Die triumphierende Schande des Kreuzes

Andacht von John Piper – gelesen von Robin Dammer
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[Christus hat sich selbst] auch nicht [...] oftmals [als Opfer dargebracht], so wie der Hohepriester jedes Jahr ins Heiligtum hineingeht mit fremdem Blut, denn sonst hätte er ja oftmals leiden müssen von Grundlegung der Welt an. Nun aber ist er einmal offenbar geworden in der Vollendung der Weltzeiten zur Aufhebung der Sünde durch das Opfer seiner selbst.“ (Hebr 9,25–26) 

Wir sollten es nicht für selbstverständlich nehmen, dass Sünder im Himmel willkommen sind. 

Gott ist heilig und rein und vollkommen gerecht. Doch die gesamte Bibel erzählt davon, wie ein solch großer und heiliger Gott beschmutzte, unheilige Menschen wie dich und mich mit offenen Armen zu sich einladen kann und will. Wie kann das sein? 

Hebräer 9,25 sagt, dass sich Christi Opfer für die menschliche Sünde grundlegend von den Opfern der jüdischen Hohepriester unterscheidet. Diese gingen jedes Jahr ins Heiligtum hinein, um Opfer darzubringen, die die Sünde des Volkes sühnen sollten. Aber diese Verse erklären uns, dass Christus nicht in den Himmel eingegangen ist, „um sich selbst oftmals [als Opfer] darzubringen, [...], denn sonst hätte er ja oftmals leiden müssen von Grundlegung der Welt an“ (Hebr 9,26). 

Wäre Christus dem Schema dieser Priester gefolgt, dann hätte er jedes Jahr sterben müssen. Und da die Sünden, die er sühnen musste, schon bei Adam und Eva anfangen, hätte er bei Grundlegung der Welt anfangen müssen jedes Jahr den Opfertod zu sterben. Doch für den Verfasser ist das undenkbar. 

Warum ist es undenkbar? Weil es den Tod des Gottessohns schwach und unwirksam erscheinen lassen würde. Wenn sein Opfer über Jahrhunderte jedes Jahr wiederholt werden müsste, worin bestünde dann der Sieg? Worin würde sich der unendliche Wert des Opfers des Gottessohnes zeigen? Er würde in Schimpf und Schande eines jährlichen Leidens und Sterbens untergehen. 

Ja, Christus erlitt Schande am Kreuz, aber es war eine triumphierende Schande. Jesus „[erachtete] die Schande für nichts [...] und [hat] sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt [...]“ (Hebr 12,2). 

Das ist „[das Evangelium] von der Herrlichkeit des Christus [...], welcher Gottes Ebenbild ist“ (2Kor 4,4). Ich bete, dass du das Licht dieser Herrlichkeit siehst und glaubst, egal wie unheilig oder mit Sünde beschmutzt du bist. 

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