). Wenn du dich damit beschäftigst, wer Gott ist und was er getan hat, wird der Heilige Geist dir genau das zeigen, was du als Mutter brauchst, sodass du mit Paulus sagen kannst: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus“ (Phil 4,13).