Der Urgrund aller Dinge

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
13. Mai 2020
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„[In Liebe hat er] uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens.“ (Eph 1,4–5) 

Die Erfahrung von Charles Spurgeon ist kein Sonderfall, der die Möglichkeiten eines ganz normalen Christen übersteigt. 

Spurgeon lebte von 1834 bis 1892. Er war ein Zeitgenosse und Freund von Georg Müller und Hudson Taylor. Er diente mehr als dreißig Jahre am Metropolitan Tabernacle in London und war der wohl bekannteste Pastor seiner Zeit. 

Seine Verkündigung war derart kraftvoll, dass sich Woche um Woche Menschen zu Christus bekehrten. Seine Predigten werden heute noch verlegt und viele Christen sehen ihn als Glaubensvorbild dafür, wie man Menschen für Christus gewinnen kann. 

In seiner Autobiografie beschreibt er ein Erlebnis als Sechzehnjähriger, das sein Leben und seinen Dienst von da an prägen sollte: 

„Als ich auf dem Weg zu Christus war, dachte ich, ich würde es ganz allein tun, und obwohl ich den Herrn ernstlich suchte, hatte ich keine Ahnung, dass er mich suchte. Ich glaube nicht, dass ein Jung-Bekehrter sich dessen bewusst ist. 

Ich kann noch den Tag und die Stunde nennen, als ich zum ersten Mal diese Wahrheiten [die Lehre von der souveränen, überwindenden Gnade] in mir selbst begriff – als sie, wie John Bunyan es sagt, in mein Herz eingebrannt wurden wie mit einem heißen Eisen, und ich erinnere mich, dass ich den Eindruck hatte, in einem Augenblick vom Baby zum erwachsenen Mann gewachsen zu sein. Ich hatte einen Fortschritt im biblischen Wissen gemacht, als ich ein für allemal herausgefunden hatte, was der Schlüssel für die Wahrheit Gottes ist. 

An einem Wochentag saß ich abends im Haus Gottes. Ich dachte nicht sehr viel nach über das, was der Prediger sagte, denn ich glaubte es nicht. 

Der Gedanke traf mich: Wie bist du ein Christ geworden? Ich habe den Herrn gesucht. Aber wie bist du darauf gekommen, den Herrn zu suchen? In diesem einzigen Augenblick leuchtete die Wahrheit in mir auf – ich hätte ihn nicht gesucht, wenn er nicht schon vorher meine Gedanken beeinflusst hätte, indem er mich dazu brachte, ihn zu suchen. Ich betete, so dachte ich, aber dann fragte ich mich: Wie kam ich dazu, zu beten? Ich wurde durch die Heilige Schrift zum Beten ermuntert. Wie kam ich dazu, die Heilige Schrift zu lesen? Ich las sie, aber was hatte mich dazu gebracht? 

Da, in einem Augenblick, sah ich, dass Gott der Urgrund aller Dinge ist, dass er der Urheber meines Glaubens war, und so öffnete sich die ganze Lehre der Gnade vor mir. Von dieser Zeit an habe ich nicht von ihr gelassen, und ich möchte, dass dies immer mein beständiges Bekenntnis ist: ‚Ich verdanke meine ganze Veränderung nur Gott.‘“ 

Wie ist es bei dir? Siehst du Gott als den alleinigen Urheber deiner Bekehrung? Ist er der Urgrund aller Dinge? Bewirkt diese Erkenntnis, dass du die Herrlichkeit seiner souveränen, alles überwindenden Gnade preisen kannst?