Lasst uns das Lamm anbeten

Andacht von John Piper – gelesen von Robin Dammer
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„Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch zu öffnen und zu lesen, noch auch hineinzublicken.“ (Offb 5,4) 

Hast du dir deine Gebete schon einmal als himmlischen Wohlgeruch vorgestellt? Dieses Bild vermittelt uns Offenbarung 5. Wir bekommen dort einen kleinen Eindruck vom Leben im Himmel. 

Wir begegnen in Offenbarung 5 dem allmächtigen Gott mit einer Schriftrolle in der Hand. Die Schriftrolle ist mit sieben Siegeln verschlossen. Diese mussten gebrochen werden, bevor man die Schriftrolle öffnen konnte. 

Ich denke, das Öffnen der Schriftrolle steht für die letzten Tage der Geschichte und das Brechen der sieben Siegel steht für die Art von Geschichte, die wir durchleben, während wir auf diese Tage zusteuern. 

Johannes weinte zuerst darüber, dass niemand würdig war, die Schriftrolle zu öffnen und zu lesen (Offb 5,4). Doch dann sagt einer der Ältesten im Himmel: „Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamm Juda ist, die Wurzel Davids, um das Buch zu öffnen und seine sieben Siegel zu brechen!“ (Offb 5,5). 

Durch seinen Tod am Kreuz hatte Jesus das Recht erworben, den Rest der Heilsgeschichte zu eröffnen und sein Volk siegreich hindurch zu führen. 

Im darauffolgenden Vers wird der Löwe als Lamm beschrieben, das „inmitten der Ältesten stand [...], wie geschlachtet“ (Offb 5,6). Welch wundervolles Bild von Jesu Sieg am Kreuz! Stehend, nicht liegend, obwohl es geschlachtet worden war! 

Es ist so gewiss, als ob ein Löwe den Feind verschlungen hätte – nur, dass er den Sieg errungen hat, indem er sich vom Feind wie ein Lamm schlachten lassen hat. 

Jetzt ist das Lamm also würdig, die Schriftrolle der Heilsgeschichte aus Gottes Hand zu empfangen und sie zu öffnen. Das ist ein solch königlicher Akt, dass die vierundzwanzig himmlischen Ältesten (die sozusagen Gottes Anbetungsrat bilden) vor dem Lamm niederfallen, um es anzubeten. 

Und weißt du, was die goldenen Schalen voll Räucherwerk sind? Offenbarung 5,8 erklärt: „[Das] sind die Gebete der Heiligen.“ Das bedeutet doch, dass unsere Gebete der Wohlgeruch des Himmels sind, ein lieblicher Duft vor Gottes Thron und vor dem Lamm. 

Es stärkt und ermutigt mich, umso öfter und umso energischer zu beten, wenn ich daran denke, dass meine Gebete im Himmel gesammelt und aufbewahrt werden und dass sie Christus immer wieder als Teil des himmlischen Gottesdienstes dargebracht werden. 

Lasst uns also alle Christus hier in diesem Leben loben und preisen und anbeten und dann die doppelte Freude haben, dass der himmlische Anbetungsrat sie Christus erneut darbringt – als lieblichen Wohlgeruch für das Lamm, das geschlachtet worden ist. 

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