Jesus ist für genau diesen Moment gestorben

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
20. März 2020
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„Ich bin mit Christus gekreuzigt; Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ (Gal 2,20)

Als mein Wecker an diesem Morgen um 4:49 klingelte, stand mir auf einmal für den Bruchteil einer Sekunde so nah und wirklich wie nie zuvor vor Augen, dass wir alle sterben müssen und vor dem heiligem Gott stehen werden und dass ich dann nichts vorweisen kann, als mein eigenes Leben.

Doch dann blitze auch der Gedanke auf und stellte den Schrecken in den Schatten: „Christus ist für genau diesen Moment gestorben.“ So plötzlich wie dieser Schrecken gekommen war, war er auch schon vorbei.

Mein Eindruck unmittelbar danach war: Das ist im Kern, was passiert, wenn sich ein Mensch bekehrt. So ist es, wenn jemand erkennt, dass Jesus Christus wirklich wahr ist. So ist es, wenn jemand die Liebe Christi liebgewinnt. Plötzlich sehen und fühlen wir das allererste Mal mit den Augen des Herzens die unbestreitbare Wirklichkeit, dass wir schuldig vor Gott treten werden.

Diese Erkenntnis ist niederschmetternd. Sie lässt uns verstehen, dass unsere einzige Hoffnung in einem Mittler liegt. Wenn wir alleine dastehen und nichts vorweisen können als unser eigenes sündiges Leben, sind wir komplett verloren. Wenn es irgendeine Hoffnung auf die Ewigkeit in Gottes Gegenwart geben soll, dann brauchen wir einen Erlöser, einen Stellvertreter, einen Retter.

An diesem Punkt der größten Not strahlt nichts so hell, wie das Evangelium von Jesus Christus, „der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20). In jenem Bruchteil einer Sekunde, bevor er mir vor Augen stand, durfte ich die alles verschluckende Finsternis und den alles verschlingenden Schrecken des Gerichts sehen. Es war keine theologische Folgerung, es war nicht bloß ein logischer Schluss. Für einen Augenblick sah und fühlte und erkannte ich es voller Gewissheit mit dem inneren Auge.

Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. Seine Augen sind zu rein, als dass er Böses ansehen könnte. Wir sind vollkommen verloren. Meine Schuld stand mir in diesem Bruchteil einer Sekunde so groß, so echt, so unbestritten vor Augen, dass es nicht einmal die entfernteste Möglichkeit gab, sie irgendwie zu entschuldigen. Es war eine plötzliche und alles verschlingende und endlose Hoffnungslosigkeit.

In diesem Augenblick ist Jesus das Einzige, was noch eine Rolle spielt. Oh Christus! Oh Christus! Wie soll mein Herz die Dankbarkeit, die über mich wogt, fassen?! Oh Geschenk Gottes, auf dich bin ich verzweifelt angewiesen! Auf dich allein!