Zwei Ziele von Weihnachten

Andacht von John Piper – gelesen von Robin Dammer
Solid Joys kann auch auf Spotify oder iTunes abonniert werden.
„Kinder, lasst euch von niemand verführen! Wer die Gerechtigkeit übt, der ist gerecht, gleichwie Er gerecht ist. Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ (1Joh 3,7-8) 

Wenn es in 1. Johannes 3,8 heißt: „Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre“, was ist dann mit den „Werken des Teufels“ gemeint? Die Antwort ergibt sich eindeutig aus dem Kontext. 

Erstens bietet 1. Johannes 3,5 eine klare Parallele: „Und ihr wisst, dass Er erschienen ist, um unsere Sünden hinweg zunehmen; und in ihm ist keine Sünde.“ Wir lesen in Vers 5 und Vers 8, dass „er erschienen ist“. Also sind die „Werke des Teufels“, die Jesus zerstören wollte, höchstwahrscheinlich Sünden. Der Anfang von Vers 8 stellt das faktisch sicher: „Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an.“ 

Das Problem, um das es in diesem Kontext geht, ist die Sünde, es sind nicht Krankheiten oder Motorenschäden oder verpatzte Zeitpläne. Jesus ist in die Welt gekommen, um uns die Kraft zu geben, nicht mehr zu sündigen. 

Noch deutlicher wird das, wenn wir diese Wahrheit neben die Wahrheit aus 1. Johannes 2,1 halten: „Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt!“ Das ist eines der großen Ziele von Weihnachten – eines der großen Ziele der Menschwerdung (1. Johannes 3,8). 

Doch es gibt noch ein weiteres Ziel, das Johannes in 1. Johannes 2,1–2 anführt: „Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten; und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ 

Denk einmal darüber nach, was das bedeutet: Es bedeutet, dass Jesus aus zwei Gründen auf der Welt erschienen ist. Er ist gekommen, damit wir nicht weiter sündigen – d.h., er ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören (1Joh 3,8); und er ist gekommen, damit es ein Sühnopfer für unsere Sünden gibt, wenn wir doch sündigen. Er ist als ein stellvertretendes Opfer gekommen, dass Gottes Zorn über unsere Sünden wegnimmt. 

Das Ergebnis des zweiten Zieles ist nicht der Sieg über das erste Ziel. Vergebung geschieht nicht, um Sünde zuzulassen. Christus ist nicht für unsere Sünden gestorben, damit wir in unserem Kampf gegen die Sünde lax werden. Das Ergebnis dieser beiden Ziele von Weihnachten ist vielmehr, dass der ein für alle Mal bezahlte Preis für unsere Sünde uns die Freiheit und die Kraft schenkt, die uns ermöglicht, gegen unsere Sünde anzukämpfen – und zwar nicht aus einer Gesetzlichkeit heraus, die hofft, dass wir uns das eigene Heil verdienen können, und auch nicht aus der Furcht, dass wir unser Heil verlieren könnten; sondern als Sieger, die sich in fröhlicher Gewissheit in den Kampf gegen die Sünde werfen, selbst wenn es uns das Leben kostet. 

Alle Folgen