Wenn Gott sagt: „Ich will“

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
3. September 2020
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„Als offene Stadt soll Jerusalem bewohnt werden wegen der großen Menge von Menschen und Vieh in seiner Mitte; und ich selbst, spricht der HERR, will eine feurige Mauer um es her sein und Herrlichkeit in seiner Mitte.“ (Sach 2,8–9) 

Es gibt Tage, da fühle ich mich schon beim Aufwachen zerbrechlich und verwundbar. Schutzbedürftig. Oft ist es nur ein vages Gefühl. Es geht um keine konkrete Bedrohung. Keine bestimmte Schwäche. Nur ein unbestimmbares Gefühl, dass heute mit Sicherheit irgendetwas schieflaufen wird und ich schuld sein werde. 

Es passiert häufig, wenn ich zuvor viel Kritik einstecken musste. Oder wenn viele Erwartungen auf mir lasten, an denen wichtige Deadlines hängen und die mir viel zu groß und schlicht zu viel erscheinen. 

Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, dann gab es über die letzten fünfzig Jahre verstreut immer wieder solche Morgen – und ich staune darüber, wie der Herr Jesus mein Leben bewahrt hat. Und auch meinen Dienst. Die Versuchung, vor dem Stress davonzulaufen, hat am Ende nie gesiegt – bisher jedenfalls noch nicht. Wie wundervoll das ist! Ich bete meinen herrlichen Gott dafür an. 

Er hat nicht zugelassen, dass mich die Angst vollständig lähmte oder dass ich an anderer Stelle nach vermeintlich grüneren Auen gesucht habe. Stattdessen hat er mich auf die Knie geführt und mich bei ihm Hilfe suchen lassen und er hat meine Gebete mit konkreten Verheißungen beantwortet. 

Lass mich eine Situation beschreiben, die mir kürzlich passiert ist. Ich wachte auf und fühlte mich innerlich wund und zerbrechlich. Schwach. Verletzlich. Ich habe gebetet: „Jesus, hilf. Ich weiß nicht einmal, wie ich gerade beten soll.“ 

Eine Stunde später las ich auf der Suche nach eben dieser Hilfe, um die ich gebeten hatte, im Propheten Sacharja. Und ich fand sie. 

„Als offene Stadt soll Jerusalem bewohnt werden wegen der großen Menge von Menschen und Vieh in seiner Mitte; und ich selbst, spricht der HERR, will eine feurige Mauer um es her sein und Herrlichkeit in seiner Mitte.“ (Sach 2,8–9) 

Gottes Volk wird solchen Wohlstand erleben und so an Zahl zunehmen, dass Jerusalem aus allen Nähten platzen und keine Stadtmauer mehr brauchen wird. „[Die große] Menge von Menschen und Vieh“ wird so gewaltig sein, dass Jerusalem sich über viele Ortschaften erstrecken wird, die ohne Stadtmauer über das Land ausgebreitet sind. 

Wohlstand ist gut, aber wie sieht es mit dem Schutz aus? 

Dazu sagt Gott in Vers 9: „[Ich] selbst [...] will eine feurige Mauer um es her sein [...].“ Ja. Hier ist sie. Hier ist die Verheißung. Hier sagt Gott: „Ich will“. Und das ist, was ich brauche. 

Und wenn es für die schutzbedürftigen Dörfer um Jerusalem gilt, dann gilt es auch für mich als Kind Gottes. So wende ich die Verheißungen des Alten Testaments auf Gottes Volk an. All diese Verheißungen haben für mich ihr Ja und Amen in Christus (2Kor 1,20). Und für jede Verheißungen gilt für alle, die in Christus sind: „Wie viel mehr euch!“ Gott wird eine „feurige Mauer“ um mich herum sein. Ja. Er will es tun. Er hat es bereits getan. Und er wird es tun. 

Und es wird sogar noch besser. Innerhalb dieses feurigen Schutzwalls sagt er: „Ich will die Herrlichkeit in seiner Mitte sein.“ Gott gibt sich nicht damit zufrieden, uns durch sein Feuer zu schützen, sondern er will uns auch mit der Freude seiner Gegenwart beschenken. Ich liebe es, wenn Gott sagt: „Ich will.“