Wer hat Jesus getötet?

Andacht von John Piper – gelesen von Robin Dammer
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„Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ (Röm 8,32) 

Ein Freund von mir, der früher Pastor in Illinois war, predigte vor ein paar Jahren in der Passionszeit einer Gruppe von Inhaftierten in einem Staatsgefängnis. In seiner Predigt stellte er den Männern die Frage: „Wisst ihr, wer Jesus getötet hat?“ 

Einige sagten, es waren die Soldaten. Andere, die Juden. Noch andere, Pilatus. Nach einer kurzen Stille sagte mein Freund einfach: „Sein Vater hat ihn getötet.“ 

Das lesen wir in der ersten Hälfte von Römer 8,32: Gott hat „seinen eigenen Sohn nicht verschont [...], sondern ihn für uns alle dahingegeben“. „[Dieser Jesus war] nach Gottes festgesetztem Ratschluss und [seiner]   Vorsehung dahingegeben worden [...]“ (Apg 2,23). Jesaja 53 formuliert es noch deutlicher: „[Wir] aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. [...] Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen; er [d. h. sein Vater!] ließ ihn leiden“ (Jes 53,4.10). 

Oder wie Römer 3,25 sagt: „Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut [...].“ Genau wie Abraham das Messer über die Brust seines Sohnes Isaak erhob, ihn dann aber verschonte, weil es einen Widder im Gestrüpp gab, so erhob auch Gott der Vater sein Messer über die Brust seines einzigen Sohnes, Jesus – verschonte ihn aber nicht, weil er der Widder war, weil er den stellvertretenden Tod sterben musste. 

Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, weil es der einzige Weg war, wie er uns verschonen und seiner eigenen Heiligkeit und Gerechtigkeit treu bleiben konnte. Die Schuld unserer Übertretungen, die Strafe für unsere Missetaten und der Fluch über unsere Sünde hätten uns unweigerlich ins Verderben, in die Hölle, geführt. Aber Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn hingegeben, damit er um unserer Übertretungen willen durchbohrt und wegen unserer Missetaten zerschlagen und für unsere Sünde gekreuzigt wurde. 

Dieser Vers – Römer 8,32 – ist für mich der kostbarste Vers in der ganzen Bibel, weil die Grundlage der alles umfassenden Verheißung von Gottes zukünftiger Gnade darin liegt. Nämlich dass Gottes Sohn an seinem Leib all mein Strafe und all meine Schuld und all meine Verdammnis und all mein Verschulden und all mein Unrecht und all meine Verdorbenheit getragen hat. Damit ich vergeben, versöhnt, gerechtfertigt, angenommen und als Empfänger der unaussprechlichen Verheißungen von Freude die Fülle und Wonne zu seiner Rechten ewiglich vor dem herrlichen und heiligen Gott stehen kann. 

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