Großer König in kleiner Krippe
Die ungewöhnlichste Geburt, die es jemals gab, hat vor mehr als 2000 Jahren stattgefunden. Sie ist der Grund, warum Menschen überall auf der Welt Weihnachten feiern und einander beschenken. Sie ist aber vor allem der Grund dafür, dass es Hoffnung für eine verlorene Menschheit gibt. Genau das zeigt uns Lukas in seinem Bericht über die Geburt des Sohnes Gottes.
1. Großer König in einer kleinen Krippe
Lukas beginnt seinen historischen Bericht nicht beim Kind in der Krippe in Bethlehem, sondern beim Kaiser Oktavian in Rom, der den Befehl dafür gibt, dass sich alle Bürger seines riesigen Reiches in ihren Heimatstädten in Listen eintragen sollten.
Dabei ging es dem Kaiser um die Einnahme von Steuern, vor allem aber um die Demonstration seiner Macht. Oktavian wurde als Begründer eines „Goldenden Zeitalters“ verehrt. Millionen von Menschen huldigten ihm. Er verkörperte Macht wie kaum ein anderer und regierte ein riesiges Reich. Er sprach nur ein Wort und alles und jeder hatte sich in Bewegung zu setzen.
Aber Lukas lenkt unsere Augen in der Weihnachtsgeschichte auf einen anderen König, der viel, viel mächtiger als der römische Kaiser ist und hier seine große Geschichte schreibt. In Lukas 2 stehen sich zwei Könige gegenüber. Der eine thront in Rom, dem Machtzentrum der damaligen Zeit. Er sieht wirklich unfassbar mächtig aus und denkt auch von sich, dass er die Welt kontrolliert. Und der andere? Er liegt in einer Futterkrippe, irgendwo im unbedeutenden Bethlehem – auf die Welt gebracht von einer jungen, unbedeutenden und armen Frau namens Maria.
Der äußere Schein trügt jedoch. In Wahrheit war es nicht das Zepter in Rom, das die Welt lenkte. Es waren die kleinen Händchen eines Babys. Denn dieses Baby war nicht irgendein Baby. Es war der Sohn Gottes höchstpersönlich, der seit Ewigkeiten mit dem Vater und dem Geist lebt und regiert, der Mensch wurde und eine kleine, nach Tieren riechende Krippe zu seinem Thron machte. Der erste Schrei dieses Babys war das Signal an das gesamte Universum: Der wahre König ist da! Nein, nicht Rom, sondern der Himmel regiert!
2. Große Freude für ängstliche Herzen
Kein Wunder also, dass Lukas’ Bericht darüber auch voller Freude ist. Ja, die Hirten reagieren zunächst mit Furcht, weil sie beim Auftritt der Engel mit der Heiligkeit Gottes konfrontiert werden. Ihre Furcht wird aber schon bald in Freude verwandelt, weil sie hören dürfen: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden für die Menschen, auf denen sein Wohlgefallen ruht.“
Das ist eine Botschaft voller Hoffnung: Gott bringt Frieden, Rettung und damit Hoffnung für eine verlorene Welt – durch den König in der kleinen Krippe. Diese kleinen Händchen, die aus der Krippe herausragten, würden eines Tages von Nägeln durchbohrt werden. Diese kleinen Füße, die noch lernen mussten zu laufen, würden eines Tages einen Hügel hochgehen, auf dem ein Kreuz stand. Dieses kleine Köpfchen in Marias Schoß würde eines Tages eine Dornenkrone tragen. Jesus wurde geboren, um zu sterben und um uns durch seinen Tod und seine leibhaftige Auferstehung Vergebung unserer Schuld und unzerstörbare Hoffnung zu bringen.
Der Hebräerbrief erinnert uns daran, dass Jesus kam und starb, um den Teufel zu besiegen und uns aus der versklavenden Todesangst zu befreien. Genau das entdecken wir in der Reaktion der Hirten, nachdem sie das Kind in der Krippe gesehen hatten (Hebr 2,20): Aus Furcht wird Freude und Anbetung.
In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten! Denn Gott regiert und hat in Christus triumphiert.