Gott beweist seine Liebe

Andacht von John Piper – gelesen von Robin Dammer
2. Mai
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„Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Röm 5,8). 

Achte auf die Zeitformen: „Beweist“ steht im Präsenz und „ist gestorben“ im Perfekt. „Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ 

Die Gegenwartsform „beweist“ drückt aus, dass dieser Beweis bis heute anhält. Und dass er auch morgen noch fortwährt. 

Die Vergangenheitsform „ist gestorben“ drückt aus, dass Christi Tod ein für alle Mal geschehen ist und sich nicht wiederholen wird. „Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte“ (1Petr 3,18). 

Warum verwendet Paulus die Gegenwartsform „Gott beweist“? Ich hätte erwartet, dass er schreibt: „Gott hat seine Liebe zu uns dadurch bewiesen (Vergangenheit), dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Denn Christi Tod war doch der Beweis von Gottes Liebe oder nicht? Und ist dieser Beweis nicht in der Vergangenheit erfolgt? 

Ich denke, wir finden den Schlüssel einige Verse vorher. Paulus hat gerade erst erklärt, „dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden.“ 

Mit anderen Worten: Alles, was wir mit Gott durchmachen, soll Hoffnung in uns bewirken. Er möchte, dass wir in allen Bedrängnissen eine unerschütterliche Hoffnung verspüren. 

Aber wie ist das überhaupt möglich? 

Paulus antwortet im nächsten Satz: „Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist“ (Röm 5,5). In unsere Herzen ist Gottes Liebe ausgegossen. Die Zeitform dieses Verbs drückt aus, dass Gottes Liebe in der Vergangenheit (bei unserer Bekehrung) in unsere Herzen ausgegossen wurde und immer noch gegenwärtig und wirksam ist. 

Gott hat seine Liebe zu uns dadurch bewiesen, dass er seinen eigenen Sohn dahingegeben hat, um in der Vergangenheit ein für alle Mal für unsere Sünden zu sterben (Röm 5,8). Aber er weiß auch, dass wir diese vergangene Liebe heute und morgen als gegenwärtige Wirklichkeit erleben müssen, wenn wir Geduld und Bewährung und Hoffnung haben sollen. 

Darum hat er seine Liebe nicht nur auf Golgatha bewiesen, sondern beweist sie bis heute durch den Geist in unseren Herzen. Er tut das, indem er uns die Augen des Herzens öffnet, damit wir die Herrlichkeit des Kreuzes schmecken und sehen können und mit ihr die Garantie, die uns das Kreuz gibt, das uns nichts von der Liebe Gottes in Christus Jesus trennen kann (Röm 8,38–39). 

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