Keine Umwege auf dem Weg nach Golgatha

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
5. Dezember 2020
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„Es geschah aber, während sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in die Krippe, weil für sie kein Raum war in der Herberge.“ (Lk 2,6–7) 

Man würde meinen, dass Gott – da er doch die Welt so regieren kann, dass eine Volkszählung aller Menschen im Römischen Reich Maria und Josef nach Bethlehem bringt – auch dafür sorgen kann, dass für sie ein Raum in der Herberge bereitsteht. 

Ja, natürlich hätte er das tun können. Absolut! Und Jesus hätte in eine reiche Familie geboren werden können. Er hätte in der Wüste Steine zu Brot machen können. Er hätte sich im Garten Gethsemane 10.000 Engel zur Hilfe rufen können. Er hätte vom Kreuz herabsteigen und sein eigenes Leben retten können. Die Frage ist nicht, was Gott hätte tun können, sondern, was er tun wollte. 

Es war Gottes Wille, dass Christus, obwohl er reich war, um deinetwillen arm wurde. Die „Voll belegt“-Schilder in allen Pensionen in Bethlehem, waren um deinetwillen da. „Denn ihr kennt ja die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, obwohl er reich war, um euretwillen arm wurde“ (2Kor 8,9). 

Gott regiert über alle Dinge – selbst über die Auslastung von Hotels und über die Verfügbarkeit von Airbnb-Zimmern – alles für seine Kinder. Der Weg nach Golgatha beginnt mit einem „Voll belegt“-Schild in Bethlehem und endet mit dem Anspeien und Verspotten am Kreuz vor Jerusalem. 

Und wir dürfen nicht vergessen, dass er gesagt hat: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich“ (Lk 9,23). 

Wir gehen mit ihm den Weg nach Golgatha und hören ihn zu uns sagen: „Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen“ (Joh 15,20). 

Wer enthusiastisch ausruft: „Herr, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst!“, dem antwortet Jesus: „Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann“ (Lk 9,57–58). 

Ja, Gott hätte dafür sorgen können, dass Jesus bei seiner Geburt einen Raum in der Herberge bekommen hätte. Doch das wäre ein Umweg auf dem Weg nach Golgatha gewesen.