Vorbilder im Kampf gegen die Mutlosigkeit

Andacht von John Piper – gelesen von Robin Dammer
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„Wenn mir auch Leib und Seele vergehen, so bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil.“ (Ps 73,26) 

„Wenn mir auch Leib und Seele vergehen“, schreibt Asaph. Dieser völlig von Gott hingerissene Psalmist sagt: „Ich vergehe! Ich bin verzweifelt! Ich habe allen Mut verloren!“ Doch dann feuert er eine Breitseite gegen seine Verzweiflung ab: „So bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil.“ 

Der Psalmist kapituliert nicht angesichts seiner Mutlosigkeit. Er geht auf Gegenangriff gegen seinen Unglauben. 

Er sagt im Kern: „Ich fühle mich im Inneren sehr schwach und hilflos und unfähig, meine Lage zu bewältigen. Mein Körper ist angeschossen und mein Herz so gut wie tot. Doch so viel Grund ich auch habe, mutlos zu sein, werde ich doch nicht kapitulieren. Ich werde auf Gott vertrauen und nicht auf mich selbst. Er ist meines Herzens Fels und mein Teil.“ 

Die Bibel ist voller Geschichten von Gläubigen, die mit tiefer Niedergeschlagenheit zu kämpfen haben. In Psalm 19,7 lesen wir: „Das Gesetz des HERRN ist vollkommen, es erquickt die Seele [...].“ Der Vers enthält das klare Eingeständnis, dass die Seele der Gläubigen manchmal erquickt, also belebt, werden muss. Und wenn sie belebt werden muss, dann war sie davor in gewisser Hinsicht „tot“. So hat es sich angefühlt. 

David sagt das Gleiche in Psalm 23,2–3: „Er [...] führt mich zu stillen Wassern. Er erquickt meine Seele [...].“ Die Seele „eines Mannes nach Gottes Herzen“ (1Sam 13,14) ist darauf angewiesen, erquickt zu werden. Sie war am Verdursten und kurz davor völlig entkräftet niederzufallen, aber Gott führte die Seele ans Wasser und belebte sie wieder. 

Gott hat diese Zeugnisse in die Bibel eingefügt, damit wir sie im Kampf gegen den Unglauben der Verzweiflung einsetzten. Und wir kämpfen mit der Sprengkraft des Glaubens an Gottes Verheißungen: „So bleibt doch Gott ewiglich meines Herzens Fels und mein Teil.“ Das predigen wir uns selbst. Und wir halten es dem Teufel ins Gesicht, wenn er uns anklagt. Und wir glauben es. 

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