Die beste Form der Sklaverei

Andacht von John Piper – gelesen von Robin Dammer
11. Februar
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„Denn der im Herrn berufene Sklave ist ein Freigelassener des Herrn; ebenso ist auch der berufene Freie ein Sklave des Christus.“ (1Kor 7,22) 

Ich hätte erwartet, dass Paulus die Worte „Herr“ (im Sinne von Gebieter) und „Christus“ (d. h. Messias) hier andersherum verwenden würde. 

Er setzt unsere Befreiung in Zusammenhang mit Christus als unserem Gebieter („ein Freigelassener des Herrn“). Und er setzt unsere neue Sklaverei in Zusammenhang mit Christus als unserem Messias („ein Sklave des Christus“). Das erscheint seltsam, da doch der Messias gekommen ist, um sein Volk aus ihrer Gefangenschaft zu befreien, und Gebieter über das Leben ihrer Sklaven herrschen. 

Warum drückt er es dann so aus? Warum setzt er die Sklaverei (statt der Befreiung) in Zusammenhang mit dem Messias und die Befreiung (statt der Sklaverei) in Zusammenhang mit dem Gebieter? 

Ein Vorschlag: Der Tausch wirkt sich in zweierlei Weise auf unsere neue Freiheit und auf unsere neue Sklaverei aus. 

Einerseits stellt er unsere neue Freiheit sicher und setzt dieser Grenzen, indem er uns als „Freigelassene des Herrn“ bezeichnet: 

  1. Jesus ist Herr über alle anderen Herren; also kann niemand unsere Befreiung anfechten – sie ist vollkommen sicher. 
  1. Auch wenn wir frei von allen anderen Herren sind, sind wir doch nicht frei von ihm. Unsere Freiheit hat barmherziger Weise ihre Grenzen. Jesus ist unser Gebieter. 

Andererseits lockert und versüßt er unsere Sklaverei, indem er uns als „Sklaven des Christus“ bezeichnet: 

  1. Der Messias erhebt einen Anspruch auf das Leben seines Volkes, um sie aus der Enge der Gefangenschaft auf den weiten Raum des Friedens zu stellen. „Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben“ (Jes 9,7). 
  1. Und er macht sie zu seinem Eigentum, um ihnen die süßeste Freude zu schenken: „[Ja], mit Honig aus dem Felsen würde ich dich sättigen!“ (Ps 81,17). Und dieser Felsen ist Christus, der Messias. 

Lieber Bruder, liebe Schwester, freu dich daran: „Denn der im Herrn berufene Sklave ist ein Freigelassener des Herrn“ – des Gebieters; „ebenso ist auch der berufene Freie ein Sklave des Christus“ – des freimachenden, versüßenden Messias.