Du musst nicht bleiben, wie du bist

Podcast von John Piper
17. November 2020
„[Zieht] den neuen Menschen [an], der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ (Eph 4,24) 

Der christliche Glaube verspricht uns, dass Veränderung möglich ist. Tiefe, grundlegende Veränderung. Du kannst herzlich und mitfühlend werden, wo du vorher gleichgültig und gefühllos warst. Du kannst dich nicht mehr von Bitterkeit und Angst beherrschen lassen. Du kannst zu einem liebevollen Menschen werden egal, wo du herkommst und was dich geprägt hat. 

Die Bibel geht davon aus, dass Gott der entscheidende Faktor ist, der uns zu dem macht, was wir sein sollen. In wunderbarer Unverblümtheit sagt uns die Bibel: „Alle [Bosheit] sei von euch weggetan [...]. Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig“ (Eph 4,31–32). Dort steht nicht: „Wenn du dich dazu in der Lage fühlst, dann ...“ Oder: „Wenn deine Eltern freundlich und barmherzig waren, dann ...“ Oder: „Außer du hast schrecklichen Missbrauch erlebt, dann ...“ Dort steht: „Seid [...] freundlich und barmherzig.“ 

Das ist unheimlich befreiend. Es befreit uns vom grausamen Fatalismus, der sagt, dass es für mich unmöglich ist, mich zu verändern. Es befreit mich von einer mechanistischen Sichtweise, die mir vermittelt, dass meine Herkunft mein Schicksal bestimmt. 

Und Gottes Gebote sind immer mit einer befreienden, lebensverändernden Wahrheit verbunden, die wir im Glauben annehmen. Zum Beispiel: 

  • Gott hat uns als seine Kinder angenommen. Wir haben einen neuen Vater und eine neue Familie. Diese Wahrheit bricht mit den fatalistischen Kräften unserer „Herkunftsfamilie“. „Nennt auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist“ (Mt 23,9). 
  • Gott liebt uns als seine Kinder. Wir sind „geliebte Kinder“ (Eph 5,1). Das Gebot, Gottes Liebe nachzuahmen, hängt nicht einfach in der Luft, es geht mit Kraft einher: „Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder.“ „Liebt!“ ist das Gebot und die Kraft liegt darin, dass wir von Gott geliebt sind. 
  • Gott hat uns in Christus vergeben. „Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus“ (Eph 4,32). Was Gott in Christus getan hat, hat Kraft. Es macht Wandel möglich. Das Gebot, freundlich und barmherzig zu sein, hat mehr damit zu tun, was Gott für dich getan hat, als was dir deine Mutter oder dein Vater angetan haben. Diese Art Gebot heißt, dass du dich verändern kannst. 
  • Christus liebt dich und hat sein Leben für dich hingegeben. „[Wandelt] in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt [...] hat” (Eph 5,2). Dieses Gebot ist mit einer lebensverändernden Wahrheit verbunden. „Christus hat uns geliebt.“ Wenn du die Chance hast, einem anderen Menschen in Liebe zu begegnen und dir eine innere Stimme einflüstert: „Du bist einfach keine liebevolle Person.“ Dann kannst du ihr entgegnen: „Die Liebe, die Christus für mich hat, macht mich zu einem neuen Menschen. Sein Gebot der Liebe ist für mich genauso möglich, wie seine Verheißung der Liebe für mich wahr ist.“ 

Sei kein Fatalist. Sei ein Christ. Du musst nicht bleiben, wie du bist. Gott lebt. Christus ist auferstanden. Seine Verheißungen sind wahr.