Freude im Leiden

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
2. November 2020
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„Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel [...].“ (Mt 5,11–12) 

Der christliche Hedonismus geht davon aus, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, wie wir uns als Christen inmitten unseres Leidens freuen können. Wir strecken uns danach aus als Ausdruck von Gottes Gnade, die vollkommen genügt und zutiefst erfüllt. 

Eine Möglichkeit, wie wir uns im Leiden freuen können, besteht darin, unser Denken fest auf den großen Lohn zu richten, den wir bei der Auferstehung empfangen werden. Diese Art Fokus bewirkt, dass uns unser aktuelles Leiden klein erscheint im Vergleich zu dem, was vor uns liegt: „Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll“ (Röm 8,18; vgl. 2Kor 4,16–18). Dadurch dass die Freude über unseren zukünftigen Lohn das Leiden aushaltbar macht, befähigt sie uns auch zur Liebe. 

„[Liebt] eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen; so wird euer Lohn groß sein“ (Lk 6,35). Sei großzügig zu den Armen, „so wirst du glückselig sein; denn weil sie es dir nicht vergelten können, wird es dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten“ (Lk 14,14). Das Vertrauen auf diesen versprochenen Lohn durchtrennt die Fesseln der Weltlichkeit und befreit uns für die Liebe, die sich etwas kosten lässt. 

Eine weitere Möglichkeit, wie wir uns im Leiden freuen können, beruht darauf, wie sich unser Leiden auf unsere Zuversicht in der Hoffnung auswirkt. Die Freude inmitten von Bedrängnis wurzelt nicht nur im Hoffen auf die Auferstehung und den versprochenen Lohn, sondern auch darin, wie das Leiden selbst dazu beträgt, dass diese Hoffnung vertieft wird. 

Paulus sagt beispielsweise: „[Wir] rühmen uns [...] in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung“ (Röm 5,3–4). 

Mit anderen Worten: Die Freude des Paulus wurzelt nicht nur in seinem großen Lohn, sondern auch in der Auswirkung des Leidens, das nämlich das Hoffen auf diesen Lohn verfestigt. Die Bedrängnis bewirkt ein standhaftes Ausharren und das standhafte Ausharren bewirkt ein stärkeres Gespür dafür, dass unser Glaube echt und wirklich ist, und das bestärkt uns wiederum in der Hoffnung, dass wir tatsächlich Christus gewinnen werden. 

Ob wir also auf den reichen Lohn schauen, der vor uns liegt, oder darauf, wie Gott uns durch das Leiden läutert, bleibt Gottes Plan derselbe: Er möchte uns die Freude im Leiden erhalten.