Wenn die Bücher geöffnet werden

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
5. April 2021
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„[Alle], die auf der Erde wohnen, werden [das Tier] anbeten, derenlamm Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens des Lammes, das geschlachtet worden ist, von Grundlegung der Welt an.“ (Offb 13,8) 

Für alle, deren Namen im Buch des Lebens stehen, ist die Rettung gewiss. 

Grund dafür ist, dass dieses Buch „das Buch des Lebens des Lammes, das geschlachtet worden ist“, heißt. Die Namen derer, die in diesem Buch stehen, werden nicht wegen ihrer eigenen Taten gerettet. Sie werden gerettet, weil Christus geschlachtet wurde. 

Doch Johannes sagt in Offenbarung 20,12: „[Ich] sah die Toten, Kleine und Große, vor Gott stehen, und es wurden Bücher geöffnet, und ein anderes Buch wurde geöffnet, das ist das Buch des Lebens; und die Toten wurden gerichtet gemäß ihren Werken, entsprechend dem, was in den Büchern geschrieben stand.“ Welche Rolle spielt also das Protokoll unseres Lebens, das „in den Büchern“ aufgezeichnet ist, beim Gericht, wenn wir doch durch Christi Opfertod gerettet werden? 

Die Antwort ist, dass in den Büchern, in denen unsere Taten aufgezeichnet sind, genug Beweise dafür enthalten sind, dass wir zu Christus gehören, dass sie als eine öffentliche Bestätigung unseres Glaubens und unserer Teilhabe an Christus dienen. 

Nehmen wir Offenbarung 21,27: „Und es wird niemals jemand in sie hineingehen, der verunreinigt, noch jemand, der Gräuel und Lüge verübt, sondern nur die, welche geschrieben stehen im Buch des Lebens des Lammes.“ Hier ist die Folge davon, dass unsere Namen im „Buch des Lebens“ stehen, nicht nur, dass wir nicht verloren gehen, sondern auch, dass wir nicht gräuliche Sünde verüben. 

Nehmen wir z. B. den Übeltäter am Kreuz: Jesus sagte ihm, dass er ins Paradies kommen würde (Lk 23,43). Wie wird das Gericht für ihn sein, wenn die Bücher geöffnet werden? Mehr als 99,9 Prozent seines Lebens waren Sünde. 

Seine Errettung wird durch das Blut Christi garantiert. Sein Name wird im Buch des Lebens des Lammes, das geschlachtet worden ist, stehen. 

Dann wird Gott die Bücher öffnen. Zuerst wird er das Protokoll über die lebenslange Sünde des Mannes vorlesen, um das höchste Opfer seines Sohnes zu ehren. Und dann wird Gott die letzte Seite vorlesen, wo die dramatische Veränderung im Leben des Übeltäters am Kreuz aufgezeichnet ist. Dieses lebensverändernde Werk Gottes am letzten Tag seines Lebens, das auch in den Büchern aufgezeichnet ist, wird die öffentliche Bestätigung seines Glaubens und seiner Teilhabe an Christus sein. Und er wird nicht wegen seiner Taten, sondern wegen Christus allein gerettet werden. 

Wenn ich sage, dass das, was in den Büchern aufgezeichnet ist, eine öffentliche Bestätigung unseres Glaubens und unserer Teilhabe an Christus ist, meine ich damit nicht, dass in diesem Protokoll die guten Werke gegenüber den schlechten Werken überwiegen werden. 

Was ich tatsächlich meine, ist, dass dort die Art von Leben in Christus aufgezeichnet sein wird, die die Wirklichkeit des Glaubens zeigt – die Wirklichkeit des neuen Lebens und der Teilhabe an Christus. So beginnen wir jeden Tag als Christ: in der Gewissheit, dass es jetzt keine Verdammnis für uns gibt (Röm 8,1) und dass unsere Namen im Buch des Lebens stehen und dass der, welcher in uns ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Christi.