Was ist eine Ortsgemeinde?

Artikel von Jonathan Leeman
13. Juli 2021 — 2 Min Lesedauer

Eine Ortsgemeinde ist eine Gruppe von Christen, die sich regelmäßig im Namen Jesu versammelt, um sich gegenseitig durch Predigt und Gnadenmittel (Taufe und Abendmahl) die Zugehörigkeit zu Jesus Christus und seinem Reich nach außen hin sichtbar zu bestätigen und zu beaufsichtigen. Diese Definition klingt zwar etwas sperrig, hebt aber fünf wichtige Aspekte hervor:

  • eine Gruppe von Christen,
  • ein regelmäßiges Versammeln,
  • eine gemeinschaftliche Bestätigung und Beaufsichtigung,
  • das Ziel, Jesus Christus und sein Königreich auf dieser Erde zu repräsentieren – sie versammeln sich in seinem Namen,
  • die Werkzeuge der Predigt und der Gnadenmittel.

Genau so, wie die Worte eines Pastors einen Mann und eine Frau zu einem Ehepaar machen, verwandeln die letzten vier Aspekte eine gewöhnliche Gruppe von Christen, die gemeinsam Zeit in einem Park verbringen, in eine Ortsgemeinde.

Es gibt mehrere Gründe, warum es wichtig ist, sich zu versammeln. Einer ist der, dass wir als Christen dadurch „öffentlich“ sichtbar werden und zeigen, wem wir nachfolgen. Wir sind der Außenposten, die Gesandtschaft des zukünftigen Königreiches Jesu. Hier verneigen wir uns vor unserem König, wir beten nur ihn an. Die Pharaonen dieser Welt mögen sich uns widersetzen, doch Gott erwählt sich sein Volk aus den Nationen, um ihn anzubeten. Er wird seine mächtige Gemeinde bauen.

„Wir sind der Außenposten, die Gesandtschaft des zukünftigen Königreiches Jesu.“
 

Wenn wir uns versammeln, kann der König auch seine Herrschaft durch Predigt, Gnadenmittel und Gemeindezucht ausüben. Die Predigt des Evangeliums offenbart das „Gesetz“ unserer Nation. Sie verkündigt den Namen unseres Königs und das Opfer, das er gebracht hat, um unser König zu werden. Sie lehrt uns seine Wege und konfrontiert uns mit unserem Ungehorsam. Und sie versichert uns seiner bevorstehenden Rückkehr.

Mit der Taufe und dem Abendmahl schwenkt die Gemeinde ihre Fahne und zieht die Armeeuniform unserer Nation an. Das macht uns sichtbar. Getauft zu werden bedeutet, dass wir uns mit dem Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes identifizieren, und symbolisiert unsere Vereinigung mit Christi Tod und Auferstehung (Mt 28,19; Röm 6,3–5). Das Abendmahl zu empfangen bedeutet, seinen Tod und unsere Zugehörigkeit zu seinem Leib zu verkünden (1Kor 1,26–29; vgl. Mt 26,26–29). Gott möchte, dass sein Volk bekannt und abgesondert ist. Er will eine Grenze zwischen Gemeinde und der Welt.

Was ist eine Ortsgemeinde? Sie ist eine Institution, die von Jesus geschaffen und dazu bevollmächtigt wurde, das Evangelium des Königreichs zu verkünden, begabte „Evangeliums-Diener“ zu bestätigen und ihre Nachfolge zu überwachen und Betrüger zu entlarven. All das bedeutet, dass wir Gemeinden nicht „beitreten“, wie wir Vereinen beitreten. Wir geben uns ihnen hin.

Jonathan Leeman ist der Redaktionsleiter von 9Marks. Er ist Herausgeber der 9Marks Buchreihe sowie des 9Marks Journal. Jonathan lebt mit seiner Frau und seinen vier Töchtern in einem Vorort von Washington DC (USA) und ist Ältester der Cheverly Baptist Church.