Tödliche Kälte

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
19. Februar 2020
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„Er sendet seinen Befehl auf die Erde; sein Wort läuft sehr schnell.“ (Ps 147,15)

Heute wird es hier in Minneapolis sogar in unserem Gefrierfach wärmer sein als in den arktischen Winden, die uns aktuell heimsuchen. Morgen soll die Höchsttemperatur bei -20 Grad Celsius liegen. Wir empfangen all das aus Gottes Hand.

„Er sendet seinen Befehl auf die Erde;
sein Wort läuft sehr schnell.
Er gibt Schnee wie Wolle,
er streut Reif wie Asche,
er wirft sein Eis wie Brocken;
wer kann bestehen vor seinem Frost?
Er sendet sein Wort, so zerschmelzen sie;
er lässt seinen Wind wehen, so tauen sie auf.“
(Ps 147,15–18)

Das ist eine Art Kälte, mit der nicht zu spaßen ist. Sie ist lebensbedrohlich.

Als ich aus South Carolina hier nach Minnesota zog, war ich mit der passenden Kleidung ausgerüstet. Aber woran ich nicht gedacht hatte, war mein Auto für den Fall einer Panne bei derartigen Minusgraden auszurüsten.

Eines Abends blieb mein Auto auf dem Heimweg nach der Gemeinde in diesen eisigen Temperaturen liegen. Handys gab es damals noch nicht. Ich saß mit meiner Frau und unseren zwei kleinen Kindern fest.

Auf der Straße war niemand außer uns. Auf einmal wurde mir klar: Das ist gefährlich.

Und schon bald war es enorm gefährlich. Es kam kein anderes Auto.

Irgendwo in der Ferne machte ich hinter einem Zaun ein Haus aus. Ich dachte mir: Ich bin der Vater. Das ist meine Aufgabe. Ich kletterte über den Zaun und rannte zum Haus und klopfte an die Tür. Er war jemand zuhause. Ich erklärte, dass meine Frau und unsere zwei kleinen Kinder draußen im Auto saßen, und bat sie, uns hereinzulassen. Und das taten sie.

Mit dieser Art Kälte ist nicht zu spaßen.

Es ist, als würde Gott uns auf eine weitere Art sagen: „Egal ob heiß oder kalt, hoch oder tief, scharf oder stumpf, laut oder leise, hell oder dunkel...  Ich bin kein Witz. Nimm mich ernst. Ich bin Gott. Ich habe all diese Dinge geschaffen. Sie erzählen von mir. Genau wie die lauen Sommerlüfte und der leise Nieselregen und die stillen Mondnächte und das sanfte Plätschern am Seeufer und die Lilien auf dem Felde und die Vögel des Himmels.“

Diese Kälte flüstert seinen Namen. Möge der Herr uns die Haut geben, sie zu spüren, und die Ohren, sie zu hören.