„Ein Christ ohne Gemeinde ist ein Christ in Schwierigkeiten

Top-Zitate aus dem Buch Gemeinde wiederentdecken

Buchauszug von Collin Hansen, Jonathan Leeman und Matt Smethurst
23. Oktober 2021 — 9 Min Lesedauer

Beim Lesen des Buches Gemeinde wiederentdecken von Collin Hansen und Jonathan Leeman sind mir einige Zitate aufgefallen, die ich hervorheben möchte:

„Ein Christ ohne Gemeinde ist ein Christ in Schwierigkeiten.“ (S. 7)

„Gott lädt uns nicht in die Gemeinde ein, weil sie ein wohliger Ort ist, an dem man geistlich ein wenig erbaut wird. Nein, er lädt uns in eine geistliche Familie aus Außenseitern und Ausgestoßenen ein. Er heißt uns in einem Zuhause willkommen, das zwar nicht das ist, was wir wollen, aber genau das, was wir brauchen.“ (S. 9)

„Vielleicht findest du viele Gründe dafür, warum du Gemeinde nicht wiederentdecken willst – aber es gibt auch einen Grund dafür, warum du es musst: weil Gott dir durch diese Menschen, die du vielleicht nicht einmal besonders gerne magst, seine Liebe zu dir zeigen will. Es ist die einzige Art von Liebe, die uns aus uns selbst heraus und in eine Gemeinschaft hineinziehen kann, die über alle Kräfte hinausgeht, die unsere kranke Welt auseinanderreißen. Es ist der einzige, unumgängliche Weg, wie wir gemeinsam Heilung erfahren können. Zusätzlich zu alledem ist die Gemeinde der Ort, von dem Jesus sagt, dass er dort in besonderer Weise gegenwärtig ist. Wir wagen sogar zu behaupten, dass deine (und unsere) Gemeinde der Ort ist, wo der Himmel die Erde berührt und wo unsere Gebete allmählich erhört werden: ‚Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.‘“ (S. 13–14)

„Der Himmel kommt durch unsere versammelten Gemeinden auf die Erde herab. Und wenn das passiert, bietest du den Bürgern deines Landes die Hoffnung auf ein besseres Land und den Anwohnern deiner Stadt, die Hoffnung auf eine bessere, anhaltende Stadt. Egal mit welchen Herausforderungen du als Bürger dieser Erde konfrontiert bist, ob du zu einer ethnischen Minderheit gehörst oder nicht, ob du arm bist oder reich: Deine Hoffnung auf eine gerechte und friedvolle Gesellschaft solltest du nicht auf die Königreiche dieser Welt setzen. Sie sollte auf dem einzig wahren König ruhen, der sein himmlisches Reich baut – hier in seinen ‚Außenstellen‘: in unseren Ortsgemeinden.“ (S. 21)

„Gott sei Dank können wir biblische Wahrheiten aus dem Internet herunterladen! Aber Gott sei vor allem Dank, dass das christliche Leben mehr ist als nur ein Informationsaustausch. Wenn Gemeinde nur noch online stattfindet, können wir nicht mehr fühlen, erleben und bezeugen, wie diese Wahrheiten in der Familie Gottes lebendig werden, was unseren Glauben stärkt und ein Band der Liebe zwischen Brüdern und Schwestern schafft. ‚Virtuelle Gemeinde‘ ist ein Widerspruch in sich. … Das Leben als Christ und das Gemeindeleben kann man nicht herunterladen. Man muss es sehen, hören, davon umgeben und darin involviert sein.“ (S. 47–48)

„Ja, als Gemeinde zusammenzukommen mag unbequem sein, doch das ist die Liebe auch. Beziehungen können schwierig und chaotisch sein, doch das ist die Liebe auch. Gespräche, in denen wir verletzlich sind, können angsteinflößend sein, doch das ist die Liebe auch.“ (S. 48–49)

„Die Erfahrungen des Volkes Israel zeigen uns warnend auf, dass wir bei dem Vorhaben, die Gemeinde neu zu entdecken, anfällig dafür sind, uns Leiter auszusuchen, die uns nach dem Mund reden. In gleicher Weise sind Leiter versucht, den Leuten das zu geben, was sie wollen, weil sie dadurch leichter Anerkennung und vielleicht sogar ihren Lebensunterhalt bekommen. Es kann sogar sein, dass sie als unerschrockene Botschafter der Wahrheit angesehen werden, wenn sie Menschen außerhalb der eigenen Gemeinde scharf kritisieren. Vielleicht klingen sie mutig, doch sie trauen sich nicht, die Menschen, die womöglich für ihr Gehalt aufkommen, herauszufordern oder zu ermahnen. Vielleicht ist das die größte Herausforderung vieler Prediger. Wie sollen sie die Bibel und nichts als die Bibel predigen, ohne dem einen oder anderen auf die Füße zu treten? Wie können sie den Menschen schwierige Wahrheiten sagen, von denen sie bezahlt werden und die sie notfalls auch wieder hinausschmeißen können?“ (S. 56–57)

„Kein Wunder, dass es sich so anfühlt, als wären unsere Gemeinden nicht mit uns auf derselben Wellenlänge. Wir sind einen Großteil unserer Zeit auf einer anderen Sendefrequenz unterwegs und machen die Bibel nicht zur Priorität in unserem Leben. Die Gemeinden, die am stärksten aus der Pandemie hervorgehen, sind jene, die klar unterscheiden zwischen dem kraftvoll gepredigten Wort Gottes und den unzähligen anderen Worten, die um unsere Aufmerksamkeit gebuhlt haben.“ (S. 59)

„Wenn du die Predigt hörst, geht es dabei nicht nur um dich und deinen persönlichen Weg mit Jesus. ... Es geht darum, dass wir in Gemeinschaft leben.“
 

„Letzten Endes geht es beim Predigen nicht nur um Informationsvermittlung. Wenn das das einzige Ziel wäre, dann wäre die Predigt nicht mehr der effizienteste Weg dafür. Wir könnten auf Videos, Podcasts und Bücher zurückgreifen und den Gottesdienst ganz weglassen. Doch wenn du die Predigt hörst, geht es dabei nicht nur um dich und deinen persönlichen Weg mit Jesus. Es geht auch darum, eine himmlische Kultur zu pflegen und eine himmlische Stadt in deiner eigenen Gemeinde zu errichten. Es geht darum, dass wir in Gemeinschaft leben.“ (S. 62)

„Die Gemeindemitgliedschaft bietet die Sicherheit des Schafpferchs, bei dem Christus der Hirte ist. Die Zugehörigkeit zur Gemeinde versorgt uns mit allem, was wir brauchen, wie bei ei- nem Arm, der mit Blut versorgt wird, wenn er mit dem Körper verbunden ist, von dem Christus der Kopf (‚das Haupt‘) ist. Sie gibt uns die Liebe der Familie, in der Christus der Erstgeborene unter vielen Brüdern und Schwestern ist. Die Mitgliedschaft in einer Ortsgemeinde gibt uns alle Rechte und Pflichten, die wir als Bürger einer heiligen Nation haben, deren König Jesus Christus ist.“ (S. 72)

„So gesehen ist die Gemeindemitgliedschaft auf fast jeder Seite der neutestamentlichen Briefe zwischen den Zeilen zu finden, auch wenn andere Ausdrücke verwendet werden. Als Teil der Gemeinde sind wir Teil einer Familie mit familiären Verpflichtungen. Wir sind Teil eines Leibes, der mit allen anderen Körperteilen verbunden ist. Jede biblische Metapher für die Gemeinde hilft uns, zu verstehen, was es heißt, Teil der Gemeinde zu sein. All diese Metaphern sind notwendig, denn es gibt nichts, das eins zu eins mit der Gemeinde vergleichbar ist.“ (S. 75)

„Was du an dieser Stelle auf jeden Fall mitnehmen sollst, ist, dass die Zugehörigkeit zur Gemeinde nichts Passives ist. Sie ist nicht nur ein Status, wie eine Mitgliedschaft in einem Schützenverein oder im Punktesammel-Programm einer Tankstelle. Sie ist ein Job, bei dem du eine Aufgabe erfüllst. Dafür benötigst du sogar ein Training und eine Schulung. Du musst dich voll und ganz reinhängen. Du musst darüber nachdenken, wie du etwas bewirken kannst. Was wirst du diese Woche schaffen? Profitiert die Gemeinschaft von dir und trägst du deinen Teil der Last oder nimmst du dich aus allem raus?“ (S. 77)

„Menschen, die sich Gott entgegenstellen und ihm nicht gehorchen, laufen von der Liebe davon. Sie wählen etwas anderes als die Liebe, auch wenn sie es Liebe nennen.“ (S. 89)

„So oder so ist es keine Lösung, die Gemeinde einfach zu verlassen. Wir sollten stattdessen sicherstellen, dass unsere Gemeinden die Bibeln aufschlagen und das Werkzeug in Anspruch nehmen, das Gott uns gegeben hat, um Missbrauch (im besten Fall) vorzubeugen und (im schlechtesten Fall) darauf zu reagieren: eine Kultur von Jüngerschaft und Gemeindezucht. In einer Gemeinde, die Gemeindezucht auf demütige, liebende und verantwortungsbewusste Weise ausübt, sollte erst gar kein Grund für eine #MeToo- oder #ChurchToo-Bewegung aufkommen.“ (S. 92)

„Der Leib Christi ist die ‚Gemeinschaft der Unterschiedlichen‘. Wir als Gemeindeglieder sind nicht gleich und wir brauchen einander. Wir wurden nicht auf die gleiche Weise begabt und genau das ist von Gott so gewollt zu unserem Besten. Wir bekennen denselben Glauben an Jesus Christus, aber wir blicken auf ganz unterschiedliche Erfahrungen zurück. Das ist Gottes Idee für die Gemeinde, die wir neu entdecken müssen. Dieses Modell bietet nicht den schnellsten Weg, die größte Gemeinde zu bauen. Es ist jedoch der nachhaltigste Weg, eine gesunde Gemeinde zu bauen.“ (S. 103–104)

„Es mag leichter sein, nach einer Gemeinde zu suchen, in der jeder denkt, wählt und sündigt wie du. Für dein geistliches Wachstum ist es jedoch förderlicher, in einer ‚Gemeinschaft von Verschiedenen‘ verankert zu sein. ... Willst du eine Gemeinde finden, die die Aufmerksamkeit der Welt gewinnt? Halte nach einer Gemeinde Ausschau, die aussieht wie die zukünftige Welt.“ (S. 104–105)

„Zu oft sind Christen und Gemeinden so sehr damit beschäftigt, die Gesellschaft zu transformieren oder die Stadt zu verändern, dass sie es nicht schaffen, ihr eigenes Haus in Ordnung zu bringen. Wie wir in diesem Buch immer wieder betont haben: Gemeinden müssen zuerst danach streben, selbst veränderte Gemeinschaften und himmlische Städte zu werden. Nur dann können sie ihre Liebe, ihre guten Taten und ihr Streben nach Gerechtigkeit authentisch nach außen tragen. Wenn das passiert, können die niedergeschlagenen Bürger dieser Welt inmitten ihrer gescheiterten Revolutionen Zuflucht an den Türen unserer Botschaften suchen.“ (S. 115)

„Wir hören auf Menschen, ahmen sie nach und folgen ihnen, wenn wir ihnen vertrauen. Wenn ich glaube, dass du aufrichtig bist, mich liebst und nur das Beste für mich im Sinn hast, fällt es mir leichter, deine Unterweisung und Zurechtweisung anzunehmen – selbst die schwierigen Dinge. Wenn ich dir in diesen Bereichen jedoch nicht vertraue, dann werde ich alles infrage stellen und anzweifeln, was du sagst – selbst die einfachsten Dinge. Eine gesunde Gemeinde hat also nicht nur vertrauenswürdige Leiter, sondern auch Mitglieder, die bereit sind, ihnen zu vertrauen.“ (S. 128)

„Wenn ich (Collin) mit neuen Gemeindemitgliedern spreche, gebe ich ihnen ein großes Versprechen. Bisher ist noch niemand zu mir gekommen, um sich zu beschweren, dass ich dieses Versprechen nicht gehalten hätte. Ich verspreche den Gläubigen, dass sie, wenn sie regelmäßig zur Gemeinde kommen – was in unserer Gemeinde Gottesdienst am Sonntag und Hauskreis am Mittwoch bedeutet – und auf die anderen achten, alles bekommen werden, was sie sich von der Gemeinde wünschen. Das kann geistliches Wachstum sein, Freundschaften, Bibelwissen oder praktische Hilfe. Sie werden von der Gemeinde das bekommen, was sie wollen, wenn sie nur diese zwei Dinge tun.“ (S. 142–143)

„Andere Christen brauchen dich mehr, als du vielleicht denkst. Und eines Tages wirst du merken, dass auch du sie gebraucht hast.“ (S. 143)

Jonathan Leeman ist der Redaktionsleiter von 9Marks. Er ist Herausgeber der 9Marks Buchreihe sowie des 9Marks Journal. Jonathan lebt mit seiner Frau und seinen vier Töchtern in einem Vorort von Washington DC (USA) und ist Ältester der Cheverly Baptist Church.

Matt Smethurst ist geschäftsführender Redakteur bei The Gospel Coalition. Er und seine Frau, Maghan, haben drei Kinder und leben in Louisville, Kentucky (USA).

Collin Hansen ist Chefredakteur von The Gospel Coalition. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher. Er und seine Frau gehören zur Redeemer Community Church in Birmingham, Alabama (USA).