Hermeneutisches Cruising

Kleine Kritik der queeren Bibelinterpretation

Artikel von Ron Kubsch
28. September 2020 — 15 Min Lesedauer

Die spätmoderne Bibelauslegung

Heutzutage sind viele Schriftausleger nicht mehr bereit, sich dem Sinngehalt von Bibeltexten unterzuordnen. Oft setzen sie voraus, dass Texte gar keinen objektiven Sinn transportieren. Argumentiert wird wie folgt: „Da wir sowieso nicht verstehen, was ein ursprünglicher Autor, etwa ein David oder Paulus, gemeint hat, müssen wir nach anderen Wegen suchen, um von den antiken Texten zu profitieren. Wir verstehen Bibeltexte nicht, indem wir uns ihnen unterordnen und sie im Sinne ihrer Autoren auslegen. Wir schaffen uns vielmehr in der Begegnung mit den alten Texten neue Wirklichkeiten.“ Das Gewicht verschiebt sich also vom Text auf den Ausleger, dessen Denken wiederum imprägniert ist von seiner sozialen Zugehörigkeit. Nicht das, was der Text objektiv sagt (kein Text sagt etwas objektiv), sondern das, was der Text in uns auslöst, ist entscheidend für das Textverständnis der spätmodernen Bibelausleger.

Rob Bell, ein ehemaliger Pastor, dessen Bücher auch in Deutschland von jungen Leuten gern gelesen werden, treibt diesen hermeneutischen Ansatz auf die Spitze. Seiner Meinung nach „ist die Bibel noch nicht abgeschlossen“1, sondern wird durch die Ausleger finalisiert. Jesus habe seinen Jüngern den Auftrag gegeben, „selbst zu entscheiden, wie die Schrift am besten ins Leben umgesetzt wird“2. In seinem Buch Die Bibel – faszinierend, einzigartig und voller Geheimnisse spricht er davon, dass Jesus seine Jünger damit beauftragt hat, den biblischen Texten eine Bedeutung zuzuschreiben.3 Kurz: Wir können gar nicht wissen, was Gott sagt. Alles, was wir haben, sind unsere Deutungen, die in der Regel erheblich voneinander abweichen. Die Bedeutung von Texten – heißt es beispielsweise in einem verbreiteten Lehrbuch für alttestamentliche Exegese –, „ist nicht etwas, was darauf wartet, im Text gefunden zu werden. Die Bedeutung ist letztendlich immer eine Schöpfung des Lesers; und Leser gibt es so wie Texte in einer unendlichen Vielfalt“4. Wahrheit sei nicht von Gott vorgegeben, sondern immer von Menschen „sozial und politisch konstruiert“5. Im Austausch mit den Texten werde ein Sinn gestiftet. Das mache unser Leben lebendig. Die Passagen „wollen neu erlebt und gelebt werden“, Bibelauslegung findet in der Geschichte statt und ist damit „Identitätsfindung, Leben, Praxis, Leiden von Menschen“.6

Hermeneutisches Cruising

In der Tradition dieser spätmodernen Bibelauslegung steht auch das sogenannte „Hermeneutische Cruising“. Der Begriff „Cruising“ stammt aus der englischen Seefahrersprache und bedeutet wörtlich „mit dem Schiff kreuzen, herumfahren“. Innerhalb der schwulen Milieus wird er gern benutzt, um die aktive Suche nach einem kurzfristigen Sexpartner zu bezeichnen. Ein „Cruiser“ ist jemand, der zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto unterwegs ist, um einen potenziellen Intimpartner zu finden. Dabei achtet er auf zarte schwule Signale und setzt selbst mittels Körpersprache, Kleidung oder Codes Fingerzeige, die von Eingeweihten erkannt werden. Des Öftern endet Cruising mit anonymem Sex, weshalb im homosexuellen Diskurs der Begriff auch als Synonym für den schnellen Sex verwendet wird.

Insofern überrascht es nicht, dass das „Hermeneutische Cruising“ seinen Sitz in der schwulen Bibelauslegung hat. Timothy R. Koch, ein homosexueller Pfarrer und Pionier dieser hermeneutischen Herangehensweise, schreibt:

„Ich nenne sie [d. h. die schwule Hermeneutik] hermeneutisches Cruising, weil Cruising der Name ist, mit dem wir den uns eigenen Weg des Erkennens bezeichnen, die uns eigene Sehnsucht nach Begegnung, den uns eigenen Verstand und Instinkt, die uns eigene Art, auf das (bzw. den) zu antworten, was (der) uns anzieht und bewegt. Hermeneutisches Cruising bedeutet, den Frauen und Männern in der Bibel mit derselben Haltung zu begegnen, mit der wir uns einer jeglichen heterogen zusammengesetzten Gruppe nähern würden: in der Erwartung, dass unter diesen Menschen einige Freundinnen und Freunde sein werden, einige Feinde, einige, denen unser Lebensstil egal ist (oder auch die für uns nichts weiter bedeuten) … und einige echt heiße Typen!“7

Diese Weise der Bibelauslegung richtet sich gegen jedes Konzept, das der Bibel immer noch die Vollmacht zugesteht, „Menschsein zu regulieren oder in seiner Eigentlichkeit zu bestimmen und so mein Verhalten und das Verhalten anderer zu normieren“8. Verworfen wird jeder autoritative Anspruch, der von außen an den Menschen herantritt. Kompetenzzentrum der Auslegung ist das innerseelische Begehren. Die innere Wahrheit entscheidet über die Bedeutung und das Recht, die oder das fremde Wahrheiten für mein Leben haben dürfen. Timothy R. Koch schreibt:

„Ich berufe mich für die Normen meines (Zusammen-) Lebens und meiner Ethik auf eine intrinsische Autorität, welche weder diese noch irgendwelche anderen Texte in Frage stellen können. Mit Audre Lorde erlaube ich dem Wissen und der homoerotischen Kraft tief in mir, das Licht zu sein, in dem ich denke, glaube und Texte lese. Denn, wie sie sagt: ‚when we begin to live from within outward, in touch with the power of the erotic within ourselves, and allowing that power to inform and illuminate our actions upon the world around us, then we begin to be responsible to ourselves in the deepest sense‘.“9

Der hermeneutische Cruiser wird beim Lesen der Bibeltexte seine Augen und Ohren für das offenhalten, was seine Wünsche und Sehnsüchte anspricht. Er ist immer dabei, „in dem Wald von Texten nach lebenseröffnenden, spannenden Spuren und Begegnungen zu suchen!“10. In der Bibel herumcruisen bedeutet, die eigene erotische Erkenntnisfähigkeit und das mir gehörende erotische Wissen in die Begegnung mit den biblischen Schriften einzubringen. „Hermeneutisches Cruising setzt wie jedes Cruising in der wirklichen Welt voraus, dass ich offen bin für neue Möglichkeiten, dass ich dem Aufmerksamkeit schenke, was mir neu vor Augen kommt, meine Neugier erregt oder als vielversprechendes Signal daherkommt – und mich einfach darauf einlasse.“ Es geht nicht um institutionelle Anerkennung oder den Entwurf einer neuen Ethik. „Der einzige ‚vernünftige‘ Grund dafür, dass wir für dieses Cruising Zeit und Energie aufwenden, ist, dass wir Lust haben, es zu tun, und es tun können – und dass es etwas ist, das uns wirklich Spaß macht!“11

„Die Einsicht, dass das menschliche Herz auf Erleuchtung durch die Schrift und den Geist angewiesen ist, wird auf den Kopf gestellt.“
 

Diese Herangehensweise führt im Vergleich mit der traditionellen Hermeneutik zu einem Fokussierungswechsel. Die Einsicht, dass das menschliche Herz auf Erleuchtung durch die Schrift und den Geist angewiesen ist, wird auf den Kopf gestellt. Beim Cruising leuchtet die im eigenen Herzen liegende Kraft des Erotischen den Bibeltext aus. Die Bibeltexte werden entmachtet. Ihnen wird nicht mehr zugestanden, das Herz des Auslegers zu durchleuchten, zu ermahnen oder zu trösten. Sie werden vielmehr dazu benutzt, das eigene Begehren zu rechtfertigen und zu stimulieren.

Ein Beispiel: Jakob und der Coming-out-Prozess

Wir wollen ein Beispiel für Hermeneutisches Cruising betrachten. Die evangelische Pfarrerin Dr. Kerstin Söderblom hat Jakobs Kampf am Fluss Jabbok queer ausgelegt.12 „Eine que(e)re Bibelexegese re-interpretiert traditionelle Bibelauslegungen. Sie werden undogmatisch und provokant quer gebürstet und auf gender sensible Themen hin überprüft. Homoerotische Spuren in Bibeltexten werden aufgespürt und kontextualisiert, androgyne, hybride oder queere Gottesbilder herausgearbeitet und reflektiert.“13 Einige sprechen „in diesem Zusammenhang vom ‚hermeneutischen cruising‘“.14

Schauen wir uns zunächst das Umfeld von 1. Mose 32 an. Jakob, der Sohn von Rebekka und Isaak lebte in Beerscheba, einer Stadt in Kanaan (vgl. 1Mose 26,33; 28,10). Durch eine List hatte er sich den Erstlingssegen von seinem Vater erschlichen (vgl. 1Mose 27,1–29). Dieser Segen hätte seinem zuerst geborenen Zwillingsbruder Esau zugestanden. Jakob wollte ihn unbedingt haben, da Reichtum und Gottes Schutz davon abhing und er das Wohlwollen seines Vaters suchte. Seine Mutter Rebekka half ihrem Lieblingssohn, den Vater zu hintergehen, sodass ihm der Segen des Erstgeborenen zufiel (1Mose 27,1–40).

Nachdem Esau den Betrug durchschaute, drohte er damit, seinen Zwillingsbruder umzubringen (vgl. 1Mose 27,41). Jakob floh mit Unterstützung seiner Mutter zu seinem Onkel Laban in Haran, in der Hoffnung, dass sich Esaus Grimm über die Jahre legt (vgl. 1Mose 27,42–45). Dort im Osten gründet Jakob unter verwickelten Umständen eine Familie und bekommt von Frauen und Mägden elf Söhne und eine Tochter (vgl. 1Mose 29–30). Er erwirtschaftet sich ein ansehnliches Vermögen, was den Neid unter Laban und seinen Söhnen erweckt (vgl. 1Mose 31). Jakob flieht heimlich und wird von den Aramäern verfolgt. Gott mahnt allerdings Laban, Jakob freundlich zu begegnen (vgl. 1Mose 31,24). An der Grenze von Aram und Gilead schließen die beiden einen Friedensvertrag miteinander (vgl. 1Mose 31,26–54).

Als Jakob davon erfährt, dass Esau ihm mit 400 Mann entgegenzieht, teilt er aus Angst vor Rache sein Gesinde und Vieh in zwei Fraktionen, damit wenigstens ein Teil gerettet wird. Dann betet er zum HERRN und sendet am folgenden Tag Esau ein Geschenk (vgl. 1Mose 32,7–21). In der Nacht ringt Jakob, der allein zurückgeblieben ist, mit einem Mann, der ihm letztendlich die Hüfte verrenkt. Jakob lässt ihn nicht mehr los, bis dieser ihn segnet. Am nächsten Morgen läuft er hinkend Esau entgegen (vgl. 1Mose 32,23–33; Hos 12,5). Ihre Begegnung verläuft gegen alle Befürchtungen versöhnlich (vgl. 1Mose 33,1–16).

Nach traditionellem Verständnis hat Jakob mit Gott gekämpft, weshalb er den Namen Israel (d. h. „Gottesstreiter“) erhält und den Ort Pnuël (d. h. „Angesicht Gottes“) nennt. Wir lesen: „Und Jakob nannte die Stätte Pnuël; denn, sprach er, ich habe Gott von Angesicht gesehen, und doch wurde mein Leben gerettet“ (1Mose 32,31).

Das hermeneutische Cruising oder eine queere Re-Lektüre führt gleichwohl zu einem gänzlich anderen Ertrag. Kerstin Söderblom schreibt:

„Susannah Cornwall bezeichnet den anschließenden Zweikampf als (homo-)erotisch, ja sogar als Liebesakt. Die beiden Männer wälzen sich durch den Matsch und kämpfen körperlich miteinander. Sie entziffert darin eine erotische Begegnung, auch wenn sie ein offenes Ende hat und ohne Sieger bleibt. Dennoch oder gerade deswegen wirkt die körperliche Begegnung verstörend, bewegend und zutiefst existentiell. Der Unbekannte bleibt geheimnisvoll und jenseits einer zuweisbaren Geschlechtsidentität oder Rollendefinition. Er entzieht sich einer klar definierbaren Identität. Obwohl er als Mann eingeführt wird, wirkt er in seiner geheimnisvollen Erscheinung eher als ein Wesen jenseits binärer Geschlechterkategorien.“15

In der que(e)ren Bibelauslegung erscheint Gott nicht als „der Abwesende, Distanzierte, ewig Unberührbare, wie er in theologischen Lehrsätzen oft dargestellt wird, sondern er tritt auf als der Nahbare. Gott wird körperlich spürbar und macht sich verletzlich, obwohl er gleichzeitig geheimnisvoll bleibt. Die Re-Lektüre zeigt einen Gott, der sich schmutzig macht, sich im Dreck wälzt und in körperlicher Weise einem anderen Mann begegnet.“16 Zudem kann aus que(e)rer Perspektive auch „jeder Coming-out-Prozess von Lesben und Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen als körperlicher, geistiger und seelischer Kampf um ein Leben in Würde und Anerkennung gesehen werden. Es ist ein Kampf mit genormten Werten in einem (hetero-)normativen Umfeld. Und es ist ein Ringen um Respekt und Gottes Segen für gleichgeschlechtliche Partnerschaften.“17

Das Fazit lautet:

„Vor diesem Hintergrund zeigt sich in dieser biblischen Geschichte ein Gott, der ganz anders ist. Er überschreitet Grenzen und zwingt auch Jakob Grenzen zu überschreiten. Dieser Gott ist nicht männlich, nicht weiblich. Er lässt sich körperlich berühren und berührt selbst. Dadurch sprengt er die dualistisch angeordneten Kategorien von Normalität und Abweichung, Körper und Geist, Subjekt und Objekt. Und als der Morgen anbricht, segnet Gott den Jakob.“18

Diese Interpretation enthält so viele Ungereimtheiten, dass ich mir wirklich erst einmal die Augen reiben musste. Kurz: Einerseits heißt es, der Zweikampf sei als homoerotisches Ereignis zu lesen, da sich zwei Männer im Matsch wälzen. Andererseits durchbreche die Jabbokerzählung gerade dualistische Kategorien und entfalte, dass Gott weder männlich noch weiblich sei. Sämtliche que(e)re Erträge basieren auf Beobachtungen dessen, was nicht im Text steht. Söderblom meint, der „Kampf hat ein offenes Ende und bleibt ohne Sieger“. In 1. Mose 32,29 lesen wir aber ausdrücklich: Gott sprach: „Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.“ Der Vergleich mit dem Coming-out-Prozess und das Ringen um Gottes Segen für die gleichgeschlechtliche Partnerschaft ist eine rein aus der Luft gegriffene Konstruktion. Der Text enthält keinerlei Signale, die auf eine Dekonstruktion der Geschlechter hinweisen.

Schlussbemerkungen

Ich habe die Auslegungsmethode des hermeneutischen Cruising skizziert und an einem Beispiel erörtert. Es konnte meines Erachtens nachgewiesen werden, dass diese Verfahrensweise nicht zum besseren Verstehen von Bibeltexten beiträgt. Der Cruiser greift Fragmente und Begriffe auf und entwickelt gefühlige Assoziationsketten, um eigene Begehren und Ziele zu untermauern. Von daher überrascht es nicht, dass der exegetische Ertrag des hermeneutischen Cruisings vor allem das widerspiegelt, was die Herzen der Ausleger bewegt. Es handelt sich um ein Format der Eisegese, bei der etwas in den Text hineingelesen wird, was dort nicht steht. Ich bin geneigt, sogar von Projektionen zu sprechen, da innerpsychische Inhalte oder Konflikte auf die Texte übertragen werden.

Was diese Herangehensweise besonders tragisch macht, wiegt freilich schwerer als eine verfehlte Versinterpretation. Der Cruiser kann unterm Strich im zu deutenden Text nur das finden, was er sucht. Er erlaubt der Heiligen Schrift nämlich nicht, sein eigenes Vorverständnis aufzubrechen. Gott darf nicht mehr reden. Was zählt, ist die „intrinsische Autorität“19. Was bleibt, ist Einsamkeit!

„Der Cruiser kann unterm Strich im zu deutenden Text nur das finden, was er sucht. Er erlaubt der Heiligen Schrift nämlich nicht, sein eigenes Vorverständnis aufzubrechen.“
 

Die Auslegung wird so vor allem durch Sehnsüchte formatiert, die der Ausleger, Lehrer oder Verkündiger in seinem Herzen bewegt. Dieser Vorgang erinnert an die falsche Prophetie und Seelenfängerei, die Gott der HERR im Propheten Ezechiel unter Androhung schwerster Gerichte tadelt: „Weh den törichten Propheten, die ihrem eigenen Geist folgen …“ (Ez 13,3, vgl. Ez 13,1–23). Diese Leute „hängen mit ihrem Herzen an ihren Götzen und haben mit Freuden vor Augen, was sie schuldig werden lässt“ (Ez 14,3).

Unsere Herzen sind trügerisch, eben auch ein Hort für böse Gedanken (vgl. Mt 15,19). Die rettende Wahrheit des Evangeliums liegt nicht in uns, sondern muss unserer Seele zugesprochen werden. Es sind nicht unsere Herzen, die das Licht in die Bibel tragen. Vielmehr leuchtet das Wort, das Gott zu uns spricht, unsere Herzen aus, macht sie neu und klug (vgl. Ps 51,12; 119,104–105). Wohl dem, der dafür offen ist, von Gott durchforscht zu werden (vgl. Ps 139,23). Wer Gott nicht erlaubt, in sein Herz hineinzusprechen, betrügt sich um seinen Segen.


1 Rob Bell, Velvet Elvis, Gießen: Brunnen Verlag, 20072, S. 41.

2 Rob Bell, Velvet Elvis, 20072, S. 45.

3 Rob Bell, Die Bibel – faszinierend, einzigartig und voller Geheimnisse, Asslar: Gerth Medien, 2018.

 4 D.M. Gunn u. D.N. Fewell, Narrative in the Hebrew Bible, 1993, S. xi. Die Autoren sind beeinflusst von: S.E. Fish, Is There a Text in This Class?, 1980.

5 D.M. Gunn u. D.N. Fewell, Narrative in the Hebrew Bible, 1993, S. 10.

6 Ulrich Luz, „Kann die Bibel heute noch Grundlage für die Kirche sein?“, NTS 44 (1998), S. 317–339, hier S. 330.

7 Timothy R. Koch, „Hermeneutisches Cruising: Homoerotik und die Bibel“, Werkstatt Schwule Theologie, Nr. 3 (10/2000), S. 213–225, hier S. 219.

8 T.R. Koch, „Hermeneutisches Cruising“, S. 219.

9 T.R. Koch, „Hermeneutisches Cruising“, S. 219. Das Zitat von Lorde steht in: Audre Lorde, „Uses of the Erotic“, The Lesbian and Gay Studies Reader, hg. v. Henry Abelove, Michèle Aina Barale u. David M. Halperin, New York/London: Routledge, 1993, S. 339–343, hier S. 342. In deutscher Sprache bedeutet das Zitat etwa: „Wenn wir anfangen, von innen nach außen zu leben, in Kontakt mit der Kraft des Erotischen in uns selbst, und wenn wir dieser Kraft erlauben, unsere Handlungen auf die Welt um uns herum zu informieren und zu erleuchten, dann beginnen wir, uns selbst gegenüber im tiefsten Sinne verantwortlich zu sein.“ Die Autorin Audre Geraldine Lorde (1934–1992) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und lesbisch, feministische Aktivistin.

10 T.R. Koch, „Hermeneutisches Cruising“, S. 219–220.

11 T.R. Koch, „Hermeneutisches Cruising“, S. 219–220.

12 Kerstin Söderblom, „‚Kämpfen mit einem queeren Gott?‘“, in: Christian Schmelzer (Hg.), Gender Turn. Gesellschaft Jenseits Der Geschlechternorm, Bielefeld: transcript Verlag, 2012, S. 173–187. Eine kurze Version, aus der ich ebenfalls zitiere, ist erschienen als: Kerstin Söderblom, „Que(e)r gelesen: Jakobs Kampf am Jabbok“, URL: https://www.evangelisch.de/blogs/kreuz-queer/125300/30-09-2015 (Stand: 26.03.2020).

13 K. Söderblom, „‚Kämpfen mit einem queeren Gott?‘“, 2012, S. 177–178.

14 K. Söderblom, „‚Kämpfen mit einem queeren Gott?‘“, 2012, S. 178.

15 K. Söderblom, „‚Kämpfen mit einem queeren Gott?‘“, 2012, S. 179–180. Die Autorin bezieht sich hier auf Susannah Cornwall, „Wild Rice an Queer Dissent“, in: Lisa Isherwood u. a. (Hg.): Wrestling with God, Leuven, 2010, S. 61–75.

16 K. Söderblom, „Que(e)r gelesen: Jakobs Kampf am Jabbok“.

17 K. Söderblom, „Que(e)r gelesen: Jakobs Kampf am Jabbok“.

18 K. Söderblom, „Que(e)r gelesen: Jakobs Kampf am Jabbok“.

19 T.R. Koch, „Hermeneutisches Cruising“, S. 219.

Ron Kubsch ist Studienleiter am Martin Bucer Seminar in München, Dozent für Apologetik und Neuere Theologiegeschichte sowie 2. Vorsitzender und Generalsekretär bei Evangelium21. Er bloggt seit über 12 Jahren unter TheoBlog.de und hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter Die Postmoderne (2007), und Der neue Paulus (2017). Seit 2009 ist er Schriftleiter der Zeitschrift Glauben und Denken heute. Ron ist mit Dorothea verheiratet. Sie haben drei erwachsene Kinder.

Dieser Artikel erschien in längerer Fassung zuerst in der Zeitschrift Bibel und Gemeinde 2/2020, S. 33–40. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.