Gott wirkt durch unsere guten Entschlüsse

Andacht von John Piper – gelesen von Robin Dammer
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„Deshalb beten wir auch allezeit für euch, dass unser Gott euch der Berufung würdig mache und [alle Freude am Guten] und das Werk des Glaubens in Kraft zur Erfüllung bringe [...].“ (2Thess 1,11) 

Wenn wir uns nach Gottes Kraft ausstrecken, damit er unsere guten Entschlüsse verwirklicht, bedeutet das nicht, dass wir uns nicht selbst dazu entschließen müssen oder dass es nicht unsere eigene Willensanstrengung ist. 

Das Wirken von Gottes Kraft ersetzt nie die Beteiligung unseres eigenen Willens! Gottes Kraft, die in unserer Heiligung wirkt, macht uns nie passiv! Gottes Kraft wirkt unter oder hinter und in unserem Willen, nicht anstelle unseres Willens. 

Gottes Kraft in unserem Leben beweist sich nicht darin, dass wir nichts wollen, sondern in der Stärke, in der Freude unserer Entschlüsse. 

Jeder, der sagt: „Ich glaube an Gottes Souveränität und deshalb werde ich mich jetzt einfach zurücklehnen und nichts tun“, glaubt nicht wirklich an Gottes Souveränität. Denn warum sollte jemand, der an Gottes Souveränität glaubt, ihm so offenkundig ungehorsam sein? 

Wenn du dich zurücklehnst und nichts tust, dann tust du nicht nichts. Dein eigener Wille bringt dich aktiv zu der Entscheidung, dich zurückzulehnen. Und wenn du so mit der Sünde oder den Versuchungen in deinem Leben umgehst, dann ist es offenkundiger Ungehorsam. Denn in Wirklichkeit sind wir dazu aufgerufen, den guten Kampf zu kämpfen (1Tim 1,18) und dem Teufel zu widerstehen (Jak 4,7) und der Heiligung nachzujagen (Hebr 12,14) und die sündigen Taten des Leibes zu töten (Röm 8,13). 

2. Thessalonicher 1,11 erklärt, dass wir aus Gottes Kraft unsere guten Entschlüsse und unser Werk des Glaubens verwirklichen. Doch das nimmt nicht die Faktoren „Entschluss“ und „Werk“ heraus. Ein Leben in der Nachfolge, das Gottes Berufung würdig ist, bedeutet unter anderem, dass wir uns aktiv dazu entschließen, Gerechtigkeit zu üben. 

Wenn es eine Sünde gibt, die sich in deinem Leben festgesetzt hat, gegen die du eigentlich angehen müsstest, oder wenn du eine bestimmte gute Tat immer wieder aufschiebst, weil du darauf wartest, dass sich die Sache ohne deine eigene Anstrengung klärt, dann verschlimmerst du nur deinen eigenen Ungehorsam. Gottes Kraft wird einzig und allein dann in deinem Willen zum Wirken kommen, wenn du diesen Willen einsetzt, das heißt durch deine guten Entschlüsse –– deine guten Absichten und Pläne und Vorhaben. 

Wer also an Gottes Souveränität glaubt, darf sich nicht davor fürchten, seinen Willen im Kampf um die Heiligung einzusetzen. „Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen! Denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und es nicht können“ (Lk 13,24). Ringe also im Glauben darum, dass Gott in deinem Ringen und durch dein Ringen „sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen“ (Phil 2,13). 

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