Inwiefern ist Jesus der gute Hirte?

Artikel von Ian Hamilton
3. Dezember 2025 — 4 Min Lesedauer

Die Antwort auf diese große Frage ist im Grunde ganz einfach: Jesus ist der gute Hirte, weil er es selbst gesagt hat. Im Johannesevangelium sagte er: „Ich bin der gute Hirte“ (Joh 10,11). Man könnte es dabei belassen und sich mit dieser Aussage zufriedengeben – mit dem Wort dessen, der zu seinen Gegnern sagen konnte: „Wer von euch kann mich einer Sünde überführen?“ (Joh 8,46). Jesus sprach nicht nur die Wahrheit, er sagte: „Ich bin die Wahrheit“ (Joh 14,6). Jesus behauptete jedoch nichts über sich selbst, ohne es auch zu beweisen. Jeder kann Behauptungen über sich aufstellen, selbst übertriebene oder falsche. Doch solche Aussagen müssen geprüft werden: Sind sie wahr oder nur Selbsttäuschung?

Als Jesus sagte: „Ich bin der gute Hirte“, fügte er sofort hinzu, was er damit meinte, und untermauerte so seine Aussage: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe“ (Joh 10,11).

Das Bild vom Hirten und seinen Schafen war den Zuhörern Jesu wohlbekannt. Sie lebten in einem Land, in dem Hirten und Herden alltäglich waren. Außerdem wussten sie aus den Schriften, dass Gott selbst sich als Hirten bezeichnet, der liebevoll für seine Schafe – sein gläubiges Volk – sorgt. Kein Text drückt diese fürsorgliche, liebevolle und beschützende Haltung Gottes eindrücklicher aus als Psalm 23:

„Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele; er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, die trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar.“

Ich habe diesen Psalm Hunderte Male gelesen und ihn im Laufe meiner Dienstzeit bei über siebenhundert Beerdigungen rezitiert. Er fasst auf wunderschöne Weise die Fürsorge, Freundlichkeit, den Schutz und die Liebe des himmlischen Hirten für seine Schafe zusammen und zeigt, warum der Herr der gute Hirte ist.

Als Jesus sagte: „Ich bin der gute Hirte“, machte er eine erstaunliche Behauptung. Er beanspruchte, der menschgewordene Herr zu sein, der liebt, sich kümmert, für seine Schafe sorgt und sie beschützt. In einzigartiger Weise zeigte er, was ihn als Hirten auszeichnet: „Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“

Nirgends wurde Jesu Anspruch, der gute Hirte zu sein, herrlicher und eindrücklicher bestätigt als darin, dass er sein Leben hingab, um das ewige Heil seiner Schafe zu sichern.

Martin Luther schrieb einmal: „Crux probat omnia“ – „Das Kreuz beweist alles.“ Damit meinte er, dass der sühnebringende Tod Jesu am Kreuz von Golgatha die größte Offenbarung von Gottes Liebe zu Sündern ist. Unsere Sünde und unser gefallener Zustand in Adam trennten uns von Gott und brachten uns unter sein gerechtes Urteil. Wir waren machtlos, irgendetwas zu tun, um die Dinge zwischen Gott und uns in Ordnung zu bringen. Doch was wir nicht tun konnten, das tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn gab, um an unserer Stelle zu leben und zu sterben, die Strafe zu tragen, die unsere Sünde verdiente, am dritten Tag siegreich aufzuerstehen und uns so mit Gott zu versöhnen.

Inwiefern ist Jesus also der gute Hirte? In Liebe opferte sich dieser vom Himmel gekommene Hirte selbst, damit verlorene, schuldige Schafe der gerechten Strafe Gottes entgehen können. Durch ihn werden sie in die Gemeinschaft mit Gott zurückgeführt, um eines Tages in seiner unmittelbaren Gegenwart zu sein.

Daher frage ich dich: Bist du in Reue und Glauben zu diesem guten Hirten gekommen und dankst Gott, dem Vater, dafür, dass er seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn dem Tod am Kreuz übergab, um an deiner Stelle und zu deinem Wohl zu sterben? Jesus sagte:

„Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Ich und der Vater sind eins.“ (Joh 10,27–30)

Hast du seine Stimme im Evangelium gehört? Folgst du Jesus – nicht nur mit Worten, sondern auch mit deinem Leben? Wenn ja, dann freue dich als eines seiner durch Blut erkauften Schafe, denen er ewiges Leben geschenkt hat.

Ian Hamilton ist Präsident des Westminster Presbyterian Theological Seminary in Newcastle (England) und Professor am Greenville Presbyterian Theological Seminary in Greenville (USA). Er ist Autor zahlreicher Bücher.