Was gehört in einen christlichen Gottesdienst?

Artikel von Ligon Duncan
3. November 2020 — 2 Min Lesedauer

Für manche Christen liegt die Antwort auf der Hand: „Gott gibt uns die Freiheit, ihn so anzubeten, wie wir es möchten. Wir sollen alles tun, was uns der Heilige Geist eingibt – schließlich sollen wir den Geist nicht dämpfen!“

Aber was ist, wenn sich jemand dazu berufen fühlt, ein Bild von Gott zu machen, sich davor niederzuknien und Gott auf diese Weise anzubeten? Okay, vielleicht gibt es doch einige Dinge, die wir nicht im Namen von „Gottesdienst“ tun sollten, z. B. sündigen. Heißt das dann, dass wir Gott anbeten können, wie wir wollen, solange wir dabei nicht sündigen?

„Wenn wir uns als Christen zum Gottesdienst versammeln, sollen wir nur das tun, wozu Gott uns konkret auffordert – entweder durch ein Gebot oder durch einen logischen Schluss.“
 

Nicht ganz. Die Bibel deutet Folgendes über den Gottesdienst an: Wenn wir uns als Christen zum Gottesdienst versammeln, sollen wir nur das tun, wozu Gott uns konkret auffordert – entweder durch ein Gebot oder durch einen logischen Schluss. Verschiedene biblische Belege untermauern diese Position:

  • Klar ist: Gott allein hat das Recht, zu bestimmen, wie wir ihn anbeten sollen (3Mo 10,1–3; Joh 4,20–26; 1Kor 14). Das 2. Gebot verbietet uns nicht nur, jemand anderen bzw. etwas anderes als den einen wahren Gott anzubeten. Es verbietet uns auch, den einen wahren Gott in einer Art und Weise anzubeten, die er nicht befohlen hat (2Mo 20,26).
  • Klar ist: Der Glaube ist die vertrauensvolle Antwort auf Gottes Offenbarung. Alles, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde (Röm 14,23). Darum wird Gott keinen Gefallen an jeglicher Art der Anbetung haben, die nicht aus einer vertrauensvollen Antwort auf seine Offenbarung entspringt.
  • Klar ist: Das Neue Testament sieht vor, dass sich Christen regelmäßig versammeln (Hebr 10,25). Christen müssen sich keinen menschengemachten Regeln und Praktiken unterordnen (Kol 2,16–23). Darum bindet jede Gemeinde, die von den versammelten Christen fordert, sich an einer Praxis zu beteiligen, die Gott nicht konkret eingesetzt hat, unrechtmäßig das Gewissen dieser Christen. Mit anderen Worten: Weil das Gewissen der Christen frei von menschlichen Forderungen bleiben soll, hat keine Gemeinde das Recht, auf eine Art und Weise Gottesdienst zu feiern, zu der Gott sie nicht befugt hat.

Wie sollen wir also entscheiden, was in einen christlichen Gottesdienst gehört und was nicht? Wir lesen und durchforschen die Bibel, um herauszufinden, was Gott selbst darüber gesagt hat, was wir Christen tun sollen, wenn wir uns zum Gottesdienst versammeln. Und dann tun wir alles, was Gott gesagt hat, und nichts anderes.

Ligon Duncan Ligon Duncan ist Kanzler und CEO des Reformierten Theologischen Seminars, Vorsitzender des Council on Biblical Manhood and Womanhood und Mitglied im Council der Gospel Coalition. Er und seine Frau Anne haben zwei Kinder.