Welchen Gewinn bringt es, Gott zu dienen?

Andacht von John Piper – gelesen von Robin Dammer
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„Doch sollen sie ihm untertan sein, damit sie erfahren, was es bedeutet, mir zu dienen, oder den Königreichen der Länder zu dienen!“ (2Chr 12,8) 

Gott zu dienen unterscheidet sich grundlegend von jedem anderen Dienst. 

Gott ist extrem eifersüchtig darauf bedacht, dass wir das verstehen – und es genießen. Er gebietet uns beispielsweise: „Dient dem HERRN mit Freuden [...]!“ (Ps 100,2). Es gibt einen Grund für diese Freude. Wir sehen ihn in Apostelgeschichte 17,25: „[Gott] lässt sich auch nicht von Menschenhänden bedienen, als ob er etwas benötigen würde, da er doch selbst allen Leben und Odem und alles gibt.“ 

Wir dienen ihm mit Freuden, weil wir nicht die Last tragen, seine Bedürfnisse stillen zu müssen. Er hat keine Bedürfnisse. Ihm zu dienen kann also nicht bedeuten, dass wir seine Bedürfnisse stillen. Vielmehr genießen wir einen Dienst, in dem er unsere Bedürfnisse stillt. Gott zu dienen bedeutet immer, dass wir von Gott die Gnade empfangen, die wir brauchen, um zu tun, was wir zu tun haben. 

Es gibt eine Geschichte in 2. Chronik 12, die uns zeigt, wie eifersüchtig Gott darauf bedacht ist: Rehabeam, Salomos Sohn, der nach der Auflehnung der zehn Stämme, über das Südreich herrschte, entschied sich dagegen, Gott zu dienen, und diente stattdessen anderen Göttern und anderen Reichen. 

Als Gericht sandte Gott Sisak, den König von Ägypten, mit 1.200 Streitwagen und 60.000 Reitern gegen Rehabeam aus (2Chr 12,2–3). 

In seiner Barmherzigkeit sandte Gott den Propheten Schemaja mit folgender Botschaft zu Rehabeam: „So spricht der HERR: Ihr habt mich verlassen; darum habe auch ich euch verlassen und in die Hand Sisaks gegeben!“ (2Chr 12,5). Ergebnis dieser Botschaft war glücklicherweise, dass sich Rehabeam und seine Obersten demütigten und umkehrten und antworteten: „Der HERR ist gerecht!“ (2Chr 12,6). 

„Als aber der HERR sah, dass sie sich demütigten, [sprach er]: Sie haben sich gedemütigt, darum will ich sie nicht verderben, sondern ich will ihnen ein wenig Rettung verschaffen, sodass mein Zorn durch die Hand Sisaks nicht auf Jerusalem ausgegossen wird“ (2Chr 12,7). Er erzieht sie jedoch, indem er sagt: „Doch sollen sie ihm untertan sein, damit sie erfahren, was es bedeutet, mir zu dienen, oder den Königreichen der Länder zu dienen!“ (2Chr 12,8). 

Es liegt auf der Hand: Dem Feind zu dienen und Gott zu dienen sind zwei grundverschiedene Sachen. Wie das? Gott zu dienen bedeutet, Empfangen und Segen und Freude und Gewinn. Sisak zu dienen bringt Erschöpfung und Ausbeutung und Kummer. Gott gibt. Sisak nimmt. 

Darum bin ich so eifersüchtig darauf bedacht, dass wir den Gottesdienst am Sonntagvormittag und den Gottesdienst unseres täglichen Lebens nicht als eine beschwerliche Gabe von uns an Gott verstehen, sondern als einen freudigen Gewinn, mit dem Gott uns beschenkt. Das ist der echte Dienst, den Gott von uns fordert. Er sagt: Vertraut mir, dem Schenker, in allem, was ihr tut. 

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