Das Ziel der Liebe Christi

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
5. September 2020
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„Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen [...].“ (Joh 17,24) 

Als Christen, die wir an Jesus glauben, sind wir kostbar in Gottes Augen – wir sind seine Braut! Und er liebt uns so sehr, dass er nicht zulassen wird, dass sich diese Tatsache zu unserem Gott entwickelt. 

Wir sind Gott lieb und wichtig – er macht uns schließlich zu seinen Kindern –, aber er liebt uns in einer Art und Weise, die unser Augenmerk von uns selbst weglenkt und hin zu ihm, damit wir seine Größe genießen können. 

Geh in dich und prüfe dich. Stell dir vor, Jesus würde heute auf die Erde kommen, um den Tag mit dir zu verbringen, und sich neben dich aufs Sofa setzen und sagen: „Ich liebe dich wirklich“. Was wäre dein Fokus für den restlichen Tag, den ihr miteinander verbringt? 

Ich habe den Eindruck, dass uns zu viele Lieder und Predigten die falsche Antwort vermitteln: nämlich, dass die größte Freude in dem immer wiederkehrenden Gefühl liegt, geliebt zu sein. „Er liebt mich!“ „Er liebt mich!“ Natürlich ist das ein wunderbarer Grund zur Freude. Doch es ist noch nicht einmal die größte Freude oder der Fokus unserer Freude. 

Was sagen wir mit den Worten „Ich bin geliebt“ aus? Was meinen wir? Was heißt es, „geliebt zu sein“? 

Liegt die größte Freude, die Christus am meisten erhöht, nicht gerade darin, dass wir Jesus den ganzen Tag lang zusehen und in Staunen ausbrechen: „Du bist wundervoll. Ich staune über dich.“ 

  • Er gibt die Antwort auf die schwerste Frage und seine Weisheit ist staunenswert. 
  • Er berührt eine verschmutzte, entzündete Wunde und sein Mitleid ist staunenswert. 
  • Er weckt eine verstorbene Frau beim Gerichtsmediziner vom Tod auf und seine Macht ist staunenswert. 
  • Er sagt voraus, was an diesem Nachmittag passieren wird, und sein Vorauswissen ist staunenswert. 
  • Er schläft während eines Erdbebens und seine Furchtlosigkeit ist staunenswert. 
  • Er sagt: „Ehe Abraham war, bin ich!“ (Joh 8,58), und seine Worte sind staunenswert. 

Wir gehen nachmittags mit ihm spazieren und sind davon überwältigt, was wir sehen. 

Besteht seine Liebe zu uns nicht gerade in seinem Eifer alles zu tun – ja, sogar für uns zu sterben –, damit wir ihn bestaunen können, statt vom Feuer seiner Heiligkeit verzehrt zu werden? Erlösung, Sühne, Vergebung, Rechtfertigung, Versöhnung – all das muss geschehen. Es sind alles Taten der Liebe. 

Doch das Ziel der Liebe und was diese Taten so liebevoll macht, ist, dass wir bei ihm sind und seine atemberaubende Herrlichkeit sehen und darüber staunen. In diesen Momenten können wir selbstvergessend all das, was Gott für uns in Christus bedeutet, sehen und auskosten. 

Ein Wort an Pastoren und Lehrer des Wortes: Wir müssen unseren Zuhörern helfen, durch die Taten der Liebe Christi zum Ziel seiner Liebe durchzudringen. Wenn unsere Erlösung und Sühne und Vergebung und Rechtfertigung und Versöhnung nicht dazu führen, dass wir uns an Jesus freuen und ihn genießen, dann ist es keine Liebe. 

Vermittelt das mit Nachdruck. Dafür hat Jesus in Johannes 17,24 gebetet: „Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen [...].“