Gott begegnen, mitten im Alten Testament

Pressemitteilung von Evangelium21
3. Februar 2026 — 3 Min Lesedauer

(Schönenwerd, 03.01.2026) „Gott möchte bei den Menschen wohnen. Das ist das große Thema der Bibel, vom ersten Buch Mose bis hin zur Offenbarung.“ Dieser und weitere Aspekte der Beziehung des Menschen zu Gott wurden auf der diesjährigen Evangelium21-Regionalkonferenz Schweiz, die vom 30. bis 31. Januar in Schönenwerd bei Aarau stattfand, anhand des Alten Testaments erörtert. Die rund 170 Teilnehmenden aus der Schweiz und Süddeutschland wurden mit tiefgehenden biblischen Botschaften ermutigt.

Gott will bei den Menschen wohnen

„Schon als Gott die Welt erschaffen hat, erschuf er sie als einen Ort, wo er den Menschen begegnen und bei ihnen wohnen kann“, erklärte Benjamin Kilchör, Professor für Altes Testament an der STH Basel. Eden entspräche dem Ur-Tempel, dessen verschiedene Bereiche sich später in den Elementen der Stiftshütte und des Jerusalemer Tempels wiederfänden, so der Hauptredner der diesjährigen Konferenz. Kilchör spannte den Bogen allerdings weiter, denn letztlich fänden all diese Elemente in der Person von Jesus Christus ihre letztgültige Erfüllung. An vielen Begebenheiten in den Evangelien werde das sichtbar. Kilchör griff den Prolog des Johannesevangeliums auf (Joh 1,1–14) und erinnerte an die Begebenheit, bei der die Jünger am Sabbat unterwegs waren und Ähren ausrissen. Jesus erklärte dort, dass er größer ist als der Tempel (vgl. Mt 12,6). In der neutestamentlichen Gemeinde, dem Tempel Gottes, in dem der Heilige Geist wohnt, werde das Thema des Wohnens Gottes fortgesetzt und in der Offenbarung am Ende des Buches in der Verschmelzung von Himmel und Erde zu seinem endgültigen Ziel geführt: „Die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen …“ (Offb 21,3).

Eric Sollberger im Gespräch mit Prof. Benjamin Kilchör von der STH Basel (E21, Vanessa Eichwald).

Gott rettet in ausweglosen Situationen

Anhand von zwei bekannten Geschehnissen aus dem 1. und 2. Buch Mose zeigte Jonathan Moll, Dozent für Altes Testament am SBT Beatenberg, wie Gott den Menschen nachgeht. So erhält der Betrüger Jakob durch eine Begegnung mit Gott in einer menschlich ausweglosen Situation eine neue Identität, was sich dann in seinem neuen Namen „Israel“ manifestiert. „Gott ist es, der ihm diesen Vorzug schenkt; dies ist nicht in der Persönlichkeit Jakobs begründet“, erklärte Moll. Eine ähnlich ausweglose Situation widerfuhr dem Volk Israel beim Auszug aus Ägypten. Dabei erlebte es, dass Gott durch das Gericht hindurch errettet hat. „Wenn Gott rettet, dann stirbt alles, was sich seinem Ja entgegenstellt“, so der Alttestamentler.

Jonathan Moll vom SBT Beatenberg sprach darüber, wie Gott Menschen nachgeht und sie verändert (E21, Vanessa Eichwald).

Was sagt das Alte Testament über Mann und Frau?

Die Plenumsvorträge wurden durch zwei parallel stattfindende Seminare ergänzt. Pastor Peter Prock aus Basel setzte sich mit dem alttestamentlichen Männerbild auseinander. Silvia Wambululu aus Kloten untersuchte das alttestamentliche Frauenbild. Dabei wurden auch Anknüpfungspunkte für das Leben als Mann und Frau in der Gegenwart herausgearbeitet.

Silvia Wambululu aus Kloten untersuchte das alttestamentliche Frauenbild (E21, Vanessa Eichwald).

„Insgesamt dürfen wir dankbar sein für eine gelungene Konferenz mit vielen positiven Rückmeldungen von den Teilnehmern“, sagte Peter Prock, der die Veranstaltung mit vorbereitet hatte. Die Besucher aus unterschiedlichen Gemeinden und Verbänden wurden durch die theologischen Beiträge und die herzlichen Begegnungen sehr ermutigt. An den Büchertischen und Informationsständen theologischer Ausbildungsstätten und christlicher Werke konnten sie Einblicke in das Wirken Gottes gewinnen.

Der gemeinsame Lobpreis richtete den Blick auf Gottes Gnade (E21, Vanessa Eichwald).

Über Evangelium21

Die Vorträge dieser Konferenz werden demnächst in der Mediathek bereitgestellt. Evangelium21 ist ein Netzwerk von Christen, das sich für eine bibeltreue, reformatorisch geprägte Theologie und geistliche Erneuerung im deutschsprachigen Raum einsetzt. Konferenzen, Veröffentlichungen und Schulungsangebote sollen dazu beitragen, das Evangelium im Zentrum von Glauben und Gemeinde zu halten. Informationen über weitere Veranstaltungen gibt es unter: https://www.evangelium21.net/konferenzen/