Für wen hält Jesus sich eigentlich?

Artikel von Stephen Wellum
26. Januar 2026 — 14 Min Lesedauer

Die Bundesgeschichte der Bibel zeigt als übergreifende Erzählung, wer Jesus ist. Und sie bildet den Hintergrund für die Darstellung seiner Person im Neuen Testament.[1]

Wer ist Jesus? Der Schrift zufolge ist er derjenige, der Gottes Reich und das Zeitalter des Neuen Bundes einweiht. In ihm wird die vollständige Vergebung der Sünde verwirklicht, der endzeitliche Geist wird ausgegossen, die neue Schöpfung bricht an und alle Verheißungen Gottes werden endgültig erfüllt. Das wirft jedoch eine wichtige Frage auf: Wer kann so etwas vollbringen? Die Bibel gibt folgende Antwort: Der Einzige, der dies tun kann, ist zugleich Jahwe (der Herr) und der gehorsame Menschensohn – und genau so wird Jesus im Neuen Testament dargestellt.

Wusste Jesus selbst, dass er Gott ist – der Sohn, der Mensch geworden ist? Sah er sich selbst als den ewigen Sohn des Vaters, als verheißenen menschlichen Messias, der gekommen ist, um den Vater zu offenbaren, die Werke Gottes zu tun und dadurch zu zeigen, dass er Gott, der Sohn, ist? Das sind keine einfachen Fragen. Einerseits lehrt die Schrift, dass Jesus geboren wurde, „an Weisheit zunahm und an Alter“ (Lk 2,52) und manches nicht wusste (vgl. Mt 24,36). Dies zeigt, dass Jesus wahrer Mensch ist, der verheißene „Nachkomme“ der Frau (1Mose 3,15) und daher in der Lage, als unser Bundeshaupt und Erlöser zu handeln. Andererseits ist Jesu Selbstverständnis, dass er mehr ist als nur ein menschlicher Sohn im Ebenbild Gottes; er ist auch der göttliche Sohn. Hier konzentrieren wir uns auf Letzteres, ohne Ersteres zu schmälern. Sehen wir uns das deutliche Zeugnis an, das Jesus über seine eigene Identität ablegt – eingebettet in die Geschichtshandlung und den Deutungsrahmen der Bibel.

Das ausdrückliche Zeugnis Christi

Jesu ganzes Leben legte Zeugnis davon ab, für wen er sich hielt. Es gibt wichtige Aspekte seines irdischen Lebens, die indirekt offenbaren, dass er seine Identität als die des göttlichen Sohnes verstand. Über dieses implizite Selbstzeugnis hinaus finden wir klare Aussagen, in denen sein Selbstverständnis als göttlicher Sohn, der zugleich der Menschensohn ist, in seiner Beziehung zum Vater sichtbar wird.

Die Verwendung von „Abba“

Jesus spricht Gott mit dem aramäischen Begriff „Abba“ an, was offenbart, wie er seine Beziehung zum Vater versteht: Sie ist einzigartig und ohne Gleichen (vgl. Mt 6,9; 11,25–26).[2] Wenn Jesus seine Jünger lehrt, wie sie Gott anreden sollen, lehrt er sie zu beten: „Unser Vater“ (Mt 6,9; Joh 20,17). Jesus betrachtet seine eigene Beziehung zu seinem Vater aber als einzigartig. Wir nennen Gott Abba als angenommene Söhne aufgrund des Werkes Jesu und unserer Bundes-Einheit mit ihm (vgl. Röm 8,15; Gal 4,6). Jesu Gebrauch des Begriffes hingegen ist in seiner einzigartigen Beziehung zum Vater begründet – er ist der ewige Sohn (vgl. Joh 1,1; 5,19–30; 17,5).

Sohn Gottes

Dass Jesus der ewige Sohn ist, wird durch den Titel – ja, den Namen – „Sohn Gottes“ bekräftigt. Dieser Titel erscheint in den synoptischen Evangelien und nimmt sogar einen zentralen Platz im Johannesevangelium ein (vgl. Joh 3,16; 5,19–23). Er wird Jesus bei seiner Taufe (vgl. Mk 1,11), seiner Versuchung (vgl. Lk 4,9) und seiner Verklärung (vgl. Mk 9,7) zugesprochen. Im Evangelium des Johannes ist der Titel so wesentlich für die Identität Christi, dass Johannes sein Evangelium schreibt, „damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes“ (Joh 20,31).

Um die Bedeutung zu erfassen, die es hat, wenn Jesus sich selbst als Gottes Sohn bezeichnet, müssen wir wieder einmal alttestamentlich denken. Erstens: „Sohn“ ist eng mit dem „Ebenbild Gottes“ verbunden und wird daher auf zentrale typologische Gestalten angewandt: auf Adam (vgl. Lk 3,38), Israel (vgl. 2Mose 4,22–23) und den Thronfolger Davids (vgl. 2Sam 7,14), die alle Gott repräsentieren sollen. Auf diesem Muster aufbauend ist Jesus der wahre Sohn, nämlich der menschliche Sohn, der die Rolle der vorausgehenden Söhne erfüllt, aber größer ist als sie (vgl. Röm 1,3–4; Phil 2,6–11).

Die menschgewordene Sohnschaft Jesu ist jedoch nicht die ganze Geschichte. Schon im Alten Testament erfahren wir, dass Davids größerer Sohn die Identität Jahwes annimmt. Daraus erkennen wir, dass Jesu Sohnschaft mehr ist als bloß menschlich; er ist auch der ewige Sohn, das wahre Ebenbild und das genaue Abbild des Vaters (vgl. Kol 1,15–17; Hebr 1,2–3). Er ist daher eins mit dem Vater und offenbart in der Zeit etwas vom ewigen, innertrinitarischen göttlichen Leben Gottes.

Diese Wahrheit wird von Jesus selbst unterstrichen. Wie bereits erwähnt, spricht Jesus Gott regelmäßig als Abba oder „Vater“ an (Mt 11,25; 16,17; Lk 23,46). Diese Anreden gehen über eine bloß menschliche Beziehung hinaus. Als Kind macht Jesus seine irdischen Eltern auf seine einzigartige Vater-Sohn-Beziehung aufmerksam (vgl. Lk 2,49). Vor seinem Tod spricht er von seiner ewigen Sohnschaft: „und nun verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ (Joh 17,5). Jesus weiß nicht nur, dass er dazu bestimmt ist, der Sohn in seinem fleischgewordenen Leben zu sein, er weiß auch, dass er schon immer der ewige Sohn gewesen ist. Johannes 5,16–20 und Matthäus 11,25–27 beweisen das.

In Johannes 5, nach der Heilung eines Gelähmten, erwidert Jesus denen, die ihn kritisieren, weil er am Sabbat arbeitet: „Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke auch“ (Joh 5,17). Damit nennt Jesus Gott nicht nur seinen eigenen Vater, er stellt sich auch Gott gleich, indem er für sich die gleiche Autorität beansprucht wie Gott, am Sabbat zu wirken. In den folgenden Versen erklärt Jesus, dass die Rechtmäßigkeit seines Wirkens am Sabbat auf der göttlichen Natur all seiner Werke (insbesondere des Gerichts und der Auferweckung) beruht. Diese Werke verdienen Anbetung (vgl. Joh 5,22–23) und geschehen aufgrund der Aseität[3] (vgl. Joh 5,26) dessen, der diese Werke vollbringt. Für wen hält Jesus sich? Er betrachtet sich als den ewigen Sohn, der mit dem Vater das göttliche Wesen teilt und daher das Recht und die Vollmacht hat, alles zu tun, was Gott tut.

Jesus spricht auch in Matthäus 11,25–27 von seiner göttlichen Sohnschaft, diesmal im Sinne gegenseitigen Verständnisses und gemeinsamer Souveränität mit dem Vater – ein eindeutiger Anspruch auf Göttlichkeit. Doch Jesu göttliche Identität widerspricht nicht seiner Identität als menschlicher Sohn. Beides muss festgehalten werden.

Menschensohn

Jesus bezeugt seine Identität als Gott, der menschgewordene Sohn, durch seine häufigste Selbstbezeichnung: der Menschensohn. Dieser Titel taucht in den Evangelien auf und wird stets von Jesus selbst verwendet. Um zu verstehen, was Jesus damit meint, ist es entscheidend, den Titel vor seinem alttestamentlichen Hintergrund zu verstehen.[4]

Zweifellos verweist der Titel auf die Menschheit Jesu. Im Alten Testament wird „Menschensohn“ synonym für Menschen verwendet, insbesondere im Kontext unserer Rolle in der Schöpfung (vgl. Ps 8,5). In Daniel 7 jedoch erhält „Menschensohn“ die Bedeutung einer übermenschlichen Gestalt, die an der Seite des „Hochbetagten“, also Jahwes, wirkt. In Daniels Vision übergibt Gott sein Reich einem, der „wie ein Menschensohn“ ist (Daniel 7,13–14). Doch dieser Menschensohn unterscheidet sich von allen anderen: Er kommt auf den „Wolken des Himmels“, seine Herrschaft währt ewig, und seine Herrschaft verleiht seinem königlichen Volk die Herrschaft über die ganze Erde (Dan 7,13–14.18.22.27) – was ihn mit Gott identifiziert. Somit ist dieser Menschensohn der verheißene Königssohn, der, weil er sowohl Gott als auch Mensch ist, die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen herbeiführen und unsere gerechte stellvertretende Herrschaft über Gottes Schöpfung wiederherstellen wird.

Wenn Jesus als selbsternannter „Menschensohn“ in diese biblische Heilsgeschichte tritt, erhebt er einen erstaunlichen Anspruch auf seine Identität. Als Menschensohn identifiziert sich Jesus zugleich als Gott und Mensch. Er verwendet den Titel in seiner Erniedrigung als Mensch, um die Verlorenen zu retten (vgl. Mt 8,20; Mk 10,45), in seiner göttlichen Vollmacht, Sünden zu vergeben (vgl. Mk 2,10), und in seiner göttlichen Kraft, Tote aufzuerwecken (vgl. Mt 17,9). Und Jesus bezeichnet sich auch als Menschensohn in Bezug auf seinen leiblichen Aufstieg zum Thron des Himmels nach der Auferstehung (vgl. Mt 19,28) sowie bei der Vorhersage seiner zukünftigen Wiederkehr als König des Himmels, der „auf den Wolken des Himmels kommt mit großer Kraft und Herrlichkeit“ (Mt 24,30).

Göttlicher Auftrag und Werk

Jesus offenbart seine Identität als Gott, der Sohn, der Mensch geworden ist, auch im Zweck seines Kommens. In zahlreichen Aussagen, die mit den Worten „Ich bin gekommen, um ...“ beginnen, offenbart er den Grund für seine Ankunft.

So erklärt Jesus beispielsweise, dass er gekommen ist, die gute Nachricht vom Himmelreich zu predigen (vgl. Mk 1,38), das Gesetz und die Propheten zu erfüllen (vgl. Mt 5,17), Sünder zu sich zu rufen (vgl. Mt 9,13) und so weiter. In jedem Fall versteht Jesus seine eigene Identität in göttlichen Begriffen.[5] Noch eindeutiger wird Jesu Identität sichtbar, wenn er Sünden vergibt (vgl. Mk 2,1–12). Die religiösen Führer stellen richtig fest, dass Gott allein Sünden vergeben kann. Sie erkennen aber nicht, dass Jesus der göttliche Sohn ist und die verheißene Sündenvergebung und die bundesgemäße Versöhnung zwischen Gott und Menschen in Jesus erfüllt werden. In ihm ist Immanuel, „Gott mit uns“, hier gegenwärtig (Mt 1,21–23; vgl. Jeremia 31,34).[6] Tempel, Priestertum und Opfersystem hatten ihre typologische Funktion erfüllt, um die Bühne dafür zu bereiten, dass Gott selbst als der Mensch Jesus kommt, um unsere ewige Erlösung zu vollbringen.

„Ich bin“

Neben diesen Aussagen in den synoptischen Evangelien gibt uns das Johannesevangelium die berühmten „Ich-bin“-Aussagen (griech. egō eimi), mit denen Jesus sich selbst mit Gott einstellt. Wenn Jesus sagt „Ich bin es“ (Joh 6,20; 8,24.28.58; 18,5.6.8), verknüpft er seine persönliche Identität mit dem einzigartigen, persönlichen Namen Jahwes, des Schöpfers und Bundesherrn (vgl. 2Mose 3,6.14). Es ist, als wäre Jesus in die alttestamentliche Heilsgeschichte getreten und hätte sich ausdrücklich Gott genannt.

Ein Beispiel ist Johannes 8, wo Jesus eine weitere Auseinandersetzung mit den Juden in Bezug auf seine Herkunft und Identität mit den Worten erklärt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich“ (Joh 8,58). Die jüdischen Führer klammern sich an ihre Abstammung von Abraham. Jesus nennt sich aber ausdrücklich „Ich bin“, um sich als Gott Abrahams zu offenbaren. Ein weiteres Beispiel ist Johannes 13,19. Tom Schreiner bemerkt richtig: „Die Verwendung von ‚Ich bin‘ zeigt, dass solche Vorhersagen nicht bloß die Prophezeiungen eines gewöhnlichen Propheten sind. Jesus beweist seine Göttlichkeit, indem er verkündet, was geschehen wird, bevor es eintritt.“[7] Darüber hinaus weiß Jesus, dass er als der Sohn in einer ewigen Beziehung zu seinem Vater existiert hat, wenn er betet: „Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ (Joh 17,5). All diese Hinweise belegen, dass Jesus wusste, dass er von Ewigkeit her eins mit dem Vater und somit der göttliche Sohn ist.

Zudem identifiziert sich Jesus mit Jahwe, indem er sich als die typologische Erfüllung verschiedener alttestamentlicher Personen, Ereignisse und Einrichtungen darstellt. Jesus sagt unter anderem in Johannes 10,11: „Ich bin der gute Hirte.“ Indem er diese Aussage im Handlungsstrang der Bibel verwendet, beansprucht er nicht nur, die Rolle der Könige Israels zu erfüllen, die alle darin versagten, das Volk zu weiden (vgl. Hes 34,1–9), sondern er identifiziert sich auch mit Gott selbst (vgl. Ps 23; Hes 34,11–13). So stellt sich Jesus in all seinen „Ich-bin“-Worten ausdrücklich mit Gott gleich als der Sohn, der Mensch wurde.

Unser Glaubensziel

Schließlich macht Jesus sich selbst ausdrücklich zum Ziel des rettenden Glaubens, das allein Gott vorbehalten ist. Immer wieder lehrt das Alte Testament, dass „die Rettung vom Herrn kommt!“ (Jona 2,10). Das Neue Testament widerspricht dieser Wahrheit nicht, sondern macht Jesus zum eigentlichen Ziel des rettenden Glaubens (vgl. Joh 12,44; 14,1; Apg 16,34; Röm 4,3.5.17.24; Gal 3,6; 1Thess 1,8; Tit 3,8; Hebr 6,1; 1Petr 1,21).[8]

Diese Hinwendung zu Jesus bedeutet nicht, dass er ein rivalisierendes Ziel des Glaubens ist. Stattdessen bedeutet es, dass Jesus als der Sohn göttlich und doch verschieden vom Vater ist. Innerhalb der Heilsgeschichte der Bibel, die Jesus genau kennt, kann er das Vertrauen seiner Jünger mit gutem Grund auf sich selbst lenken, gerade weil er weiß, dass er der göttliche Sohn ist. Zweifellos stellt das Neue Testament Jesus als Vorbild des Glaubens für uns dar, aber bevor wir unseren Glauben nach Jesus ausrichten können, gebietet uns die Schrift, ihm als dem Ziel unseres Glaubens, als dem Gott unserer Rettung, zu vertrauen. Wie die Apostel im Licht des Kommens Christi bezeugen: „Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen“ (Apg 4,12; siehe a. Apg 10,43; 16,31; Röm 10,9–11; 1Kor 1,2; 1Joh 3,23; 5,13).

Fazit

Wusste Jesus, dass er Gott, der Sohn, der Mensch wurde, ist? Die Antwort auf diese Frage ist ja.[9] Dies schmälert in keiner Weise Christi wahre Menschheit und die Tatsache, dass er „wuchs und an Weisheit zunahm“ (Lk 2,52). Dennoch lehrt die Schrift, dass Jesus mehr ist als ein bloßer Mensch; er ist auch der ewige Sohn des Vaters, der Mensch geworden ist. Durch die Untersuchung von Jesu impliziten und expliziten Worten und Werken haben wir erkannt, dass Jesus wusste, dass er der Sohn war, der vom Himmel gekommen war, um als Mensch auf Erden das zu tun, was nur Gott tun kann. Durch die spezifischen Ansprüche, die er erhob, und die besonderen Werke, die er zu dem genauen Zeitpunkt vollbrachte, zu dem er in der Heilsgeschichte der Schrift kam, machte Jesus einen klaren Anspruch geltend: Er ist Gott, der Sohn, der Mensch wurde. Ebendarum bekennt die Gemeinde zu Recht, dass Jesus der Herr ist, das fleischgewordene Wort zu unserem Heil, und somit wahrhaft würdig unseres Glaubens, unserer Liebe, unseres Gehorsams und unserer Anbetung.


1 Dieser Absatz ist adaptiert aus Stephen J. Wellum, „Christological Reflections in Light of Scripture’s Covenants“, Southern Baptist Journal of Theology 16, Nr. 2 (2012): S. 9–107. Verwendet mit Genehmigung von The Southern Baptist Journal of Theology.

2 Vgl. Joachim Jeremias, „Das Gebetsleben Jesu“, ZNW, Nr. 25, 1 (1926), S. 123–140.

3 Für eine detaillierte Behandlung des Titels „Sohn“ siehe D.A. Carson, Jesus the Son of God: A Christological Title Often Overlooked, Sometimes Misunderstood, and Currently Disputed, Wheaton, IL: Crossway, 2012, u. Graeme Goldsworthy, The Son of God and the New Creation, Short Studies in Biblical Theology, Wheaton, IL: Crossway, 2015.

4 Vgl. Tom Schreiner, New Testament Theology, Grand Rapids, MI: Baker Academic, 2008, S. 213–231, u. C.F.D. Moule, The Origin of Christology, Cambridge: Cambridge University Press, 1977), S. 11–22.

5 Zu diesem Punkt vgl. Gathercole, The Preexistent Son: Recovering the Christologies of Matthew, Mark, and Luke, Grand Rapids, MI: Eerdmans, 2006, S. 83–189.

6 Siehe D.A. Carson, Matthew, The Expositor’s Bible Commentary, Bd. 8, Grand Rapids, MI: Zondervan, 1984, S. 222.

7 Tom Schreiner, New Testament Theology, 2008, S. 253.

8 Siehe Harris, Three Crucial Questions, Grand Rapids, MI: Baker, 1994, S. 77.

9 Unsere Schlussfolgerung, dass Jesus sich selbst als Gott, der Sohn, Mensch geworden, identifiziert, unterscheidet sich von der Position N.T. Wrights. Wright hat unbegründete Skepsis unter Bibelwissenschaftlern hinsichtlich des historischen Jesus zurückgewiesen, verneint aber, dass Jesus wusste, dass er Gottes Sohn ist; siehe N.T. Wright, The Challenge of Jesus: Rediscovering Who Jesus Was and Is, Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 1999, S. 96–125. Wright vertritt die Ansicht, dass Jesus sich selbst als den betrachtete, der die Berufung Jahwes ausführte. Doch das Bewusstsein einer Berufung sei nicht dasselbe wie das Wissen, Gottes Sohn zu sein. Wright liegt oft richtig, aber seine Schlussfolgerung erklärt nicht das Selbstverständnis Jesu in den von uns untersuchten biblischen Daten, geschweige denn die gesamte biblische Heilsgeschichte. Jesus betrachtet sich selbst als den messianischen „Sohn“ und den ewigen Sohn, der gekommen ist, um den Willen seines Vaters zu erfüllen und Gottes Volk zu erlösen.