Licht und Schatten von Weihnachten

Artikel von Daniel Knoll
23. Dezember 2021 — 2 Min Lesedauer

„Ehre sei Gott in der Höhe, und Frieden auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens!“ Ein Weihnachtsgedicht zu Lukas 2,14.

Wenn die Straßen voller Lichter
und der Schnee zur Erde fällt,
äußerst fröhliche Gesichter –
herrscht dann Frieden auf der Welt?

Wenn wir Zeit zusamm’ verbringen,
wohlig warm, bei Kerzenschein,
weihnachtlich gemeinsam singen –
heißt das, es wird Friede sein?

Nein, da hoffen wir vergebens.
Auch das süße Jesuskind
nimmt ja nicht den Schmerz des Lebens,
dem wir ausgeliefert sind.

Blickt man selbst an Heiligabend
draußen in die Dunkelheit,
gibt es trotz der tausend Gaben
einen, der verzweifelt schreit.

Einer irrt durch dunkle Gassen
und weiß nicht mehr ein noch aus.
Einer fühlt sich sehr verlassen
und ist ganz allein zu Haus.

Einer krümmt sich voller Schmerzen,
hat nur Platz für Frust und Zorn.
Einer mit gebrochnem Herzen,
alles, was er hat’, verlor'n.

Einer schließt die Liebesarme,
sagt dem Partner: „Aus! Genug!“
Einer in der Notaufnahme
tut den letzten Atemzug.

Warum sollte jemand meinen,
dass es wahr ist, was hier steht,
dass durch Jesu Christ Erscheinen
es der Welt nun besser geht?

Sprachen himmlische Tenöre
nicht von Freud’ für jedermann?
Kündigten die Himmelschöre
nicht die Welt voll Frieden an?

Nun, es heißt nicht bloß „auf allen“
wird der Friede Gottes sein,
sondern „die ihm Wohlgefallen“,
dürfen voller Freude sein!

Doch wer kann schon von sich sagen,
dass er ganz vor Gott besteht,
kann die eig’ne Schuld ertragen,
ohne dass er selbst vergeht?

Über einen kann Gott sagen,
dass er ihm sehr wohlgefällt!
Darum ließ er diesen tragen
ganz allein die Schuld der Welt.

Einzig dafür nur geboren,
um all jene zu befrei’n,
die er dazu auserkoren,
ganz mit Gott versöhnt zu sein.

Die auf ihn vertrauen werden,
durch den Gott die Schuld vergisst,
haben Frieden schon auf Erden,
der sonst nicht zu finden ist.

Diese wissen, wenn sie leiden,
wird es hier zu Ende geh'n,
doch ihr Glück und ihre Freuden
soll’n in Ewigkeit besteh'n.

Viele aber, dem entgegen,
die das Wort vom Kinde hör’n,
wollen weihnachtlichen Segen
ohne sich zum Kind zu kehr’n.

Ja, sie möchten sich erfreuen,
dass ein Kindlein ist gebor’n,
doch sie wollen nichts bereuen,
bleiben unter Gottes Zorn!

Mag es ihnen gut ergehen,
es bleibt nur für diese Zeit!
Doch das Elend, das sie sehen:
Vorgeschmack der Ewigkeit.

O wie wunderbar und herrlich
doch das Wort von Jesus Christ!
O wie schrecklich und gefährlich
auch die Weihnachtsbotschaft ist.

Könn’ die einen kaum erwarten,
laut zu loben was Gott tat,
bleiben andere im Schatten
und vom Frieden ausgespart.

Lasst uns fröhlich dem gedenken,
dass Gott uns in seiner Gnad’,
um den Frieden uns zu schenken,
seinen Sohn gesendet hat.

Doch wir woll’n auch überlegen,
dass der Friede Jesu Christ
für die Welt, in der wir leben,
nur in ihm zu finden ist.

Wenn einst alles voller Lichter
und ein jeder niederfällt,
freudenstrahlende Gesichter –
dann herrscht Frieden in der Welt.

Dann, wenn wir zusammen droben
in des Lammes hellem Schein
unseren Erlöser loben,
dann wird endlich Frieden sein!

Daniel Knoll ist Pastor der Immanuel-Gemeinde in Wetzlar. Er hat mehrere Jahre als Projektmanager in der freien Wirtschaft gearbeitet, bevor er Theologie in Gießen, Wheaton und Leuven studierte. Er ist verheiratet mit Andrea und hat vier Kinder.

Dieses Gedicht ist in einer Broschüre der Herold-Mission erschienen. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.