Wir werden über alle Dinge herrschen

Podcast von John Piper – gelesen von Robin Dammer
22. Januar 2020
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„Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.“ (Offb 3,21)

Was meint Jesus mit diesen Worten an die Gemeinde in Laodizea?

Mit Jesus auf seinem Thron sitzen? Wirklich?

Diese Verheißung gilt allen, die überwinden: allen, die bis zum Ende am Glauben festgehalten haben und die auch das drohende Leid und die verführerischen, sündigen Begierden nicht vom Ziel abbringen konnten (1Joh 5,4). Wenn du also wahren Glauben an Jesus hast, dann wirst du auf dem Thron des Sohnes Gottes sitzen, der auf dem Thron Gottes des Vaters sitzt.

Ich verstehe den „Thron Gottes“ als Ausdruck für das Recht und die Vollmacht, über das Universum zu herrschen. Genau dort sitzt Jesus. „Denn er muss herrschen“, schreibt Paulus, „bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat“ (1Kor 15,25). Wenn Jesus sagt: „Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen“, dann verspricht er uns einen Anteil an seiner Herrschaft über alle Dinge.

Ist es das, woran Paulus in Epheser 1,22–23 denkt? „[Gott] hat alles [Christi] Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt.“

Wir, die Gemeinde, sind „die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt“. Was heißt das? Ich verstehe es, so, dass das ganze Universum mit der Herrlichkeit des HERRN erfüllt werden soll (4Mo 14,21). Und eine Dimension dieser Herrlichkeit wird sein, dass sich seine Herrschaft vollständig und unangefochten über alles erstreckt.

Demnach verstehe ich Epheser 1,23 so: Jesus erfüllt das Universum durch uns mit seiner eigenen herrlichen Herrschaft. Er gibt uns Anteil an seiner Herrschaft und macht uns zur Fülle seiner Herrschaft. Wir herrschen stellvertretend für ihn, durch seine Kraft, unter seiner Autorität. In diesem Sinne sitzen wir mit ihm auf seinem Thron.

Keiner von uns fühlt sich dafür geeignet. Es ist zu viel – es ist zu gut, zu wundervoll. Darum bittet Paulus Gott um Hilfe, dass er „die Augen eures Herzens [erleuchte], damit ihr wisst, was die Hoffnung seiner Berufung“ ist (Eph 1,18; ELB).

Wir brauchen hier Gottes Hilfe, um ehrlich darüber staunen zu können, wozu Gott uns bestimmt hat.  Doch wenn Gott uns dieses echte Staunen schenkt, dann werden sich alle unsere Gefühle in Blick auf diese Welt verändern. Die seltsamen und radikalen Gebote des Neuen Testaments werden uns dann nicht mehr so seltsam erscheinen wie zuvor.