Auf der Suche nach Freude

Sechs biblische Wahrheiten

Artikel von John Piper
27. Juni 2022 — 6 Min Lesedauer

Wusstest du, dass Gott uns befiehlt, fröhlich zu sein?

„Freue dich des HERRN, und er wird dir geben, was dein Herz begehrt.“ (Ps 37,4 ZÜ)

1) Gott hat uns zu seiner Verherrlichung erschaffen

„Bringe meine Söhne aus der Ferne herbei und meine Töchter vom Ende der Welt, einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen habe.“ (Jes 43,6–7)
„Gott hat uns so geschaffen, dass er am meisten verherrlicht wird, wenn wir uns am meisten an ihm erfreuen.“
 

Gott hat uns erschaffen, um seine Herrlichkeit größer sichtbar zu machen – so wie Teleskope die Sterne vergrößern. Er hat uns erschaffen, damit seine Güte und Wahrheit und Schönheit und Weisheit und Gerechtigkeit offenkundig werden. Wenn die Freude an allem, was er ist, am tiefsten ist, zeigt das die Größe seiner Herrlichkeit am deutlichsten. Das bedeutet, Gott empfängt Lobpreis, und wir empfangen Freude. Gott hat uns so geschaffen, dass er am meisten verherrlicht wird, wenn wir uns am meisten an ihm erfreuen.

2) Jeder Mensch sollte zur Verherrlichung Gottes leben

„Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes!“ (1Kor 10,31)

Wenn Gott uns zu seiner Verherrlichung gemacht hat, so ergibt sich daraus logischerweise, dass wir zu seiner Ehre leben sollten. Unsere Pflicht ergibt sich aus seinem Plan für uns. Es ist also unsere vorrangigste Pflicht, mit all dem, was er für uns ist, befriedigt zu sein und dadurch seinen Wert sichtbar zu machen. Das ist die Essenz der Liebe zu Gott (vgl. Mt 22,37), des Vertrauens in ihn (vgl. 1Joh 5,3–4) und der Dankbarkeit ihm gegenüber (vgl. Ps 100,2–4). Es ist die Wurzel allen echten Gehorsams und insbesondere der Nächstenliebe (vgl. Kol 1,4–5).

3) Wir alle haben darin versagt, Gott in dieser Weise zu verherrlichen.

„Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.“ (Röm 3,23)

Was bedeutet es, „die Herrlichkeit, die wir vor Gott haben sollten“, zu verfehlen? Es bedeutet, dass niemand von uns Gott so vertraut und ihn so wertgeschätzt hat, wie wir es ihm schuldig sind. Seine Größe und Herrlichkeit haben uns nicht erfreut. Auf seinen Wegen sind wir nicht gewandelt. Wir haben unsere Befriedigung in anderen Dingen gesucht und sie für wertvoller gehalten als Gott. Das ist das Wesen des Götzendienstes (vgl. Röm 1,21–23). Seit die Sünde in der Welt ist, haben wir uns alle dagegen aufgelehnt, Gott wertzuschätzen als die eine Kostbarkeit, die uns in allem völlig zufriedenstellt (vgl. Eph 2,3). Das ist eine eklatante Beleidigung der Größe Gottes (vgl. Jer 2,12–13).

4) Wir sind alle unter Gottes gerechtem Verdammungsurteil.

„Der Lohn der Sünde ist der Tod.“ (Röm 6,23)

Wir alle haben die Herrlichkeit Gottes geringgeachtet. Wie zeigt sich das? Indem wir ihm andere Dinge vorgezogen haben. Durch unsere Undankbarkeit, unser Misstrauen und unseren Ungehorsam. Es ist also nur gerecht, wenn Gott uns für immer aus der Freude seiner Herrlichkeit verbannt. „Diese werden Strafe erleiden, ewiges Verderben, vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Kraft“ (1Thess 1,9).

Das Wort „Hölle“ kommt im Neuen Testament vierzehnmal vor. Zwölfmal gebraucht es Jesus selbst.[1] Die Hölle ist kein Mythos, den sich zornige Prediger mit schlechter Laune ausgedacht haben. Der Sohn Gottes, der gestorben ist, um Sünder von ihrem Fluch zu retten, warnt uns eindringlich davor. Wir ignorieren das zu unserem eigenen Schaden.

Würde die Bibel an diesem Punkt ihrer Beschreibung des Zustands der Menschheit haltmachen, wären wir zu einer Zukunft ohne Hoffnung verdammt. Aber sie macht hier nicht halt.

5) Gott hat seinen einzigen Sohn Jesus gesandt, um uns ewiges Leben und Freude zu geben.

„Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu retten“ (1Tim 1,15).
„Die Hölle ist kein Mythos, den sich zornige Prediger mit schlechter Laune ausgedacht haben. Der Sohn Gottes, der gestorben ist, um Sünder von ihrem Fluch zu retten, warnt uns eindringlich davor.“
 

Das ist die gute Nachricht, dass Christus für Sünder wie uns gestorben und leiblich auferstanden ist. Mit seiner Auferstehung hat er die rettende Kraft seines Todes unter Beweis gestellt und die Tore zu ewigem Leben und ewiger Freude geöffnet (vgl. 1Kor 15,20). Nun kann Gott Sündern die Schuld erlassen und gleichzeitig seine Gerechtigkeit aufrechterhalten (vgl. Röm 3,25–26). „Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte“ (1Petr 3,18). Wenn wir zu Gott kommen, finden wir in ihm allumfassende, tiefe und bleibende Zufriedenheit.

6) Die Segnungen, die durch den Tod Christi erkauft wurden, gehören denen, die Buße tun und ihm vertrauen.

„So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden“ (Apg 3,19).
„Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden“ (Apg 16,31).

„Buße tun“ bedeutet, sich von allen trügerischen Versprechungen der Sünde abzuwenden. „Glauben“ bedeutet, mit allem, das Gott uns durch Jesus verheißt, zufrieden zu sein. „Wer an mich glaubt“, sagt Jesus, „den wird niemals dürsten“ (Joh 6,35). Wir verdienen unsere Errettung nicht. Wir können uns ihrer nicht würdig machen (vgl. Röm 4,4–5). Wir bekommen sie als Gnadengeschenk durch den Glauben (vgl. Eph 2,8–9). Sie ist ein freies Geschenk (vgl. Röm 3,24). Dieses Geschenk gehört uns, wenn wir es für wertvoller halten als alles andere (vgl. Mt 13,44). Dann ist Gottes Ziel für seine Schöpfung vollendet: Er ist in uns verherrlicht, und wir erfreuen uns an ihm – auf ewig.

Ergibt das Sinn für dich?

Sehnst du dich nach dieser Freude, die aus der tiefen Zufriedenheit und Erfüllung kommt an allem, was Gott in Jesus für dich ist? Wenn ja, dann ist Gott in deinem Leben am Wirken.

Was musst du tun?

Wende dich von den trügerischen Versprechungen der Sünde ab. Rufe Jesus an, damit er dich von Schuld und Strafe und Gebundenheit befreit. „Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden“ (Röm 10,13). Setze deine Hoffnung auf alles, was Gott durch Jesus für dich ist. Brich die Macht der Versprechungen der Sünde durch den Glauben an die überlegene Freude durch die Verheißungen Gottes. Fang an, die Bibel zu lesen, um die kostbaren und überaus großen Verheißungen kennenzulernen, die dich freimachen können (vgl. 2Petr 1,3–4). Suche eine Gemeinde, die an die Bibel glaubt. Beginne, Gott anzubeten. Wachse in der Gemeinschaft mit anderen, die Christus ebenfalls höher schätzen als alles in der Welt (vgl. Phil 3,7).

Es muss keinen Konflikt geben zwischen unserem Glück und Gottes Heiligkeit. Das ist die beste Nachricht der Welt. Es verherrlicht die überragende Kostbarkeit Gottes, wenn wir uns an allem freuen, was er in Jesus für uns ist.

„Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen; vor deinem Angesicht sind Freuden in Fülle, liebliches Wesen zu deiner Rechten ewiglich!“ (Ps 16,11)

[1]  Zum Vorkommen des Wortes „Hölle“ im Neuen Testament vgl. Mt 5,22; Mt 5,29; Mt 5,30; Mt 10,28; Mt 18,9; Mt 23,15; Mt 23,33; Mk 9,43; Mk 9,45; Mk 9,47; Lk 12,5; Lk 16,23; Jak 3,6; 2Petr 2,4.

John Piper ist leidenschaftlicher Prediger und Professor für Praktische Theologie am Bethlehem College und Seminar in Minneapolis, Minnesota (USA). Er hat viele Bücher verfasst, von denen viele auch in deutscher Sprache erhältlich sind.