Leben mit dem Kreuz im Zentrum

Rezension von Jochen Klautke
11. März 2014 — 3 Min Lesedauer

„Im Leben eines jeden von uns steht irgendetwas im Mittelpunkt.“

Mit diesem Satz beginnt der amerikanische Pastor C. J. Mahaney sein Buch Leben mit dem Kreuz im Zentrum.

Vielleicht hat Sie diese Aussage überrascht und Sie behaupten: „Ich bin ein ausgeglichener Mensch ohne ein Zentrum im Leben.“ Aber wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind und kurz darüber nachdenken, werden Sie ziemlich schnell darauf kommen, dass sich Ihr Leben um irgendeine Sache dreht – und das ist das Zentrum Ihres Lebens.

Für die meisten Menschen ist das Zentrum ihres Lebens ihr (Ehe-)partner, ihr Auto, Geld, Macht, Sex, Beziehungen, Karriere oder eine Kombination aus den genannten Dingen. Christen auf der anderen Seite sind ganz schnell mit der Aussage: „Natürlich ist Jesus das Zentrum meines Lebens.“

Aber ist das bei uns wirklich der Fall? Provokante Frage, oder? Warum ist das so, dass wir zwar gerne behaupten, dass Jesus das Wichtigste für uns ist, aber dass das so oft nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt?

C.J. Mahaney glaubt den Grund zu kennen. Er schreibt, dass wir das Kreuz von Jesus Christus zwar als Ausgangspunkt unseres Lebens als Christen ansehen. Aber irgendwann hat es dann aufgehört wichtig zu sein. Vor Jahren haben wir uns bekehrt und glauben jetzt ganz fest, dass alles, was wir jemals an bösen Dingen getan haben, von Jesus am Kreuz für uns bezahlt ist. Aber danach gehen wir viel zu oft mit der Einstellung durchs Leben: Für alles, was nach unserer Bekehrung kommt, hat das Kreuz eigentlich keine praktische Bedeutung mehr. Für uns Christen gibt es jetzt die Gemeinde und ein „christliches“ Leben, ein paar Regeln und einen ganze Menge an Sachen, die man als Christ gewohnheitsmäßig macht. Die meisten Dinge davon sind auch sehr gut. Aber genau an diesem Punkt legt der Autor den Finger in die Wunde. Denn: Christen haben viel zu oft alles, was nach ihrer Bekehrung kam, vom Kreuz und damit vom Evangelium abgekoppelt.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie mit beiden Beinen im Leben stehen, aber neben Ihnen ein tiefer Graben ist und Sie das Evangelium irgendwo auf der anderen Seite sehen, weit weg… Wenn Sie das Evangelium zwar sehen und auch glauben, aber es sich irgendwie so theoretisch abstrakt anfühlt - genau dann ist „Leben mit dem Kreuz im Zentrum“ das Buch, das Sie lesen sollten. Denn C. J. Mahaney zeigt uns darin, dass das Evangelium von Jesus Christus am Kreuz nicht nur etwas für Karfreitag, Sonntagvormittag oder die Stille Zeit ist. Nein, es ist für immer, Januar bis Dezember, Montag bis Sonntag! Diese Botschaft erklärt uns nicht nur, wie das schreckliche Urteil über unsere Sünde am Kreuz weggenommen wurde, sondern sie ist gleichzeitig die Grundlage, die Kraft und die Motivation für unser ganzes Leben als Christ. Wieso das so ist, und wie das in Ihrem Leben praktisch wird, das erklärt der Autor auf den knapp 150 Seiten.

Das Buch ist keine Zaubertablette, die uns automatisch zum Superchristen macht. Aber es zeigt sehr anschaulich, wieso es so wichtig ist, dass wir immer wieder das Kreuz ins Zentrum unseres Lebens rücken und wie das in der Praxis aussieht. Mein Tipp: Lesen Sie dieses Buch! Und wenn Sie das getan haben, dann nehmen Sie sich zu Herzen, was C. J. Mahaney ganz am Schluss schreibt: „Stell dieses Buch in ein Regal - aber nicht seine Botschaft!“

Buch

C.J. Mahaney. Leben mit dem Kreuz im Zentrum: Das Evangelium – Die Hauptsache, Arche-Medien 2012, 7,90 €. Eine Leseprobe gibt es hier.

Jochen Klautke Jochen Klautke arbeitet als Lehrer an einem christlichen Gymnasium. Daneben ist er Pastoralreferent in der Bekennenden Evangelisch-Reformierten Gemeinde in Gießen (berg-giessen.de). Er ist verheiratet mit Natalie und hat eine Tochter.