Für Gott geschaffen

Andacht von John Piper – gelesen von Robin Dammer
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„Der HERR aber wird um seines großen Namens willen sein Volk nicht verstoßen, denn es hat dem HERRN gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.“ (1Sam 12,22) 

Gottes Name steht häufig für seinen Ruf, seinen Ruhm, sein Ansehen. So verstehen wir das Wort „Name“ auch heute, wenn wir sagen, dass sich jemand einen Namen gemacht hat. Oder wenn wir bestimmte Produkte mit einem Markennamen verbinden. Mit dem Namen geht auch in diesem Fall ein bestimmter Ruf einher. Das ist es, was Samuel, denke ich in 1. Samuel 12,22 meint, wenn er sagt, dass Gott Israel zu „seinem Volk“ gemacht hat und dass er Israel „um seines großen Namens willen“ nicht verstoßen wird. 

Dieses Verständnis von Gottes Eifer für seinen Namen wird von vielen weiteren Bibeltexten bestätigt. 

In Jeremia 13,11 beschreibt Gott Israel beispielsweise als seinen Lendenschurz oder Gürtel, der Gottes Ehre betonen soll, obwohl es Zeiten gab, in denen Israel dafür nicht geeignet war. „Denn gleichwie ein Gürtel an den Lenden eines Mannes anliegt, so habe ich das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda mir angelegt, spricht der HERR, dass sie mein Volk und mir zum Ruhm und zum Lob und zur Zierde sein sollten; aber sie wollten nicht auf mich hören.“ Warum wurde Israel auserwählt und zu Gottes Kleidung gemacht? Um ihm „zum Ruhm und zum Lob und zur Zierde“ zu dienen. 

Die Wörter „Lob“ und „Zierde“ drücken in diesem Kontext aus, dass das Wort „Name“ „Ruf“ oder „Ruhm“ oder „Ansehen“ bedeutet. Gott hat Israel auserwählt, damit das Volk ihm einen guten Ruf bereitet. Gott sagt in Jesaja 43,21, dass Israel „das Volk [ist], das ich mir gebildet habe, damit sie meinen Ruhm verkündigen“. 

Und als die Gemeinde sich im Neuen Testament als das wahre Israel zu verstehen beginnt, beschreibt Petrus Gottes Plan für uns folgendermaßen: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, [...] damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht“ (1Petr 2,9). 

Mit anderen Worten: Israel und die Gemeinde sind von Gott auserwählt, um ihm einen Namen in der Welt zu machen. Darum beten wir in erster Linie: „Geheiligt werde dein Name“ (Mt 6,9). Darum beten wir: „Führe uns auf rechter Straße um deines Namens willen“ (siehe Ps 23,3). 

Wenn wir davon reden, dass wir ein Volk mit Gott in der Mitte sind, dann kommt diese Vorstellung von Gott selbst: Er macht sich zum Mittelpunkt der Gemeinde und wir schließen uns ihm an und bekräftigen ihn als unsere Mitte. Und diesseits des Kreuzes bedeutet das, dass wir ein Volk sind, das ganz auf Christus baut und Christus groß macht. „Ich schreibe euch, ihr Kinder, weil euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen“ (1Joh 2,12). „Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn“ (Kol 3,17). 

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