Sprich zu deinen Tränen

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
13. April 2020
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„Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Wer weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt, der kommt gewiss mit Freuden zurück und bringt seine Garben.“ (Ps 126,5–6) 

Am Säen ist nichts traurig. Es ist nicht mehr Arbeit als die Ernte. Es können schöne Tage sein, voller Vorfreude auf die Ernte. 

Und doch spricht der Psalm vom Säen „mit Tränen“. Er spricht von einem Menschen, der „weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt“. Warum weint er? 

Der Grund scheint mir nicht zu sein, dass das Säen an sich traurig oder schwer ist. Ich denke, dass der Grund nichts mit dem Säen zu tun haben kann. Das Säen steht einfach für die Arbeit, die selbst dann zu tun ist, wenn wir Dinge in unserem Leben durchmachen, die uns zum Weinen bringen. 

Das Feld kann nicht warten, bis unsere Trauer vorüber und alle unsere Probleme gelöst sind. Wenn wir im nächsten Winter zu essen haben wollen, dann müssen wir jetzt aufs Feld gehen und die Saat aussäen, ob unter Tränen oder nicht. 

Wenn du das tust, dann, so verspricht dir der Psalm, wirst du „mit Freuden ernten“. Du wirst „gewiss mit Freuden zurück [kommen] und [deine] Garben [bringen]“. Nicht etwa, weil die Tränen beim Aussäen die Freude des Erntens hervorgebracht haben, sondern weil das bloße Aussäen eine Ernte hervorbringt. Daran gilt es sich zu erinnern, wenn du vor all den Tränen versucht bist, aufzugeben. 

Was können wir also daraus lernen? Wenn es einfache, überschaubare Aufgaben gibt, die du zu tun hast, und du voller Traurigkeit bist und du dieser Tage schnell in Tränen ausbrichst, dann leg trotzdem los und tue die Sachen unter Tränen. Sei realistisch. Sprich zu deinen Tränen: „Tränen, ich spüre euch. Ich würde wegen euch am liebsten mein Leben hinwerfen. Aber ich habe ein Feld zu bestellen (einen Abwasch zu machen, ein Auto zu reparieren, eine Predigt zu schreiben).“ 

Und dann sag, so wie du es aus Gottes Wort gehört hast: „Meine Tränen, ich weiß, dass ihr nicht für immer dableiben werdet. Gerade weil ich jetzt einfach meine Arbeit tue (unter Tränen und allem, was gerade dazugehört), wird es am Ende eine Ernte voll Segen geben. Also, meine Tränen, ihr dürft fließen, wenn es sein muss. Aber ich glaube – auch, wenn ich es noch nicht völlig sehen oder spüren kann – ich glaube, dass die einfache Arbeit meines Säens satte Garben ernten wird. Und meine Tränen werden sich noch in Freude verwandeln.“