Ist Gottes Liebe bedingungslos?

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
7. November 2020
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„[Umso] reicher aber ist die Gnade, die [Gott] gibt. Darum spricht er: ‚Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade‘ So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ (Jak 4,6-8) 

Jakobus lehrt uns, dass es eine umso reichere Gnade gibt und dass wir erleben können, wie Gott sich uns naht. Ohne Frage ist diese Erfahrung wundervoll und kostbar: eine umso reichere Gnade und eine besondere Gottesnähe. Meine Frage ist jedoch: Ist diese Erfahrung der Liebe Gottes bedingungslos? Nein. Das ist sie nicht. Sie ist davon abhängig, dass wir uns demütigen und uns Gott nahen. „[Den] Demütigen aber gibt [Gott umso mehr] Gnade. [...] naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch!“ 

Damit wir die Liebe Gottes auf diese kostbare Weise erleben können, müssen wir gegen unseren Stolz angehen, der Demut nachjagen und Gottes Nähe liebhaben. Das sind die Bedingungen. Natürlich bringt Gott selbst diese Dinge in uns hervor. Dennoch sind es Bedingungen, die wir erfüllen müssen. 

Wenn das zutrifft, dann fürchte ich, dass die heutigen uneingeschränkten, biblisch nachlässigen Versicherungen, dass Gottes Liebe völlig bedingungslos sei, Menschen davon abhalten, das zu tun, was laut der Bibel aber notwendig ist, damit sie all den Frieden erleben können, nachdem sie sich so sehr verzehren. Wenn wir versuchen, Menschen diesen Frieden zu schenken, indem wir die „Bedingungslosigkeit“ betonen, kann es sein, dass wir sie ausgerechnet davon abschneiden, was ihnen laut der Bibel Abhilfe schenken kann. 

Ja, lasst uns unbedingt laut und deutlich verkünden, dass die göttliche Liebe unserer Erwählung und die göttliche Liebe von Christi Tod und die göttliche Liebe unserer Erneuerung – unserer Wiedergeburt – allesamt absolut bedingungslos sind. 

Und lasst uns unermüdlich die gute Nachricht verkünden, dass unsere Rechtfertigung auf dem Wert von Christi Gehorsam und Opfer fußt und nicht auf unseren Werken, wie Römer 5,19 zeigt: „Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht.“ 

Aber lasst uns auch die biblische Wahrheit verkünden, dass wir dann Gottes Gnade und Gottes Nähe am vollkommensten und tröstlichsten erleben, wenn wir uns täglich demütigen und Gott nahen.