Lektionen für Christus-Nachfolger

Pressemitteilung von Evangelium21
23. Mai 2022 — 4 Min Lesedauer

(München, 23.05.2022). Die größte Not für Christen und Gemeinden ist eine fehlende Evangeliums-Integrität, die sich besonders in Heuchelei und Stolz zeigt. Das sagte Michael Reeves, Präsident der Union School of Theology (Bridgend, Wales), bei der diesjährigen Hauptkonferenz des Netzwerks Evangelium21 in der Hamburger Arche-Gemeinde. Reeves warnte die rund 750 Konferenzbesucher anhand des biblischen Gleichnisses vom Pharisäer und vom Zöllner (vgl. Lk 18,9–14) vor den Folgen einer Schein-Frömmigkeit. Die Pharisäer hätten äußerlich zwar gottgefällig gelebt, doch letztlich ihre Sicherheit in sich selbst und nicht bei Gott gesucht. Jesus habe darin keine Lappalie gesehen, sondern sie als „nicht gerechtfertigt“ bezeichnet. Um nicht in dieselbe Falle zu tappen, ermutigte Reeves seine Zuhörer zu einem ehrlichen Blick aufs Kreuz: „Dass Christus dort für meine Schuld bezahlt hat, zeigt, dass meine Not so groß ist, dass ich mir nicht selbst helfen kann“, sagte er. Diese Erkenntnis sei nicht nur für die Bekehrung relevant, sondern für das ganze Christenleben. Nur diese Wahrheit entziehe Stolz und Heuchelei wirksam den Nährboden. Gleichzeitig fördere das Evangelium eine tiefe Freude an Gottes Gnade und Barmherzigkeit, die auch den liebevollen Umgang mit anderen Menschen präge.

Für Erweckung beten

Neben den Vorträgen von Michael Reeves prägte das Konferenzprogramm eine Predigtserie durch das Bibelbuch Haggai. Christian Wegert, Vorstandsmitglied bei Evangelium21 und Pastor der Hamburger Arche-Gemeinde, zog in seiner Predigt eine Parallele vom zerstörten Tempel zu Haggais Zeiten zur Gemeinde Gottes heute. Diese liege, wie der Tempel damals, in weiten Teilen in Ruinen. Vielerorts gebe es keine Gemeinden, in denen das Wort Gottes klar verkündigt werde und Christsein würde häufig sehr unverbindlich gelebt. Wegert rief die Konferenzteilnehmer dazu auf, sich nicht an diesen Zustand zu gewöhnen, sondern dem Gemeindebau oberste Priorität zu geben und für eine Erweckung zu beten. „Nur mit Gottes Hilfe können wir erkennen, dass der ruinöse Zustand unserer Gemeinden und auch unseres persönlichen geistlichen Lebens nicht normal ist und dass Gott etwas viel Besseres für uns im Sinn hat“, sagte er. Der Schlüssel zu einer tiefgreifenden Veränderung sei – wie zur Zeit Haggais – Gottes Wort. Es sei erstaunlich, wie Gott durch die Predigten Haggais innerhalb kürzester Zeit eine Veränderung im Volk geschenkt habe.

Mit Enttäuschungen rechnen

Larry Norman, Pastor der Leipzig English Church, ermutigte die Zuhörer, beim Gemeindebau auch mit Enttäuschungen zu rechnen. Vielerorts gleiche die Gemeinde mehr einer ewigen Baustelle als einem Prachtbau. Evangelisationen seien oft wenig fruchtbar, personelle und finanzielle Ressourcen knapp, geistliches Wachstum begrenzt. Für Christen sei das aber kein Grund zu verzagen oder gar zu kapitulieren, denn Gott selbst verspreche, seine Gemeinde zu bauen. Norman erinnerte an die Kirchengeschichte: Immer wieder habe Gott geistliche Aufbrüche bewirkt und mächtiges Gemeindewachstum geschenkt. „Der Herr der Heerscharen gewinnt immer. Was er einmal getan hat, kann er auch wieder tun“, sagte der Pastor.

Zurüstung und Seminare

Bereits zum elften Mal fand die Evangelium21 Konferenz in der Hamburger Arche-Gemeinde statt. Das Motto in diesem Jahr: „Nachfolgen – mit ungeteilten Herzen.“ Insgesamt acht Referenten sprachen vor dem Plenum, darunter Christian Wegert von der Arche in Hamburg und Daniel Knoll, Pastor der Immanuel-Gemeinde in Wetzlar. Matthias Lohmann, 1. Vorsitzender des Vereins Evangelium21, sprach über Johann Gerhard Oncken, den Begründer des deutschen Baptismus. Seminare zu praktischen Gemeindefragen ergänzten das Programm. Ryan Hoselton referierte etwa über „Jüngerschaft und der Heilige Geist“. Kimberly Lotz und Eowyn Stoddard, beide Mitarbeiterinnen der Frauenarbeit von Evangelium21, sprachen über „Nachfolge in den unterschiedlichen Lebensphasen einer Frau“.

Die Konferenzvorträge und Seminare können über die Mediathek, über Youtube, Apple Podcasts oder Spotify abgerufen werden.

Textauslegendes Predigen und Vernetzungsarbeit

„Mit diesen Konferenzen wollen wir Gemeinden durch inhaltliche Impulse stärken und den Wert von textauslegenden Predigten vorleben“, sagt Matthias Lohmann. Darüber hinaus seien die Treffen wertvoll für die Vernetzung mit Glaubensgeschwistern: „Wir freuen uns, wenn durch diese Konferenz neue Initiativen oder sogar Gemeindegründungen entstehen.“ Die Vorträge werden demnächst in der Mediathek von Evangelium21 zur Verfügung gestellt. Die nächste E21-Konferenz findet vom 20.–22. April 2023 statt. Hauptredner ist dann der US-amerikanische Pastor Mark Dever (Washington).

Zum Netzwerk Evangelium21 gehören Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden. Sie verbindet das uneingeschränkte Vertrauen in die Heilige Schrift sowie eine Theologie, die auf die von den Reformatoren wiederentdeckten Wahrheiten ausgerichtet ist: Gnade allein, Glaube allein, die Schrift allein, Christus allein und zu Gottes Ehre allein. Regelmäßig veranstaltet das Netzwerk Konferenzen und Regionaltreffen.

Eindrücke von der Konferenz

Christian Wegert übersetzt einen Vortrag von Michael Reeves.
Larry Norman predigt über Haggai 2,1–9.
Der gemeinsame Lobpreis war ermutigend.


Evangelium21
V.i.S.d.P.: Matthias Lohmann

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