Das größte Glück in der Liebe

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
19. Oktober 2020
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„Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde. Denn wir sind Glieder seines Leibes [...].“ (Eph 5,29-30) 

Überlies nicht den letzten Satz: „Denn wir sind Glieder seines Leibes [...].“ Und vergiss nicht, was Paulus zwei Verse zuvor gesagt hat: dass Christus sich für uns dahingegeben hat, „damit er für sich die Gemeinde herrlich bereite“ (5,27; LUT). Paulus macht also auf zwei verschiedene Weisen deutlich, dass Christus seine Freude in der Heiligkeit und in der Schönheit und im Glück seines Volkes gesucht hat. 

Die Verbindung zwischen Christus und seiner Braut ist so eng und innig (sie sind „ein Fleisch“), dass alles Gute, was er für sie tut, auch ihm selbst guttut. Das bedeutet: Unser Text sagt gerade heraus, dass der Herr seine Braut nährt, pflegt, heiligt und reinigt, weil er Freude daran hat. 

Nach einigen Definitionen kann das keine Liebe sein. Manche sagen, dass Liebe frei von Eigeninteresse sein muss – insbesondere Christusliebe, insbesondere Kreuzesliebe. Ich habe allerdings noch nie gehört, dass diese Sicht auf die Liebe mit unserer Bibelstelle in Einklang gebracht werden kann. 

Doch, was Christus für seine Braut tut, wird in diesem Text schlicht und einfach als Liebe bezeichnet: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat [...]“ (Eph 5,25). Warum lassen wir dann nicht den Text für uns definieren, was Liebe ist, statt unsere eigenen Definitionen aus der Ethik oder Philosophie mitzubringen? Laut diesem Text ist für Christus die Liebe das Streben nach seiner Freude in der heiligen Freude seiner Geliebten. 

Darum können wir bei der Liebe das Eigeninteresse nicht ausnehmen. Denn Eigeninteresse ist nicht gleichbedeutend mit Eigensucht. Eigensucht sucht auf Kosten anderer nach dem eigenen Glück. 

Die Liebe, die Christus entspricht, sucht ihr Glück im Glück anderer – nicht auf deren Kosten. Sie ist bereit für die geliebte Person zu leiden und zu sterben, damit ihre Freude im Leben und in der Reinheit der geliebten Person ihre Fülle hat. 

So hat Christus uns geliebt und zu dieser Liebe fordert er uns auf.